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Typisch


08.06.2008 09:52 - Gestartet von monopol76
Es ist mal wieder typisch, da entwickelt sich dank Regulierung nun ein halbwegs funktionierender Wettbewerb, welcher den Kunden sinkende Preise möglich macht und die TK Anbieter versuchen nun über extra Gebühren ihre Gewinne auf Vordermann zu bringen. Am besten auch noch staatlich abgesegnet.

Ich habe bisher immer geglaubt, dass meine gezahlten DSL Gebühren u.a. für den weiteren Ausbau der Netze verwendet wurden. Wenn nicht gings wohl mal wieder nur für Verwaltung und Gewinn drauf... Typisch halt...
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[1] IMHO antwortet auf monopol76
08.06.2008 10:41
Benutzer monopol76 schrieb:
...
wurden. Wenn nicht gings wohl mal wieder nur für Verwaltung und Gewinn drauf... Typisch halt...

Du vergisst die Kosten für die outgesourcete Bespitzelung. Schließlich müssen die Fremdfrmen, welche die Spitzeldaten auswerten auch bezahlt werden.
Und demnächst die Gerichtskosten, die wird dann ja auch wieder "die Firma" tragen.
"Werte Kunden Sie müssen verstehen, dass wir unter solchen Bedingungen mehr Geld aus der Tasche ziehen müssen als die Konkurrenz. Zuerst haben wir Ihr Geld für Bespitzelung ausgegeben und jetzt müssen wir die Preise erhöhen, um unseren gesetzesuntreuen Manager bei der Bezahlung ihrer Gerichtskosten beizustehen."
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[2] Ed antwortet auf monopol76
10.06.2008 11:05
Benutzer monopol76 schrieb:
Es ist mal wieder typisch, da entwickelt sich dank Regulierung nun ein halbwegs funktionierender Wettbewerb, welcher den Kunden sinkende Preise möglich macht und die TK Anbieter versuchen nun über extra Gebühren ihre Gewinne auf Vordermann zu bringen. Am besten auch noch staatlich abgesegnet.

Ich habe bisher immer geglaubt, dass meine gezahlten DSL Gebühren u.a. für den weiteren Ausbau der Netze verwendet wurden. Wenn nicht gings wohl mal wieder nur für Verwaltung und Gewinn drauf...

Die meisten Firmen sind AGs, da kannst du schauen wieviel vom Umsatz als Gewinn an Aktionäre ging.

Typisch halt...

Haha was zahlst du denn? Die üblichen 30-40€/Monat (incl.19%MWSt.)? Was glaubst du denn was da für für fette Überschüsse übrigbleiben? Meinst du Cisco verschenkt seine Router und die Baufirma buddelt für 500€ mal eben ein Kabel von Hamburg nach München? Schau dir mal an was ein anständiger Router kostet, was ein Kabel kostet, wieviele Stunden du zum verlegen und anschliessen brauchst, was das Netz an Strom zieht....

Wenn der Traffic explodiert muss irgendjemand die Kosten tragen.

Wenn jeder Kraftfahrzeughalter statt wie heute üblich die meiste Zeit sein Auto parkt in Zukunft 24h damit fahren würde müsste man viele neue Strassen bauen und die müssen finanziert werden.
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[2.1] monopol76 antwortet auf Ed
10.06.2008 12:30
Bevor ich mir ansehe was ein guter Router kostet, schaue ich lieber mal auf die Gewinne die Telekom und Co machen. Fast jeden Tag neue Meldungen über Spitzengewinne. Es scheint demnach also doch genug von meinen 30-40 Euro übrig zu bleiben. Davon ein kleiner Teil in neue Infrastruktur investiert und man müsste nicht darüber nachdenken zusätzliche Gebühren zu erfinden.

Sollten nun die Kalkulationen der TK Anbieter nicht kostendeckend sein um gleichzeitig den Netzausbau voranzutreiben, hat da wohl irgend ein Top Manager oder auch Produktentwickler nur vom Bett bis zum Sch...haus gedacht.

Bei meinen 2 GB im Monat sehe ich jedenfalls nicht ein warum ich mehr zahlen soll. Stattdessen können sie ja die Flatrates neu kalkulieren und mit Zuschlägen belegen. Denn Kunden mit viel Traffic werden wohl häufig unter Flatratenutzern zu finden sein. Wenn dies so umgesetzt würde, wird sich der Eine oder Andere überlegen ob er sinnlos irgendwelchen Müll runterlädt. Und es wird sich manch ein Anbieter üerlegen wieder Volumentarife einzuführen.
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[2.1.1] Was kostet der DSL-Ausbau für Buchholz?
kamischke antwortet auf monopol76
10.06.2008 18:06

2x geändert, zuletzt am 10.06.2008 18:19
Benutzer monopol76 schrieb:
Bevor ich mir ansehe was ein guter Router kostet, schaue ich lieber mal auf die Gewinne die Telekom und Co machen. Fast jeden Tag neue Meldungen über Spitzengewinne. Es scheint demnach also doch genug von meinen 30-40 Euro übrig zu bleiben.

Oh, das interessiert mich jetzt aber auch mal, teile uns doch bitte mal die genauen Gewinnzahlen von Telekom und Co von 2007 mit, damit man so eine ungefähre Vorstellung von dem bekommt wie fett die Telcos hier in Deutschland alle abkassieren:

Nettogewinn 2007:

1. Telekom ???
2. Arcor ???
3. Hansenet ???
4. Versatel ???


Davon ein kleiner Teil in neue Infrastruktur investiert und man müsste nicht darüber nachdenken zusätzliche Gebühren zu erfinden.

Laut Jahresbericht der BNetzA wurden in 2006 rund 6,5 Mrd.€ an Investitionen geschultert, 3,8 Mrd.€ flossen davon allein ins Festnetz.

Sollten nun die Kalkulationen der TK Anbieter nicht kostendeckend sein um gleichzeitig den Netzausbau voranzutreiben, hat da wohl irgend ein Top Manager oder auch Produktentwickler nur vom Bett bis zum Sch...haus gedacht.

Du darfst Dich gerne mal als Planer versuchen und die aktuelle Deckungslücke für Buchholz selber ausrechnen:

"Dem DSL-Experten zufolge betreut die Telekom in Buchholz 300 Anschlüsse. Von diesen Anschlüssen könne einer mit einem Megabit (Mbit/s), 43 könnten mit 0,768 Mbit/s und 190 mit 0,384 Mbit/s versorgt werden.

Wegen der „Reichweitenproblematik“ würden 66 Anschlussinhaber nicht in den Genuss von DSL kommen. Denn die Reichweite von DSL hänge von der Länge des Kupferkabels ab.
Schneider-Akkurt gab ein Beispiel: „Bis zu einer Entfernung von ein, zwei Kilometern von der Vermittlungsstelle hat das Signal noch eine Stärke von sechs Mbit/s. Bei einer Entfernung von viereinhalb, fünf Kilometern ist es noch 384 Kilobit (Kbit/s) stark. Beträgt die Entfernung mehr als fünf Kilometer, kann kein Breitbandsignal mehr empfangen werden.“ Eben das sei der Fall bei den 66 derzeit nicht versorgten Buchholzern.

Der Telekom-Experte: „Stellen wir nun aber fest, dass wir außerhalb des Breitbandbereiches genug Kunden haben, bauen wir aus, in dem wir von der Vermittlungsstelle ein Glasfaserkabel zu einem der Kabelverzweiger legen.“ Von da an gehe es dann wieder mit Kupferkabeln weiter.

„Genug Kunden“ bedeute: Die Telekom errechne, was die theoretisch 153 potenziellen Buchholzer DSL-Neukunden dem Konzern über einen Zeitraum von vier Jahren in die Kasse spülen (faktisch geht die Telekom von etwa 50 Prozent, also nur 75 Neukunden aus). Stünden die Zahlen in einem „vernünftigen“ Verhältnis zur Investition in das Kabelnetz, erfolge ein Regelausbau. Entstehe dagegen eine „Deckungslücke“, müsse „jemand anderes“ den Ausbau zumindest anteilig bezahlen.

„Ein Kilometer Tiefbau-Arbeiten für Glasfaserkabel kostet innerorts etwa 50 000 Euro, außerorts 15 000 Euro. Ein Kilometer des Glasfaserkabels selbst liegt bei 3000 Euro, ein Verteilerkasten bei 15 000 Euro – dazu kommen jeweils noch die Personalkosten“, rechnete Schneider-Akkurt und ergänzte: „Da kommt schon was zusammen.“

Bezogen auf Buchholz, bietet die Telekom der Gemeinde eine Kooperation beim DSL-Ausbau an. Von diesen Kooperationen gebe es bundesweit bereits 70. So könne Buchholz zum Beispiel die Tiefbauarbeiten bezahlen oder bereits vorhandene Leerrohre respektive Kabelkanäle bereitstellen. Alternativ könne die Gemeinde die Deckungslücke mit einem finanziellen Zuschuss schließen. „Das“, so Schneider-Akkurt, „ist bei den 70 Kooperationen der Regelfall“. Ebenfalls möglich: „Sie“, so der Telekom-Fachmann an den Rat gewandt, „organisieren gemeinsam mit uns Infoveranstaltungen und garantieren uns vertraglich eine Mindestkundenzahl“. Wofür auch immer die Gemeinde sich entscheide – der Kreativität seien kaum Grenzen gesetzt.

Sollte sich Buchholz nicht dazu durchringen können, gebe es DSL-Alternativen: Für Geschäftskunden zum Beispiel das von Reichweiten unabhängige „Company Connect“ oder für Privatleute „Web ’n’ Walk“ über das Mobilfunknetz. Auch möglich: der Empfang von DSL via Satellit. Die Bürgervertreter indes blieben auch bei dieser Offerte skeptisch." [www.sn-online.de]

Da bin ich dann mal auf Deine rechnerischen Ausführungen gespannt.

Gruß Kamischke

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[2.1.1.1] RE: the party is over
vickycolle2006 antwortet auf kamischke
10.06.2008 18:26
Benutzer kamischke schrieb:
Benutzer monopol76 schrieb:

Da bin ich dann mal auf Deine rechnerischen Ausführungen gespannt.

Gruß Kamischke

hallo kamischke,

darum gehts gar nicht und auch nicht ob monopoly jetzt ins detail irgendwas "errechnen" kann.

sondern der kernpunkt, den ich dabei sehe ist, das die unterbelichteten MBAs jahrelang die dsl anschlüsse in nordamerika und europa für lau rausgeprügelt haben
(der trend hält ja immer noch an) und jetzt langsam aber sicher der grosse katzenjammer losgeht !!

wir haben immer gesagt: "traffic kostet geld !!!"

das hat sich allerdings die letzten jahre bei den anbietern nicht so dargestellt und diese jenigen haben sich eine generation von kunden selbst herangezüchtet die dann (mangels detailwissen), wirklich glauben "ja klar, für 40 euro kannst du ALLES, aber auch ALLES inklusive haben"

man hat, wie man so schön sagt: über seine verhältnisse gelebt.
kommt jetzt alles runter, wie *(OT) aufm finanzmarkt*.
the party is over.


gruss
vicky


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[2.1.1.1.1] Cindy75 antwortet auf vickycolle2006
11.06.2008 11:40
Zusammengefasst: Wer zuerst die "Geiz ist geil"-Mentalität bedient, hat später das böse Erwachen.

Und irgendwann bleiben nur noch wenige übrig und diese besitzen dann eine Monopolartige Stellung.