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Massiver Betrug bei Pay-per-Sale und Pay-per-Lead


14.01.2006 14:08 - Gestartet von sp.
Oh,

die Werbeindustrie jammert so über den Klick-Betrug. Mag ja sein, aber dagegen läßt sich mit technischen Mitteln sicher viel ausrichten.

Es gibt aber Dinge, die ich aber viel schlimmer finde, weil die Opfer hier diejenigen sind, die aus technischen Gründen schutzlos sind:

Ich habe lange Zeit für mehrere Websites gemeinnütziger Organisationen die Werbeflächen bestückt. Angesichts der interessanten Provisionen habe ich eine Zeitlang sehr stark auf Pay-per-Sale und Pay-per-Lead gesetzt.

Nachdem die Clicks zwar etliche waren, aber die Verkäufe angeblich immer ziemlich exakt Null, habe ich mal die Probe aufs Exempel gemacht und - legal nach den Bedingungen - selbst Produkte gekauft, Versicherungen abgeschlossen usw. bzw. Bekannte darum gebeten, ihren nächsten Einkauf eben dort zu tätigen.

Natürlich blieben die offiziellen Umsätze unwesentlich über Null. Selbst als ich einen Anbieter damit konfrontiert habe, dass die Abrechnung definitiv nicht stimmen kann, und um Korrektur gebeten habe, hat sich daran nichts geändert. (Ich habe nicht mal eine Antwort bekommen.)

Den Vogel abgeschossen hat übrigens eine Direktbank aus Frankfurt: Eine Konto-Eröffnung einer Möchte-gern-Kundin guter Bonität wurde ohne Begründung abgelehnt (waren da nicht auch die Sparkassen an die Selbstverpflichtung des Zentralen Kreditausschusses gebunden?). Damit war die zustehende Provision vermieden. Doch es wäre ja schade, auf eine solche Kundin zu verzichten.

Kurze Zeit nach der Ablehnung klingelte ihr Telefon, dran die besagte Direktbank: Sie habe sich doch für ein Konto bei xxxdirekt interessiert, aber bisher keinen Vertrag abgeschlossen, ob sie denn dies nachholen wolle...

Nach meiner Erfahrung sind Pay-per-Sale und Pay-per-Lead in weiten Bereichen schlicht und einfach organisierte Kriminalität.

Nur zwei der von mir überprüften Firmen konnte ich keine "Irrtümer" zu Lasten der "Werbepartner" nachweisen - Amazon und bol.de. (OK, teltarif wollte ich nicht ausprobieren, obwohl die auch ein Pay-per-Lead-Programm für den Newsletter haben...)

Vielleicht sollten wir das mal koordiniert machen, genau dokumentieren und dann einer strafrechtlichen Verfolgung übergeben.

Sp.
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[1] CEO antwortet auf sp.
06.02.2006 16:01
Lycos kann ich hier einreihen, ein abgeschlossener Kauf wurde hier einfach nicht vergütet...
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[2] KaiBelow antwortet auf sp.
06.02.2006 22:48
Sol Melia-Programm bei zanox... Hotel gebucht, aber nie Provision erhalten.
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[2.1] Keks antwortet auf KaiBelow
07.02.2006 03:14
Benutzer KaiBelow schrieb:
Sol Melia-Programm bei zanox... Hotel gebucht, aber nie Provision erhalten.

Solche Fälle können -- leider -- immer vorkommen. Sie sind sogar meist "Programm", wenn der Kunde keine Cookies aktiviert hat, weil meistens Cookie-Tracking eingesetzt wird.

Bei 1&1 bin ich z.B. schon lange dabei, kann allerdings nicht sagen, wieviele Vermittlungen geklappt haben oder nicht, da ich die Kunden nicht kenne. Aber als einer mir mal zufälligerweise mailte und ich dann feststellte, dass er nicht bei den Vermittlungen / Provisionen auftauchte, wandte ich mich an 1&1. Dort fragte man nach der Auftragsnummer und trug mich als Vermittler nach -- ganz unbürokratisch. Immerhin.

Aber mit einer gewissen Durchfallquote aufgrund gesperrter Cookies muss man wohl leben.

Liebe Grüße, Keks
www.blitztarif.de
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[2.1.1] lr antwortet auf Keks
07.02.2006 07:55
Benutzer Keks schrieb:

Solche Fälle können -- leider -- immer vorkommen. Sie sind sogar meist "Programm", wenn der Kunde keine Cookies aktiviert hat, weil meistens Cookie-Tracking eingesetzt wird.

Und das ist auch gut so. Langsam dringt das Datenschutzbewußtsein doch zu den Surfern durch.

Aber mit einer gewissen Durchfallquote aufgrund gesperrter Cookies muss man wohl leben.

Hoffentlich immer mehr.
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[2.1.1.1] Keks antwortet auf lr
07.02.2006 14:15
Benutzer lr schrieb:
Benutzer Keks schrieb:

Solche Fälle können -- leider -- immer vorkommen. Sie sind sogar meist "Programm", wenn der Kunde keine Cookies aktiviert hat, weil meistens Cookie-Tracking eingesetzt wird.

Und das ist auch gut so. Langsam dringt das Datenschutzbewußtsein doch zu den Surfern durch.

Cookies sind harmlos -- zumindest wenn man die Option "Nur von der Original-Website" einstellt. Dann haben Unternehmen wie DoubleClick.net keine Chance.

Oder man stellt ein, dass Cookies nur für die aktuelle Session gültig sein sollen. Cookies sind ja nur kleine Texte, die auf *deinem* PC abgelegt werden. Damit du z.B. bei einer Anmeldung auf einer Website nicht alles neue eingeben musst. Ohne Cookies funktionieren einiges Dinge eben nicht. Bei meinem Strom-Vergleichs-Rechner setze ich auch Cookies ein, um deine Daten in *deinem* Browser zu merken, damit du sie beim nächsten Besuch nicht erneut eingeben musst:
http://www.blitztarif.de/strom/vergleich

Liebe Grüße, Keks
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[2.1.1.1.1] lr antwortet auf Keks
07.02.2006 15:10
Benutzer Keks schrieb:

Cookies sind harmlos -- zumindest wenn man die Option "Nur von der Original-Website" einstellt. Dann haben Unternehmen wie DoubleClick.net keine Chance.

Ist hier sowieso eingestellt - für Cookies von Drittanbietern gibt es absolut keine Rechtfertigung. Double*ick fliegt schon per Host-Tabelle raus.

Oder man stellt ein, dass Cookies nur für die aktuelle Session gültig sein sollen. Cookies sind ja nur kleine Texte, die auf *deinem* PC abgelegt werden.

Ich weiß, was Cookies sind :-)

Damit du z.B. bei einer Anmeldung auf einer Website nicht alles neue eingeben musst.

Das erledigt mein Browser selbst, wobei hier ICH die Kontrolle behalte, ob ich das will oder nicht.

Ohne Cookies funktionieren einiges Dinge eben nicht. Bei meinem Strom-Vergleichs-Rechner setze ich auch Cookies ein, um deine Daten in *deinem* Browser zu merken, damit du sie beim nächsten Besuch nicht erneut eingeben musst:
http://www.blitztarif.de/strom/vergleich

Es gibt sinnvolle Anwendungen für Cookies, gewiß, aber das sind die Ausnahme. Bei manchen Seiten lasse ich sie daher auch zu. Aber defaultmäßig ist erst mal alles abgeschaltet.
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[2.1.1.1.1.1] Keks antwortet auf lr
08.02.2006 02:07
Benutzer lr schrieb:
Es gibt sinnvolle Anwendungen für Cookies, gewiß, aber das sind die Ausnahme. Bei manchen Seiten lasse ich sie daher auch zu. Aber defaultmäßig ist erst mal alles abgeschaltet.

Dann bekommt man aber u.U. nicht mit, wo sie sinnvoll eingesetzt werden. Ich lasse mich daher immer fragen, außer bei Cookies von Drittanbietern, die ich immer abweise, und außer bei Session-Cookies, die ich immer erlaube. Das kann man in Mozilla bzw. SeaMonkey zum Glück so einstellen, in Firefox geht das dummerweise nicht (zumindest nicht per GUI).

Liebe Grüße, Keks
www.blitztarif.de
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[2.1.2] ShishaMaster antwortet auf Keks
07.02.2006 09:35
Mobilcom hat mir, obwohl ein Vertrag abgeschlossen wurde, keine Provison gezahlt.
Mogel.com (Warum ist das Wort ohne Punkt bei Teletarif gesperrt?)
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[2.1.3] GKr antwortet auf Keks
07.02.2006 10:06
Benutzer Keks schrieb:
Benutzer KaiBelow schrieb:
Sol Melia-Programm bei zanox... Hotel gebucht, aber nie Provision erhalten.

Solche Fälle können -- leider -- immer vorkommen. Sie sind sogar meist "Programm", wenn der Kunde keine Cookies aktiviert hat, weil meistens Cookie-Tracking eingesetzt wird.

Bei 1&1 bin ich z.B. schon lange dabei, kann allerdings nicht sagen, wieviele Vermittlungen geklappt haben oder nicht, da ich die Kunden nicht kenne. Aber als einer mir mal zufälligerweise mailte und ich dann feststellte, dass er nicht bei den Vermittlungen / Provisionen auftauchte, wandte ich mich an 1&1. Dort fragte man nach der Auftragsnummer und trug mich als Vermittler nach -- ganz unbürokratisch. Immerhin.

Aber mit einer gewissen Durchfallquote aufgrund gesperrter Cookies muss man wohl leben.

Liebe Grüße, Keks
www.blitztarif.de

Das entspricht auch unserer Erfahrung.
Wir lassen die Partner über Affilinet.de verwalten. Und die Abrechnungen funktionieren auch seit Jahren problemlos. Dennoch kommt es immer wieder einmal zu Kontaktaufnahme durch Partner, die darüber klagen, keine Provision erhalten zu haben.

Hier Systematik zu vermuten, gar kriminelle Energie, halte ich für völlig überzogen. Vor allem, wenn man einmal die ausgeschüttete Provisionshöhe im Verhältnis zum über die Vermittlung generierten Umsatz sieht. Hier Arges zu unterstellen, erscheint mir eher wie das hier mittlerweile ebenso beliebte wie oft unbegründete "Abz0ck- und Betrug-Geplärre", mit dem dieses Forum sich mehr und mehr füllt. Provisionen für Auftragsvermittlungen sind doch praktisch durch den Abschluß finanziert. Verdient der Partner gut, verdient der Anbieter gut. Also gibt es für zweiteren keinen Grund, den Partner wegen solcher marginalen Beträge über's Ohr zu hauen.

Was wir auch beobachten (ich persönlich aber mangels technischem Hintergrund-Wissen nicht einordnen kann): Es gibt Partner, die definitiv pro Tag ein paar hundert, manchmal ein paar tausend Hits auf unseren Webseiten generieren. Aber noch nie einen Sales verbucht haben. Wo liegt für diese Partner der Sinn?

GKr