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Sammelklage ?


18.08.2006 13:34 - Gestartet von tcsmoers
Weitere Betroffene bereiten Sammelklage vor

Derweil dürfte sich avanio demnächst mit weiteren Nutzern seiner umstrittenen IbC-Zugänge vor Gericht treffen. Wie die Schwäbische Post heute berichtet, sind beispielsweise der Polizeidirektion Aalen weitere Fälle bekannt, in denen erboste Kunden Anzeige gegen den Internetprovider erstattet haben. "Wir ermitteln wegen Betruges, es wird eine Sammelanklage vorbereitet", erklärte ein Sprecher der Polizeidirektion Aalen gegenüber der Zeitung. Der Bericht lag uns vorab in redaktioneller Fassung vor.

Gut, dass die Pressesprecher der Polizei meistens abgehalfterte Journalisten sind, die keine Ahnung haben. Nur so kann man diese Aussage verstehen.

peso
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[1] RE: Sammelklage? - Gibt es nicht!
MP antwortet auf tcsmoers
18.08.2006 13:55
Benutzer tcsmoers schrieb:
Gut, dass die Pressesprecher der Polizei meistens abgehalfterte Journalisten sind, die keine Ahnung haben. Nur so kann man diese Aussage verstehen.

Ich frage mich auch, wann die Leute endlich mal lernen, dass es in Deutschland _keine Sammelklagen gibt_.
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[1.1] Handyfreak56 antwortet auf MP
18.08.2006 13:58
Ihr müsst alle in die USA ziehen dort könnt Ihr dann weiter machen mit euren Klagen.
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[1.1.1] tcsmoers antwortet auf Handyfreak56
18.08.2006 14:29
Benutzer Handyfreak56 schrieb:
Ihr müsst alle in die USA ziehen dort könnt Ihr dann weiter machen mit euren Klagen.

Man kann zwar gesammelt Klagen. Es gibt aber (leider) keine Sammelklage.

peso
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[1.2] bartd antwortet auf MP
18.08.2006 14:07
Benutzer MP schrieb:
Ich frage mich auch, wann die Leute endlich mal lernen, dass es in Deutschland _keine Sammelklagen gibt_.

gibt es wohl!
nämlich dann, wenn voraussetzungen hinreichend (hier ist die hürde!!!) ähnlich sind.

beispiel gefällig?

[www.vzs.de/UNIQ115590262109703/link226382A.html]
"Sammelklagen
Die Verbraucherzentrale Sachsen hat in der zweiten Jahreshälfte 2005 begonnen, zwei sog. Sammelklagen von sächsischen Verbrauchern gegen aktuelle Gaspreiserhöhungen zu koordinieren.
...
Mit Urteil vom 30.06.2006 hat das Landgericht Dresden den Verbrauchern im Sammelverfahren gegen die ENSO Recht erteilt.
..."

bye bart
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[1.2.1] Handyfreak56 antwortet auf bartd
18.08.2006 14:19
wenn du es sagst o.k. mir wurde immer gesagt es giebt in de keine sammel klage
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[1.2.2] MP antwortet auf bartd
18.08.2006 14:26
Benutzer bartd schrieb:
gibt es wohl! nämlich dann, wenn voraussetzungen hinreichend (hier ist die hürde!!!) ähnlich sind.

beispiel gefällig?

[www.vzs.de/UNIQ115590262109703/link226382A.html]
"Sammelklagen Die Verbraucherzentrale Sachsen hat...

Nein, der Fall der Verbraucherzentrale ist ein Sonderfall. Ich empfehle die folgende Lektüre:
http://de.wikipedia.org/wiki/Sammelklage
http://de.wikipedia.org/wiki/Verbandsklage
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[1.2.3] tcsmoers antwortet auf bartd
18.08.2006 14:26
Benutzer bartd schrieb:
Benutzer MP schrieb:
Ich frage mich auch, wann die Leute endlich mal lernen, dass es in Deutschland _keine Sammelklagen gibt_.

gibt es wohl!
nämlich dann, wenn voraussetzungen hinreichend (hier ist die hürde!!!) ähnlich sind.

beispiel gefällig?

[www.vzs.de/UNIQ115590262109703/link226382A.html]
"Sammelklagen Die Verbraucherzentrale Sachsen hat in der zweiten Jahreshälfte 2005 begonnen, zwei sog. Sammelklagen von sächsischen Verbrauchern gegen aktuelle Gaspreiserhöhungen zu koordinieren.
...
Mit Urteil vom 30.06.2006 hat das Landgericht Dresden den Verbrauchern im Sammelverfahren gegen die ENSO Recht erteilt.
..."

bye bart

Das kenne ich. Es sind aber Musterverfahren gewesen. Es handelt sich hier nicht um eine Sammelklage.

peso
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[1.3] tcsmoers antwortet auf MP
18.08.2006 14:25
Benutzer MP schrieb:
Benutzer tcsmoers schrieb:
Gut, dass die Pressesprecher der Polizei meistens abgehalfterte Journalisten sind, die keine Ahnung haben. Nur so kann man diese Aussage verstehen.

Ich frage mich auch, wann die Leute endlich mal lernen, dass es in Deutschland _keine Sammelklagen gibt_.

Vermutlich haben die was durcheinandergeworfen. Es handelt sich wohl um ein Sammelverfahren. Das gibt es im Strafrecht.

Ich bin aber der Auffassung, dass die TelTarif-Leute sowas mittlerweile wissen müssten.

peso
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[1.3.1] reiseesel antwortet auf tcsmoers
18.08.2006 14:50
Ich bin aber der Auffassung, dass die TelTarif-Leute sowas mittlerweile wissen müssten.

peso

vor allem bin ich der Auffassung, dass der Polizei-Sprecher das wissen sollte.

Wenn das die Qualität der Aalener Polizei-Arbeit widerspiegelt, kann avanio ja beruhigt ins Wochenende gehen.

viele Grüße,

reiseesel
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[1.3.2] bartd antwortet auf tcsmoers
18.08.2006 14:52
Benutzer tcsmoers schrieb:
Vermutlich haben die was durcheinandergeworfen. Es handelt sich wohl um ein Sammelverfahren. Das gibt es im Strafrecht.
...
peso

richtig!
es gibt auch keinen schraubenZIEHER, sondern nur einen schraubenDREHER!

was soll's: im ergebnis ist wohl das gleiche?!

"Gemeinsame Prozessführung gibt es in Deutschland daher nur bei der so genannten Streitgenossenschaft, wenn die Kläger hinsichtlich des Streitgegenstandes in Rechtsgemeinschaft stehen oder aus dem selben tatsächlichen oder rechtlichen Grund berechtigt sind."

also klagen doch z.B. 161 Personen "gesammelt" gegen ENSO!
[www.energieverbraucher.de/files.php?dl_mg_id=­699&file=d­l_mg_1154464386.pdf]

bye bart
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[1.3.2.1] schnorfel antwortet auf bartd
18.08.2006 14:55

"Gemeinsame Prozessführung gibt es in Deutschland daher nur bei der so genannten Streitgenossenschaft, wenn die Kläger hinsichtlich des Streitgegenstandes in Rechtsgemeinschaft stehen oder aus dem selben tatsächlichen oder rechtlichen Grund berechtigt sind."

also klagen doch z.B. 161 Personen "gesammelt" gegen ENSO! [www.energieverbraucher.de/files.php?dl_mg_­id=699&file=dl_m
g_1154464386.pdf]

bye bart

Ich liebe Diskussionen, bei denen Nichtjuristen über juristische Themen diskutieren. Am Ende kommt SOWAS dabei heraus.
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[1.3.2.1.1] tcsmoers antwortet auf schnorfel
18.08.2006 15:08
Benutzer schnorfel schrieb:

"Gemeinsame Prozessführung gibt es in Deutschland daher nur bei der so genannten Streitgenossenschaft, wenn die Kläger hinsichtlich des Streitgegenstandes in Rechtsgemeinschaft stehen oder aus dem selben tatsächlichen oder rechtlichen Grund
berechtigt sind."

also klagen doch z.B. 161 Personen "gesammelt" gegen ENSO!
>
[www.energieverbraucher.de/files.php?dl_mg_­id=699&file=dl_m g_1154464386.pdf]

bye bart

Ich liebe Diskussionen, bei denen Nichtjuristen über juristische Themen diskutieren. Am Ende kommt SOWAS dabei heraus.


:-)

Zumindest beschimpfen sie sich nicht.

peso
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[1.3.2.1.2] bartd antwortet auf schnorfel
18.08.2006 15:09
Benutzer schnorfel schrieb:
Ich liebe Diskussionen, bei denen Nichtjuristen über juristische Themen diskutieren. Am Ende kommt SOWAS dabei heraus.

[http://de.wikipedia.org/wiki/Robe#Geschichte_­der_deutsc­hen_Juristenrobe]

Im Jahre 1726 verfügte König Friedrich Wilhelm I. von Preußen mit der ihm eigenen Ironie die Einführung einer einheitlichen Juristentracht in den Gerichten seines Territoriums:

"Wir ordnen und befehlen hiermit allen Ernstes, daß die Advokaten wollene schwarze Mäntel, welche bis unter die Knie gehen, unserer Verordnung gemäß zu tragen haben, damit man die Spitzbuben schon von weitem erkenne."

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[1.3.2.1.2.1] tcsmoers antwortet auf bartd
18.08.2006 15:13
Benutzer bartd schrieb:
Benutzer schnorfel schrieb:
Ich liebe Diskussionen, bei denen Nichtjuristen über juristische Themen diskutieren. Am Ende kommt SOWAS dabei heraus.

[http://de.wikipedia.org/wiki/Robe#Geschichte_­der_deutschen_Jur
istenrobe]

Im Jahre 1726 verfügte König Friedrich Wilhelm I. von Preußen mit der ihm eigenen Ironie die Einführung einer einheitlichen Juristentracht in den Gerichten seines Territoriums:

"Wir ordnen und befehlen hiermit allen Ernstes, daß die Advokaten wollene schwarze Mäntel, welche bis unter die Knie gehen, unserer Verordnung gemäß zu tragen haben, damit man die Spitzbuben schon von weitem erkenne."

Sehr vorausschauend dieser Regent. Geändert hat sich nichts. Wer einen Gerichtsaal betritt, sollte seinen Verstand draussen lassen.

peso

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[1.3.2.1.2.2] Estico antwortet auf bartd
18.08.2006 15:13
Benutzer bartd schrieb:
Benutzer schnorfel schrieb:
Ich liebe Diskussionen, bei denen Nichtjuristen über juristische Themen diskutieren. Am Ende kommt SOWAS dabei heraus.

[http://de.wikipedia.org/wiki/Robe#Geschichte_­der_deutschen_Jur
istenrobe]

Im Jahre 1726 verfügte König Friedrich Wilhelm I. von Preußen mit der ihm eigenen Ironie die Einführung einer einheitlichen Juristentracht in den Gerichten seines Territoriums:

"Wir ordnen und befehlen hiermit allen Ernstes, daß die Advokaten wollene schwarze Mäntel, welche bis unter die Knie gehen, unserer Verordnung gemäß zu tragen haben, damit man die Spitzbuben schon von weitem erkenne."

LOL.....einer der besten Kommentare, die hier in der letzten Zeit abgegeben wurden.....irgendwie trifft es das ja. Wobei ich diesen Berufstand im Allgemeinen schätze, immerhin bin ich mit einer Juristin verheiratet.



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[1.3.2.1.2.2.1] tcsmoers antwortet auf Estico
18.08.2006 15:17
Benutzer Estico schrieb:
Benutzer bartd schrieb:
Benutzer schnorfel schrieb:
Ich liebe Diskussionen, bei denen Nichtjuristen über juristische Themen diskutieren. Am Ende kommt SOWAS dabei heraus.

>
[http://de.wikipedia.org/wiki/Robe#Geschichte_­der_deutschen_Jur istenrobe]

Im Jahre 1726 verfügte König Friedrich Wilhelm I. von Preußen mit der ihm eigenen Ironie die Einführung einer einheitlichen Juristentracht in den Gerichten seines Territoriums:

"Wir ordnen und befehlen hiermit allen Ernstes, daß die Advokaten wollene schwarze Mäntel, welche bis unter die Knie gehen, unserer Verordnung gemäß zu tragen haben, damit man die Spitzbuben schon von weitem erkenne."

LOL.....einer der besten Kommentare, die hier in der letzten Zeit abgegeben wurden.....irgendwie trifft es das ja. Wobei ich diesen Berufstand im Allgemeinen schätze, immerhin bin ich mit einer Juristin verheiratet.

Es gibt Juristen, die können Beruf- und Privatleben trennen. Wer sich mit der trockenen Materie der Juristerei beschäftigt, wird meistens verhaltensgestört.

peso



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[1.3.2.1.2.2.1.1] Zulu antwortet auf tcsmoers
18.08.2006 19:30
Benutzer tcsmoers schrieb:

Es gibt Juristen, die können Beruf- und Privatleben trennen. Wer sich mit der trockenen Materie der Juristerei beschäftigt, wird meistens verhaltensgestört.

löl. Lustig, aber wahr.:-)

Zulu
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[1.3.3] Keks antwortet auf tcsmoers
19.08.2006 22:01
Benutzer tcsmoers schrieb:
Benutzer MP schrieb:
Benutzer tcsmoers schrieb:
Gut, dass die Pressesprecher der Polizei meistens abgehalfterte Journalisten sind, die keine Ahnung haben. Nur so kann man diese Aussage verstehen.

Ich frage mich auch, wann die Leute endlich mal lernen, dass es in Deutschland _keine Sammelklagen gibt_.

Vermutlich haben die was durcheinandergeworfen. Es handelt sich wohl um ein Sammelverfahren. Das gibt es im Strafrecht.

Ich bin aber der Auffassung, dass die TelTarif-Leute sowas mittlerweile wissen müssten.

§ 60 Zivilprozessordnung:
"Mehrere Personen können auch dann als Streitgenossen gemeinschaftlich klagen oder verklagt werden, wenn gleichartige und auf einem im wesentlichen gleichartigen tatsächlichen und rechtlichen Grund beruhende Ansprüche oder Verpflichtungen den Gegenstand des Rechtsstreits bilden."

Siehe auch:
https://www.teltarif.de/forum/x-mobilfunk/1988-...

Liebe Grüße, Keks
http://www.blitztarif.de/
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[1.3.3.1] spl antwortet auf Keks
19.08.2006 23:37

3x geändert, zuletzt am 19.08.2006 23:52
Benutzer Keks schrieb:
§ 60 ZPO (Streitgenossenschaft)

Unter Sammelklage versteht man gemeinhin nicht einfach, dass mehrere Leute gesammelt klagen/verklagt werden, sondern dass ein (auch einziger) Kläger einen (auch einzigen) Beklagten verklagt und dabei im Namen einer unbestimmten Gruppe von Leuten handelt (z.B. Vebrauchern). Obwohl diese am Rechtsstreit gar nicht beteiligt sind, gilt für sie hinterher das Urteil.

Die notorischen Sammelkäger hier meinen das auch in diesem Sinne: Die wollen ja gerade nicht selbst einen Prozess initiieren und das damit verbundene Kostenrisiko tragen (sonst könnten sie ja ihrem eigenen Aufruf gleich folgen und zum Anwalt gehen), sondern meinen offenbar, sie könnten sich schmarotzerhaft unter Abwälzung des Prozessrisikos an Klagen Dritter anhängen.

Und zwar ist das meiner Meinung nach dadurch zu erklären, dass die "Sammelkläger" sich in einer Phase der emotionalen Erregung und des Verärgertseins befinden und so ihrem Frust (heiße) Luft machen wollen -- selbstverständlich ohne irgendwelche Eigeninvestitionen. "Ich bin doch nicht blöd." Nach einer "Abkühlungszeit" verschwindet dann das Bedürfnis dieser Leute nach einer Sammelklage wieder, zumal natürlich jeder der Schreibenden so egoistisch denkt und die Sammelklage schon deshalb nie zustandekommen könnte, selbst wenn es sie im deutschen Recht gäbe. Sofern die Leute überhaupt wissen, wovon sie da schreiben und nicht wieder mal Klage mit Anzeige und Zivil- mit Strafrecht verwechseln.


Aber noch mal zum Avanio-Urteil: So großartig finde ich das nicht. Es sagt nur aus, dass der Nutzer einen Vertrag erfolgreich angefochten hat. Im Umkehrschluss heißt das aber auch, dass ohne begründete Anfechtung ein wirksamer Abovertrag zustandegekommen wäre (andernfalls gäbe es nichts anzufechten), was gerade *gegen* den zitierten Artikel Herrn Gottschalksons (https://www.teltarif.de/arch/2005/kw33/... ) spricht.

spl
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[1.3.3.1.1] Keks antwortet auf spl
19.08.2006 23:44

einmal geändert am 19.08.2006 23:50
Benutzer spl schrieb:
Unter Sammelklage versteht man gemeinhin nicht einfach, dass mehrere Leute gesammelt klagen/verklagt werden, sondern dass ein (auch einziger) Kläger einen (auch einzigen) Beklagten verklagt und dabei im Namen einer unbestimmten Gruppe von Leuten handelt (z.B. Verbrauchern). Obwohl diese am Rechtsstreit gar nicht beteiligt sind, gilt für sie hinterher das Urteil.

Danke für die Erklärung hier im Forum.

Die notorischen Sammelkläger hier meinen das auch in diesem Sinne: Die wollen ja gerade nicht selbst einen Prozess initiieren und das damit verbundene Kostenrisiko tragen (sonst könnten sie ja ihrem eigenen Aufruf gleich folgen und zum Anwalt gehen), sondern meinen offenbar, sie könnten sich schmarotzerhaft unter Abwälzung des Prozessrisikos an Klagen Dritter anhängen.

Hmmm... kann ich nicht ausschließen. Ich denke aber, dass diese zumindest nicht die *vollen* Kosten tragen und sich daher einer "Sammelklage" ;) anschließen wollen.

Nach einer "Abkühlungszeit" verschwindet dann das Bedürfnis dieser Leute nach einer Sammelklage wieder, zumal natürlich jeder der Schreibenden so egoistisch denkt und die Sammelklage schon deshalb nie zustandekommen kann.

Ja, stimmt. Aber auch viele, die hier schreiben, sie würden "den Verein" verklagen (in welchem Fall auch immer), tun es dann meist doch nicht. Ich hab's beim Fall Quam/INWA damals andersrum gemacht: ich hab nicht gemeckert, sondern bin vor Gericht gezogen. ;)

https://www.teltarif.de/arch/2004/kw08/...
http://www.blitztarif.de/inwa/

Es handelte sich dabei um eine Art kleine Sammelklage. *g* Denn meine Großtante und ein Freund standen vor dem gleichen Problem. Sie wollten aber das Prozessrisiko nicht tragen. Daher haben beide ihre Forderungen an mich abgetreten und ich habe geklagt. (Einen eigenen Anspruch hatte ich ursprünglich nicht, weil INWA bei mir selbst noch gezahlt hatte.) Durch Zusammenlegung beider Forderungen verdoppelte sich der eingeklagte Betrag, die Anwaltskosten erhöhten sich aber nicht (aufgrund des Studenmodells). Durch einen Deal mit teltarif.de konnte ich das Kostenrisiko nochmals reduzieren, so dass ich loslegte -- zum Glück mit Erfolg. Auch wenn INWA nach Überweisung des eingeklagten Betrags Insolvenz anmeldete und ich die Anwaltskosten selbst tragen musste, aber ein paar hundert Euro blieben trotzdem noch übrig. :)

Liebe Grüße, Keks
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[1.3.3.1.1.1] spl antwortet auf Keks
20.08.2006 01:11

einmal geändert am 20.08.2006 01:15
Benutzer Keks schrieb:
Ich denke aber, dass diese zumindest nicht die *vollen* Kosten tragen und sich daher einer "Sammelklage" ;) anschließen wollen.

Die wollen gar keine Kosten tragen und sich auch nicht anderweitig irgendwie konstruktiv engagieren (etwa durch die Suche nach einem geeigneten Anwalt), sondern nur ihr Mütchen kühlen. Je lauter das Geschrei, desto weniger steckt dahinter.

Das mit den Kosten stimmt auch nur bedingt: Den größten Anteil an Prozesskosten machen Anwaltskosten aus. Bei mehreren Auftraggebern entstehen nun Mehrvertretungsgebühren; diese wiederum bemessen sich nach dem (dann n mal so hohen) Streit- bzw. Gegenstandswert. Außerdem fragt sich, inwieweit es sich überhaupt rechtlich gesehen um die selbe Angelegenheit handelt, denn alle haben ja in sich eigenständige Ansprüche, mögen sie auch auf ähnlichartigen Rechtsverhältnissen beruhen. Wenn nein, kostet das ganz normal das n-Fache.

Aber auch viele, die hier schreiben, sie würden "den Verein" verklagen (in welchem Fall auch immer), tun es dann meist doch nicht. Ich hab's beim Fall Quam/INWA damals andersrum gemacht: ich hab nicht gemeckert, sondern bin vor Gericht gezogen. ;)

Eben. Insofern kann man auch gewisse Schlussfolgerungen aus meinen nicht vorhandenen Klageankündigungen ziehen. ;)

Es handelte sich dabei um eine Art kleine Sammelklage. *g* Denn meine Großtante und ein Freund standen vor dem gleichen Problem. Sie wollten aber das Prozessrisiko nicht tragen. Daher haben beide ihre Forderungen an mich abgetreten und ich habe geklagt.

Wenn sie die Ansprüche abgetreten haben, ist das aber weder eine Sammelklage noch eine Streitgenossenschaft. Mit der Abtretung haben sie ja ihre Rechte zuvor an dich übertragen, so dass du alleiniger Forderungsinhaber geworden bist und das Urteil deine Freunde dadurch gerade nicht gebunden hat.

(Einen eigenen Anspruch hatte ich ursprünglich nicht, weil INWA bei mir selbst noch gezahlt hatte.) Durch Zusammenlegung beider Forderungen verdoppelte sich der eingeklagte Betrag, die Anwaltskosten erhöhten sich aber nicht (aufgrund des Studenmodells).

Du meinst Stundenmodell? Das kann zwar sein. Dabei muss man aber bedenken, dass man vor Gericht immer nur die gesetzlichen Gebühren erstattet bekommt, selbst wenn man gewinnt. Ist das Honorar nach Stunden höher, was bei niedrigeren Gegenstandswerten schnell sein kann, bleibt man auf der Differenz in jedem Fall sitzen. Deswegen unterliegen solche Honorarvereinbarungen auch besonderen Anforderungen.

spl
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[1.3.3.1.1.1.1] tcsmoers antwortet auf spl
20.08.2006 08:32
Benutzer spl schrieb:
Benutzer Keks schrieb:
Ich denke aber, dass diese zumindest nicht die *vollen* Kosten tragen und sich daher einer "Sammelklage" ;) anschließen wollen.

Die wollen gar keine Kosten tragen und sich auch nicht anderweitig irgendwie konstruktiv engagieren (etwa durch die Suche nach einem geeigneten Anwalt), sondern nur ihr Mütchen kühlen. Je lauter das Geschrei, desto weniger steckt dahinter.

Das mit den Kosten stimmt auch nur bedingt: Den größten Anteil an Prozesskosten machen Anwaltskosten aus. Bei mehreren Auftraggebern entstehen nun Mehrvertretungsgebühren; diese wiederum bemessen sich nach dem (dann n mal so hohen) Streit- bzw. Gegenstandswert. Außerdem fragt sich, inwieweit es sich überhaupt rechtlich gesehen um die selbe Angelegenheit handelt, denn alle haben ja in sich eigenständige Ansprüche, mögen sie auch auf ähnlichartigen Rechtsverhältnissen beruhen. Wenn nein, kostet das ganz normal das n-Fache.

Aber auch viele, die hier schreiben, sie würden "den Verein" verklagen (in welchem Fall auch immer), tun es dann meist doch nicht. Ich hab's beim Fall Quam/INWA damals andersrum gemacht: ich hab nicht gemeckert, sondern bin vor Gericht gezogen. ;)

Eben. Insofern kann man auch gewisse Schlussfolgerungen aus meinen nicht vorhandenen Klageankündigungen ziehen. ;)

Es handelte sich dabei um eine Art kleine Sammelklage. *g* Denn meine Großtante und ein Freund standen vor dem gleichen Problem. Sie wollten aber das Prozessrisiko nicht tragen.
Daher haben beide ihre Forderungen an mich abgetreten und ich habe geklagt.

Wenn sie die Ansprüche abgetreten haben, ist das aber weder eine Sammelklage noch eine Streitgenossenschaft. Mit der Abtretung haben sie ja ihre Rechte zuvor an dich übertragen, so dass du alleiniger Forderungsinhaber geworden bist und das Urteil deine Freunde dadurch gerade nicht gebunden hat.

(Einen eigenen Anspruch hatte ich ursprünglich nicht, weil INWA bei mir selbst noch gezahlt hatte.) Durch Zusammenlegung beider Forderungen verdoppelte sich der eingeklagte Betrag, die Anwaltskosten erhöhten sich aber nicht (aufgrund des Studenmodells).

Du meinst Stundenmodell? Das kann zwar sein. Dabei muss man aber bedenken, dass man vor Gericht immer nur die gesetzlichen Gebühren erstattet bekommt, selbst wenn man gewinnt. Ist das Honorar nach Stunden höher, was bei niedrigeren Gegenstandswerten schnell sein kann, bleibt man auf der Differenz in jedem Fall sitzen. Deswegen unterliegen solche Honorarvereinbarungen auch besonderen Anforderungen.

spl

das diese maulhelden damit den wirklichen klägern einen bärendiensterweisen, sehen diese pfeifen nicht ein.
99% dieser pfeifen zahlen nämlich nach dem ersten bösen schreiben des gläubigers.
peso
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[1.3.3.1.1.1.2] Keks antwortet auf spl
20.08.2006 14:41
Benutzer spl schrieb:
Wenn sie die Ansprüche abgetreten haben, ist das aber weder eine Sammelklage noch eine Streitgenossenschaft. Mit der Abtretung haben sie ja ihre Rechte zuvor an dich übertragen, so dass du alleiniger Forderungsinhaber geworden bist und das Urteil deine Freunde dadurch gerade nicht gebunden hat.

Aber ich hab die Forderungen gesammelt. ;)

(Einen eigenen Anspruch hatte ich ursprünglich nicht, weil INWA bei mir selbst noch gezahlt hatte.) Durch Zusammenlegung beider Forderungen verdoppelte sich der eingeklagte Betrag, die Anwaltskosten erhöhten sich aber nicht (aufgrund des Studenmodells).

Du meinst Stundenmodell?

Nein, Stufenmodell.

Liebe Grüße, Keks
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[1.3.3.1.1.1.2.1] RE: Sammelklage? - Gibt es nicht! und jetzt!!???
kater110 antwortet auf Keks
21.08.2006 17:44
Ist ja alles schön und gut mit der klage...
Aber was mach ich jetzt am besten??
Wie / Was kann ich dagegen machen?
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[1.3.3.1.1.1.2.1.1] kater110 antwortet auf kater110
21.08.2006 18:03
Ist ja alles schön und gut mit der klage...
Aber was mach ich jetzt am besten?? Wie / Was kann ich dagegen machen?

Habe gerade bei den Lumpen angerufen, Sie werden meinen Vertrag fristlos und sofort kündigen.
Desweitern werden (so sagte der nette Herr am Tel.mir)die letzten Beiträge bei der nächsten Rachnung von -com wieder gut geschrieben.

DA Bin ich mal gespannt!!
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[1.3.3.1.1.1.2.1.1.1] bm22 antwortet auf kater110
22.08.2006 10:23
Nach meinem Wissen war ein Sammelverfahren und keine Sammelklage gemeint.

Vielleicht berichtet die Presse auch ein bißchen anders, als es gesagt wurde!? Aus Sammelverfahren wird schnell mal eine Sammelklage - hört sich doch viel besser an!

Gruß
bm