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Unsinnige Vergleichsgrundlagen


12.07.2005 12:14 - Gestartet von Bodenseemann
Ständig wird bei der kritisierung von Tarifen folgende oder ähnliche Vergleichsgrundlage gebracht:

" wonach es hierzulande ein Senkungspotenzial von etwa 50 Prozent gegenüber dem Durchschnittsentgelt der zehn EU-Länder mit den geringsten Entgelten und 85 Prozent gegenüber dem Durchschnittswert der drei günstigsten Länder gebe"

Der durchschnitt der 10 günstigsten und der durchschnitt der 3 günstigsten??? Was ist das???
Es gibt 25 EU-Länder! Weder 10 noch 3!!! In den 25 EU-Ländern haben die meisten ein niedrigeres Preisniveau als die BRD. Leider wurden in der Meldung keine Zahlen genannt, auf die sich der Interessenverband bezieht. Ist beispielsweise in Polen der Preis um 20% niedriger als in Deutschland, dann ist dieser REAL (und das ist ausschalaggeben) viel teurer.

So wie der Interessenverband den Vergleich anbringt ist er rein gar nix wert. Eigentlich sollte man solch eine Aussage nicht einmal zizieren und statt dessen schreiben: "Leider möchte der Interessenverband Vertreter keine sinnvollen Statistiken verwenden und kann somit seine Argumente nicht untermauern. Statt dessen wird versucht durch selektive Auswahl einer partiellen Wahrheit sich diese hinzubiegen. Wir haben die wirklichen Zahlen für sie recherchiert ..." DAS wäre mal guter Journalismus.

BM
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[1] Bereitstellungspreis 36,6% unter dem europäischen Durchschnitt
kamischke antwortet auf Bodenseemann
12.07.2005 14:56
Laut Jahresbericht der RegTP entspricht der monatliche Preis für die Anschlussleitungen in Deutschland mit 11,80 Euro etwa dem europäischen Durchschnitt, der bei 11,23 Euro liegt.
Ende 2004 waren 1,96 Millionen Anschlüsse vermietet und damit deutlich mehr als in den anderen europäischen Ländern.
Mit der im April 2005 erfolgten erneuten Absenkung der TAL-Miete auf jetzt 10,65 € liegt man heute bereits unter dem europäischen Durchschnitt von 11,23 Euro.

https://www.teltarif.de/forum/s16286/1-17.html

Nach Einschätzung der Regulierungsbehörde werden die Wettbewerber 2005 eine Million weitere Anschlüsse bei der Deutschen Telekom mieten.
Hinsichtlich der TAL-Absatzmengen ist Deutschland in Europa führend.
So sind etwa 60 Prozent aller entbündelter TAL in Europa in Deutschland zu finden.
Die Gesamtzahl der vermieteten Leitungen von Italien, Spanien, Frankreich und Großbritannien sei halb so groß.
„Das ist für uns ein Zeichen, dass der Wettbewerb funktioniert', unterstrich der Telekom-Sprecher.


TAL-Absatzmengen im europäischen Vergleich (Stand: Juli 2004)

1. Deutschland 1.627.846 => Stand Dez. 2004 1.960.000
2. Italien 697.530
3. Finnland 95.600
4. Dänemark 53.602
5. Österreich 45.862
6. Spanien 40.302
7. Niederlande 35.625
8. Frankreich 13.056
9. Schweden 10.972
10. Tschechien 10.035
11. England 7.466

Quelle: Umsetzungsbericht der Europäischen Kommission

Bei der Nutzung der Telekom-Anschlussleitung wird neben dem monatlichen Mietpreis ein einmaliges Bereitstellungsentgelt fällig, bei der Rückgabe nochmals ein Kündigungsentgelt.
Die einmalige Gebühr für die Bereitstellung der Leitungen liegt mit 47,97 Euro laut der Regulierungsbehörde deutlich unter dem europäischen Durchschnitt von 75,67 Euro.

Bei der Begründung für eine weitere Absenkung der TAL-Miete orientierte sich die Breko(ein anderer Verband) Z.B. nur auf die fünf Länder mit der niedrigsten TAL-Miete:

1. Italien 8,30 €
2. Dänemark 8,60 €
3. Niederlande 9,60 €
4. Österreich 10,90 €
5. Finnland 11,30 €

Durchschnitt: 9,74 € (Deutschland seit April 10,65 €)


Würde man aber auch dieselbe Preistransparenz für die Bereitstellung der Leitungen in diesen Ländern ansetzen, müsste man eine Erhöhung des Bereitstellungs-Preises von über 19 € ebenfalls akzeptieren.

1. Italien 37,00 €
2. Dänemark 46,40 €
3. Niederlande 28,80 €
4. Österreich 54,50 €
5. Finnland 168,40 €

Durchschnitt: 67,02 € (Deutschland z.Zt. noch 47,97 €)

Leider versäumt es der eco-Verband in seiner Begründung wie immer seine konkreten Zahlen der Studie offenzulegen.
Selbst auf den eco-Seiten wird man dazu nicht fündig.

Wie soll man sich als Leser aber ein objektives Urteil bilden,wenn man seitens der Anbieter nur mit Prozentzahlen rumjongliert?

Ist es aber nicht vielmehr so,das der Bereitstellungspreis jetzt schon 36,6% unter dem europäischen Durchschnitt liegt?

Es gilt wie immer : Traue keiner Statistik, die Du nicht selbst gefälscht hast.

Kamischke
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[1.1] Martin Kissel antwortet auf kamischke
12.07.2005 15:24
Benutzer kamischke schrieb:
Laut Jahresbericht der RegTP entspricht der monatliche Preis für die Anschlussleitungen in Deutschland mit 11,80 Euro etwa dem europäischen Durchschnitt, der bei 11,23 Euro liegt. Ende 2004 waren 1,96 Millionen Anschlüsse vermietet und damit deutlich mehr als in den anderen europäischen Ländern. Mit der im April 2005 erfolgten erneuten Absenkung der TAL-Miete auf jetzt 10,65 € liegt man heute bereits unter dem europäischen Durchschnitt von 11,23 Euro.
https://www.teltarif.de/forum/s16286/1-17.html


Ist es aber nicht vielmehr so,das der Bereitstellungspreis jetzt schon 36,6% unter dem europäischen Durchschnitt liegt? Es gilt wie immer : Traue keiner Statistik, die Du nicht selbst gefälscht hast.


Du hast die Preise für die TAL (Teilnehmeranschlußleitung) gebracht. Hier im Artikel geht es aber um LineSharing, das ist was anderes!
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[1.1.1] kamischke antwortet auf Martin Kissel
12.07.2005 15:45
Benutzer Martin Kissel schrieb:

Du hast die Preise für die TAL (Teilnehmeranschlußleitung) gebracht. Hier im Artikel geht es aber um LineSharing, das ist was anderes!


'eco fordert von der Telekom die sofortige Senkung der Einmalentgelte

Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, fordert der eco Verband als Sofortmaßnahme eine deutliche Senkung der Einmalentgelte im Bereich Line Sharing.'

Es geht hier im wesentlichen also um die Einmalentgelte und nicht um die monatlichen 2,43 € für das Linesharing.
Das wurde ja bereits kostenlos angeboten und dennoch hat es zu keiner wesentlichen Marktbelebung des Linesharings geführt.
Aber eigentlich geht das aus dem Artikel auch eindeutig so hervor.
Gut das wir dennoch verglichen haben.

Gruß Kamischke
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[1.1.1.1] Martin Kissel antwortet auf kamischke
12.07.2005 16:11
Benutzer kamischke schrieb:
Du hast die Preise für die TAL (Teilnehmeranschlußleitung) gebracht. Hier im Artikel geht es aber um LineSharing, das ist was anderes!
'eco fordert von der Telekom die sofortige Senkung der Einmalentgelte Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, fordert der eco Verband als Sofortmaßnahme eine deutliche Senkung der Einmalentgelte im Bereich Line Sharing.' Es geht hier im wesentlichen also um die Einmalentgelte und nicht um die monatlichen 2,43 € für das Linesharing.


Ich schreib nicht, daß wir die monatlichen Kosten betrachten sollen, sondern die Kosten von Line Sharing. Und das sind nicht nur die monatlichen, sondern auch die einmaligen Entgelte.

Soweit mir bekannt ist, liegen die Einmalentgelte für Line Sharing über den Einmalentgelten für die ganze TAL.

Aktuelle Preise habe ich nicht gefunden, nur veraltete aus 2002: http://www.regtp.de/aktuelles/pm/02500/index.html



Das wurde ja bereits kostenlos angeboten und dennoch hat es zu keiner wesentlichen Marktbelebung des Linesharings geführt. Aber eigentlich geht das aus dem Artikel auch eindeutig so hervor.
Gut das wir dennoch verglichen haben.


Wann wurde Line Sharing denn kostenlos angeboten?
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[1.2] Bodenseemann antwortet auf kamischke
13.07.2005 03:59
Benutzer kamischke schrieb:
Laut Jahresbericht der RegTP entspricht der monatliche Preis für die Anschlussleitungen in Deutschland mit 11,80 Euro etwa dem europäischen Durchschnitt, der bei 11,23 Euro liegt. Ende 2004 waren 1,96 Millionen Anschlüsse vermietet und damit deutlich mehr als in den anderen europäischen Ländern. Mit der im April 2005 erfolgten erneuten Absenkung der TAL-Miete auf jetzt 10,65 € liegt man heute bereits unter dem europäischen Durchschnitt von 11,23 Euro.

https://www.teltarif.de/forum/s16286/1-17.html

Nach Einschätzung der Regulierungsbehörde werden die Wettbewerber 2005 eine Million weitere Anschlüsse bei der Deutschen Telekom mieten.
Hinsichtlich der TAL-Absatzmengen ist Deutschland in Europa führend.
So sind etwa 60 Prozent aller entbündelter TAL in Europa in Deutschland zu finden.
Die Gesamtzahl der vermieteten Leitungen von Italien, Spanien, Frankreich und Großbritannien sei halb so groß. „Das ist für uns ein Zeichen, dass der Wettbewerb funktioniert', unterstrich der Telekom-Sprecher.


TAL-Absatzmengen im europäischen Vergleich (Stand: Juli 2004)

1. Deutschland 1.627.846 => Stand Dez. 2004 1.960.000
2. Italien 697.530
3. Finnland 95.600
4. Dänemark 53.602
5. Österreich 45.862
6. Spanien 40.302
7. Niederlande 35.625
8. Frankreich 13.056
9. Schweden 10.972
10. Tschechien 10.035
11. England 7.466

Quelle: Umsetzungsbericht der Europäischen Kommission

Bei der Nutzung der Telekom-Anschlussleitung wird neben dem monatlichen Mietpreis ein einmaliges Bereitstellungsentgelt fällig, bei der Rückgabe nochmals ein Kündigungsentgelt. Die einmalige Gebühr für die Bereitstellung der Leitungen liegt mit 47,97 Euro laut der Regulierungsbehörde deutlich unter dem europäischen Durchschnitt von 75,67 Euro.

Bei der Begründung für eine weitere Absenkung der TAL-Miete orientierte sich die Breko(ein anderer Verband) Z.B. nur auf die fünf Länder mit der niedrigsten TAL-Miete:

1. Italien 8,30 €
2. Dänemark 8,60 €
3. Niederlande 9,60 €
4. Österreich 10,90 €
5. Finnland 11,30 €

Durchschnitt: 9,74 € (Deutschland seit April 10,65 €)


Würde man aber auch dieselbe Preistransparenz für die Bereitstellung der Leitungen in diesen Ländern ansetzen, müsste man eine Erhöhung des Bereitstellungs-Preises von über 19 € ebenfalls akzeptieren.

1. Italien 37,00 €
2. Dänemark 46,40 €
3. Niederlande 28,80 €
4. Österreich 54,50 €
5. Finnland 168,40 €

Durchschnitt: 67,02 € (Deutschland z.Zt. noch 47,97 €)

Leider versäumt es der eco-Verband in seiner Begründung wie immer seine konkreten Zahlen der Studie offenzulegen. Selbst auf den eco-Seiten wird man dazu nicht fündig.

Wie soll man sich als Leser aber ein objektives Urteil bilden,wenn man seitens der Anbieter nur mit Prozentzahlen rumjongliert?

Ist es aber nicht vielmehr so,das der Bereitstellungspreis jetzt schon 36,6% unter dem europäischen Durchschnitt liegt?

Es gilt wie immer : Traue keiner Statistik, die Du nicht selbst gefälscht hast.

Kamischke

Naja, wirklich gefälscht ist es ja nicht. Nur die Schlussfolgerungen, die dort aufgrund der nur partiellen Daten gemacht werden sind falsch und irreführend.
Das traurige ist, daß die meisten Leser das wohl nicht verstehen. Ansonsten könnte sich ein solcher Verein gar nicht trauen eine solche Verarsche zu betreiben.

BM