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Nutzung von VoIP in Carrier-Netzen


27.03.2005 18:50 - Gestartet von talk
Hallo zusammen,

aus dem Artikel:

>Erst einige Kilometer weiter - dort, wo die Telekom das
>Telefonat an Freenet übergibt - erfolgt die Wandlung in VoIP.
>Vergleichbare technische Verfahren setzen auch ein Dutzend
>anderer Call-by-Call-Anbieter ein: Die Telefonate im eigenen
>Backbone per VoIP zu vermitteln ist günstiger als die
>herkömmliche ISDN-Technik.

Na ja... ich kann mir nicht vorstellen, daß VoIP
bislang für die Vermittlung von Inlandsgesprächen
in großem Umfang eingesetzt wird. Höchstens bei
Auslandsverbindungen über manche Billig-Vorwahlen.

Die große Ausnahme dürfte 01038 sein (setzt auf
dem IP-Netz von Telefonica auf). Das wird neben dem
01924-freenet-Angebot meiner Meinung nach wohl der
einzige CbC-Dienst sein, der komplett auf VoIP setzt.

cu talk
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[1] GKr antwortet auf talk
27.03.2005 21:54
Benutzer talk schrieb:
Hallo zusammen,

aus dem Artikel:

>Erst einige Kilometer weiter - dort, wo die Telekom das >Telefonat an Freenet übergibt - erfolgt die Wandlung in
VoIP.
>Vergleichbare technische Verfahren setzen auch ein Dutzend >anderer Call-by-Call-Anbieter ein: Die Telefonate im
eigenen
>Backbone per VoIP zu vermitteln ist günstiger als die >herkömmliche ISDN-Technik.

Na ja... ich kann mir nicht vorstellen, daß VoIP bislang für die Vermittlung von Inlandsgesprächen in großem Umfang eingesetzt wird. Höchstens bei Auslandsverbindungen über manche Billig-Vorwahlen.

Die große Ausnahme dürfte 01038 sein (setzt auf dem IP-Netz von Telefonica auf). Das wird neben dem 01924-freenet-Angebot meiner Meinung nach wohl der einzige CbC-Dienst sein, der komplett auf VoIP setzt.

cu talk

Ich glaube, das ist nicht richtig.

a) Werden tatsächlich schon jetzt von den Carriern VoIP intern in steigendem Umfang eingesetzt. Das ist ein Fakt.

b) Glaube ich von jeher, dass die VoIP-Technologie eher auf indirektem Weg zum Verbraucher kommt. Nämlich eben über diesen in Zukunft in noch viel stärkerem Maße Einsatz bei den Carriern. Der Enduser wird über fallende und dann stabil günstige Tarife partizipieren. Ohne sich spezielles VoIP-Equipment zulegen zu müssen.
Und das finde ich durchaus im Sinne aller: Carrier, Reseller, Endkunden.

GKr
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[1.1] s-elch antwortet auf GKr
28.03.2005 12:04
Benutzer GKr schrieb:
b) Glaube ich von jeher, dass die VoIP-Technologie eher auf indirektem Weg zum Verbraucher kommt. Nämlich eben über diesen in Zukunft in noch viel stärkerem Maße Einsatz bei den Carriern. Der Enduser wird über fallende und dann stabil günstige Tarife partizipieren. Ohne sich spezielles VoIP-Equipment zulegen zu müssen.

Hmm, ich befürchte dies leider auch, ziehe aber andere Schlußfolgerungen:

Und das finde ich durchaus im Sinne aller: Carrier, Reseller, Endkunden.

Genau das sehe ich zum Teil anders: Die Telekom will doch das Telefonnetz auch auf VoIP umstellen. Da war doch irgendwann mal eine Stimme, die sowas wie "2010" in den Raum gestellt hatte. Großes Problem wird aber immer stärker die letzte Meile sein. Innerhalb der VoIP-Netze ist das Telefonieren doch jetzt schon defacto kostenlos. Nur wie sollten die Gespräche dann zum Endkunden ans Telefon kommen?

Meiner Meinung nach schreit der Markt hier schon länger nach Breitband-Internet ohne Teleonanschluß. Dann hat man nämlich den Übergabepunkt direkt unter dem Tisch liegen :)

Aber wie gesagt: ich befürchte, die Telekom wird für den Endkunden auf einem ähnlichen Modell wie heute schon bleiben: "Ich verkaufe Dir den Telefon und Breitband-Internetanschluß - für 60 EUR. Was Du dann damit anstellst(meinetwegen telefoniere und surfe nur über Fremdanbieter), ist mir prinzipiell egal. Aber ich kenne euch Pappenheimer doch: genügend Leute werden trotzdem t-xxx(z.B. -online) gleich mitbestellen."

Versteht mich nicht falsch, mein Vater arbeitet bei der Telekom und ich würde der Firma wirklich gönnen, vernünftige Arbeit zu machen. Aber die RegTP verdonnert ja die Telekom zum Grundgebührwucher und den Rest zum Rosinenpicker...

Hier und da werden sich alternative Anbieter, vielleicht sogar alternative Netzstrukturen(UMTS, Wimax, Wlan) mal durchsetzen können. Ganz Deutschland wird wohl nicht versorgt werden können. Und das muss die RegTP doch sicherstellen. Wer kennt den Weg aus der Misere?

mfg Matthias
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[1.1.1] Kai Petzke antwortet auf s-elch
28.03.2005 13:12
Benutzer s-elch schrieb:

Meiner Meinung nach schreit der Markt hier schon länger nach Breitband-Internet ohne Teleonanschluß.

Der Breitband-Anschluss ohne Telefonanschluss ist sicherlich ein Thema für ein eigenes Editorial. Grundsätzlich gibt es ihn ja bereits (QSC, Broadnet Mediascape). Als Resale-Produkt der Telekom wird er ebenfalls kommen, wenn auch nicht so schnell, wie viele das gerne hätten.

Aber es gibt ja noch andere: Ob Arcor, Versatel, Tropolys und Hansenet hier demnächst aufwachen, und über gemietetes DTAG-Kupfer "DSL only" anbieten, wird der Markt zeigen. Clever wär's.


Kai
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[1.1.1.1] onlinewerkstatt antwortet auf Kai Petzke
28.03.2005 18:27
Hallo Kai,

Der Breitband-Anschluss ohne Telefonanschluss ist sicherlich ein Thema für ein eigenes Editorial.

Mach mal so ein Editorial, es würde mich brennend interessieren.

Grundsätzlich gibt es ihn ja bereits (QSC, Broadnet Mediascape).

Wie machen QSC und Broadnet das denn? Sind dies dann gemietete T-Anschlüsse, bei denen POTS einfach nicht mit aufgeschaltet wird oder wie funktioniert das?

Die Grundgebühren bei den beiden Anbietern sind aber auch nicht gerade günstiger als DSL *mit* POTS / ISDN, oder??!

Als Resale-Produkt der Telekom wird er ebenfalls kommen, wenn auch nicht so schnell, wie viele das gerne hätten.

Aber es gibt ja noch andere: Ob Arcor, Versatel, Tropolys und Hansenet hier demnächst aufwachen, und über gemietetes DTAG-Kupfer "DSL only" anbieten, wird der Markt zeigen. Clever wär's.

Mir wurde auf der CeBIT (ja, am Teltarif-Stand) prognostiziert, dass dies aber noch Jahre dauern kann, weil die RegTP hier einen längeren Zeitraum einplanen will.

Also technisch, anrechnungstechnisch und praktisch könnten es die Anbieter schon jetzt machen, hab ich das richtig verstanden?!

Zeit für ein extra Editorial ;)

Kai

Robert
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[1.1.1.1.1] Kai Petzke antwortet auf onlinewerkstatt
28.03.2005 18:37
Benutzer onlinewerkstatt schrieb:

Wie machen QSC und Broadnet das denn? Sind dies dann gemietete T-Anschlüsse, bei denen POTS einfach nicht mit aufgeschaltet wird oder wie funktioniert das?

Es sind gemietete T-Anschlusskabel (keine gemieteten T-Anschlüsse!). Ansonsten ist Deine Beschreibung richtig: Auf das Kabel wird einfach nur DSL geschaltet, kein POTS mehr.

Die Grundgebühren bei den beiden Anbietern sind aber auch nicht gerade günstiger als DSL *mit* POTS / ISDN, oder??!

TAL-Miete, Kosten für den DSL-Port usw. müssen erstmal verdient werden. Das ist mit einem reinen Datendienst natürlich schwieriger, als mit Sprach- und Datendienst auf demselben Kabel.

Mir wurde auf der CeBIT (ja, am Teltarif-Stand) prognostiziert, dass dies aber noch Jahre dauern kann, weil die RegTP hier einen längeren Zeitraum einplanen will.

Ein Resale-fähiger T-DSL-Anschluss ohne T-Telefon-Anschluss wird tatsächlich noch lange auf sich warten lassen. D.h., 1&1 oder Freenet werden nicht so schnell reine DSL-Anschlüsse im Programm haben. Wer hingegen eigene Anschlusstechnik verwendet (Arcor, Tropolys, Versatel etc.) könnte heute schon "DSL pur" anbieten, wenn er es wollte.


Kai
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[1.1.1.1.1.1] onlinewerkstatt antwortet auf Kai Petzke
28.03.2005 18:50
Benutzer Kai Petzke schrieb:

Wer hingegen eigene Anschlusstechnik verwendet (Arcor, Tropolys, Versatel etc.) könnte heute schon "DSL pur" anbieten, wenn er es wollte.

Kai

Interessante Aussage, das wollte ich wissen!

Bin Kunde bei Osnatel. Und Osnatel hat ja meines Wissens im Direktanschluss-Bereich komplett eigene Anschlusstechnik, nur eben dort nicht, wo nur Preselection möglich ist.

Interessant insofern, dass Osnatel mir vor ein paar Wochen noch erzählt hat, sie ""könnten"" DSL-only gar nicht anbieten.

Robert
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[1.1.1.1.1.1.1] klaussc antwortet auf onlinewerkstatt
28.03.2005 18:59
Benutzer onlinewerkstatt schrieb:
Benutzer Kai Petzke schrieb:

Wer hingegen eigene Anschlusstechnik verwendet (Arcor, Tropolys, Versatel etc.) könnte heute schon "DSL pur" anbieten, wenn er es wollte.

Kai

Interessante Aussage, das wollte ich wissen!

Bin Kunde bei Osnatel. Und Osnatel hat ja meines Wissens im Direktanschluss-Bereich komplett eigene Anschlusstechnik, nur eben dort nicht, wo nur Preselection möglich ist.

Interessant insofern, dass Osnatel mir vor ein paar Wochen noch erzählt hat, sie ""könnten"" DSL-only gar nicht anbieten.

Die Diskusion geht am Kern des Problems vorbei:
Die Miete des Kupferkabels kostet X Eur mtl.

Dieser Preis muss wieder rein, und diesen Preis gilt es folglich zu refinanzieren.

Ob nun ISDN, Analog, oder DSL oder eine Kombi dessen angeboten wird ist doch eigentlich egal, die Hardware an den Enden der Kupferleitungen kostet doch, verglichen mit dem CU-Kabel, nix.

Gruß

Klaus
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[1.1.1.1.1.1.1.1] Kai Petzke antwortet auf klaussc
30.03.2005 21:24
Benutzer klaussc schrieb:

Ob nun ISDN, Analog, oder DSL oder eine Kombi dessen angeboten wird ist doch eigentlich egal, die Hardware an den Enden der Kupferleitungen kostet doch, verglichen mit dem CU-Kabel, nix.

Grundsätzlich richtig. Wahrscheinlich scheuen sich aus diesem Grund auch die Stadtnetzbetreiber, "DSL only" anzubieten. Die Marge ist am Schluss dort deutlich geringer, als bei ISDN+DSL. Andererseits verschlafen damit die Anbieter womöglich abermals einen technischen Trend. Wenn dann die Telekom in zwei Jahren "DSL only" anbieten muss, und sich sofort alle Re-Seller drauf stürzen, dann hat "Big Pink" in diesem Bereich sofort wieder 90% Marktanteil. In drei Jahren meckern dann wieder alle Stadtnetzbetreiber über unfaire Praktiken...


Kai
der sich noch sehr genau daran erinnert, was ihm Arcor im Spätsommer 1999 auf die Frage zur Einführung von DSL antwortete.
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[1.1.1.1.1.1.1.1.1] klaussc antwortet auf Kai Petzke
30.03.2005 23:22
Benutzer Kai Petzke schrieb:
Benutzer klaussc schrieb:

Ob nun ISDN, Analog, oder DSL oder eine Kombi dessen angeboten wird ist doch eigentlich egal, die Hardware an den Enden der Kupferleitungen kostet doch, verglichen mit dem CU-Kabel, nix.

Grundsätzlich richtig. Wahrscheinlich scheuen sich aus diesem Grund auch die Stadtnetzbetreiber, "DSL only" anzubieten. Die Marge ist am Schluss dort deutlich geringer, als bei ISDN+DSL.

Vielleicht ist es für den Preis auch einfach nicht zu machen, die Fixkosten (Miete) sind doch erheblich, die TAL, die Ports in den meist telekomeigenen VSt, da geht einfach keine Arcor-Flat für 20 Eur ohne die 20 EUR für ISDN.

Vielleicht müsste der Preis anders zusammengesetzt werden:

Kosten für den eigentlichen Anschluss (z.B 20 Eur) + Kosten für die gewünschten Anwendungen (z.B. DSL 5 Eur, ISDN 5 Eur usw.)

Wären dann z.B. 25 Eur für DSL only + z.B. 10 Eur für die Flat... das QSC-Modell eben, nur in meinem Beispiel billiger.

Trotzdem müssen sich die Kunden erst einmal damit abfinden, dass z.B. ISDN (ohne die TAL) eben nur einen Wert von, sagen wir mal, 5 Eur hat (und man folglich bei DSL only eben nicht 2o Eur sparen kann) Oder die RegTP greift ein.

Andererseits verschlafen damit die Anbieter womöglich abermals einen technischen Trend. Wenn dann die Telekom in zwei Jahren "DSL only" anbieten muss, und sich sofort alle Re-Seller drauf stürzen, dann hat "Big Pink" in diesem Bereich sofort wieder 90% Marktanteil. In drei Jahren meckern dann wieder alle Stadtnetzbetreiber über unfaire Praktiken...

Im Moment habe ich das Gefühl, dass insbesondere Arcor der Telekom zur Zeit mehr Kunden abjagt als je zuvor. Bisher fehlten eben einfach die guten Angebote. "Operation Preis" ist wirklich mal ein tolles Angebot für "Durchschnittstelefonierer". Es wäre bestimmt mal interessant die Kundenetwicklung (Arcor-Vollanschluss) der letzten Monate zu kennen...

Gruß

Klaus


Kai der sich noch sehr genau daran erinnert, was ihm Arcor im Spätsommer 1999 auf die Frage zur Einführung von DSL antwortete.

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[1.1.1.1.1.1.1.1.1.1] Kai Petzke antwortet auf klaussc
31.03.2005 20:59
Benutzer klaussc schrieb:

Vielleicht müsste der Preis anders zusammengesetzt werden:

Kosten für den eigentlichen Anschluss (z.B 20 Eur) + Kosten für die gewünschten Anwendungen (z.B. DSL 5 Eur, ISDN 5 Eur usw.)

Ich stimme Dir hier zu. Grundsätzlich werden jedoch Marketingstrategen immer zu verhindern wissen, dass die Preise nach einem solchen leicht nachvollziehbaren Baukastensystem gebildet werden.

Trotzdem müssen sich die Kunden erst einmal damit abfinden, dass z.B. ISDN (ohne die TAL) eben nur einen Wert von, sagen wir mal, 5 Eur hat (und man folglich bei DSL only eben nicht 2o
Eur sparen kann)

Das sehe ich ebenfalls ähnlich.


Im Moment habe ich das Gefühl, dass insbesondere Arcor der Telekom zur Zeit mehr Kunden abjagt als je zuvor.

Das stimmt. Aber sie haben lange, lange gebraucht, bis sie diesen Punkt erreicht hatten. Hätte Arcor schon 1999 erkannt, wie wichtig DSL ist, hätten die heute bereits einen ganz anderen Marktanteil.


Kai
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[1.1.1.1.1.1.1.1.1.1.1] edm antwortet auf Kai Petzke
14.04.2005 17:54
Zum Beitrag von Kai:

Der Arcorvertrieb verkauft sogar DSL-Leitungen, die es definitiv nie geben wird, nur um Kunden zu "schreiben". Die Business-Hotline ist da schon etwas vorsichtiger und sagt ganz klar: "Wenn die T-Com es nicht kann können wir es auch nicht". Ende des Gespräches.

mfg Edwin
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[1.1.1.1.1.1.1.1.1.1.1.1] klaussc antwortet auf edm
15.04.2005 08:58
Benutzer edm schrieb:
Zum Beitrag von Kai:

Der Arcorvertrieb verkauft sogar DSL-Leitungen, die es definitiv nie geben wird, nur um Kunden zu "schreiben".

"Den Arcor Vertrieb" gibt es ja so, wie beschrieben, eigentlich nicht.

Arcor-Kunden werden derzeit von vielen untersch. Vertriebskanälen geworben. Umstrittentsder sicherlich die "Drückerkolonnen" in Fußgängerzonen und an Haustürklingeln.

Auch ich werbe Arcor-Kunden, wenn ich das Gebiet (Wohnort des Kunden) nicht kenne, mache ich vorher eine Abfrage. Auch zur "Wartezeitproblematik" mache ich ehrliche Angaben.

Leider macht dies aber eben nicht jeder...

Die Business-Hotline ist da schon etwas vorsichtiger und sagt ganz klar: "Wenn die T-Com es nicht kann können wir es auch nicht". Ende des Gespräches.

Wahrscheinlich wirst du an der "Privatkundenhotline" die gleiche Auskunft erhalten, nur "vor MC-Donalds in der Fussgängerzone" werden wahrscheinlich keine Verfügbarkeitsabfragen gemacht.

Gruß

Klaus

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[2] Kai Petzke antwortet auf talk
28.03.2005 13:17
Benutzer talk schrieb:

Na ja... ich kann mir nicht vorstellen, daß VoIP bislang für die Vermittlung von Inlandsgesprächen in großem Umfang eingesetzt wird.

Nimm einmal zwei ISDN-Karten, und versuche, zwischen den beiden über diverse CbC-Anbieter 64-kBit-ISDN-Datenverbindungen aufzubauen. Du wirst Dein blaues Wunder erleben, bei wie vielen Anbietern das nicht klappt. Daran ist dann oft VoIP schuld :-)

Sicherlich finden sich oft Mischinstallationen: Die ersten mit der Telekom geschalteten POPs sind noch per ISDN/SDH verkabelt, neuere hingegen schon per VoIP angeschlossen, und dergleichen mehr.


Kai
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[2.1] talk antwortet auf Kai Petzke
28.03.2005 14:47
Hallo Kai,

Benutzer Kai Petzke schrieb:

Nimm einmal zwei ISDN-Karten, und versuche, zwischen den beiden über diverse CbC-Anbieter 64-kBit-ISDN- Datenverbindungen aufzubauen. Du wirst Dein blaues Wunder erleben, bei wie vielen Anbietern das nicht klappt. Daran ist dann oft VoIP schuld :-)

Genau das wäre einer der Gründe, warum mir ein großer Einsatz
von VoIP eigentlich unwahrscheinlich erscheinen würde.
Faxübertragungen dürften in solchen Fällen ja dann wohl
auch nicht funktionieren.

Als Carrier würde ich eine solch eingeschränkte
Telefonverbindung nicht verkaufen wollen.

Übrigens: Wäre oben beschriebener Test eigentlich nicht eine
tolle Aufgabe für Teltarif? :-) Das gäbe sicher nen
informativen Artikel. Besonders bei der 01038 (VoIP auf
dem Telefonica-Netz) und dem neuen freenet-Angebot
01924-online würde mich interessieren, inwiefern Fax-
und Datenübertragungen möglich sind bzw. ob die Sprachqualität
bei normalen Telefonaten irgendwie eingeschränkt ist. ;-)

>Sicherlich finden sich oft Mischinstallationen: Die ersten
>mit der Telekom geschalteten POPs sind noch per ISDN/SDH
>verkabelt, neuere hingegen schon per VoIP angeschlossen, und
>dergleichen mehr.

Um bei der Bandbreite sparen zu können, wird dann aber
wahrscheinlich nicht mit G.711 kodiert, sondern mit anderen
Codecs wie G.729 und Co? Mit G.711 braucht ein normales
Telefonat ja sogar mehr Bandbreite als beim normalen
ISDN (wegen Overhead etc.)

Und damit der betreffende Carrier wirklich einen Kostenvorteil
durch das alles hat, müßte er doch eigentlich auch auf
'richtige' Standleitungen verzichten, sich für die verschiedenen
Standorte jeweils einen Internet-Zugang zulegen und die
Gespräche dann über selbigen leiten?

cu talk
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[2.1.1] Kai Petzke antwortet auf talk
28.03.2005 18:30
Benutzer talk schrieb:

Genau das wäre einer der Gründe, warum mir ein großer Einsatz von VoIP eigentlich unwahrscheinlich erscheinen würde. Faxübertragungen dürften in solchen Fällen ja dann wohl auch nicht funktionieren.

Fax funktioniert auch da noch, wo ISDN-Daten schon nicht mehr gehen. Manchmal liegt es nur daran, dass die ISDN-Dienstekennung von den Anbietern, die VoIP verwenden, unterwegs zerstört wird. Manchmal liegt es daran, dass das IP-Netz halt doch 0,01% Paketverlust hat. Damit kommen Faxe klar (sind dann minimale Übertragungsstörungen), ISDN-Datenverbindungen aber nicht.

Übrigens: Wäre oben beschriebener Test eigentlich nicht eine tolle Aufgabe für Teltarif? :-) Das gäbe sicher nen informativen Artikel. Besonders bei der 01038 (VoIP auf dem Telefonica-Netz) und dem neuen freenet-Angebot 01924-online würde mich interessieren, inwiefern Fax- und Datenübertragungen möglich sind bzw. ob die Sprachqualität bei normalen Telefonaten irgendwie eingeschränkt ist. ;-)

Interessant wäre es auf jeden Fall, aber ich befürchte, dass der Aufwand da schnell ausufert.

Um bei der Bandbreite sparen zu können, wird dann aber wahrscheinlich nicht mit G.711 kodiert, sondern mit anderen Codecs wie G.729 und Co? Mit G.711 braucht ein normales Telefonat ja sogar mehr Bandbreite als beim normalen ISDN (wegen Overhead etc.)

Wenn Du im Weitverkehrsbereich Standleitungen mietest, steigen die Preise deutlich unterproportional mit der genutzten Bandbreite. Da sich IP bzw. MPLS deutlich leichter aggregieren lässt, ist es zudem deutlich leichter, für IP-Bandbreiten einen "Untermietvertrag" mit einem anderen Carrier abzuschließen, der dort eh schon eine Mietleitung unterhält, diese aber noch nicht ausgelastet hat.


Kai
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[2.1.1.1] klaussc antwortet auf Kai Petzke
28.03.2005 18:54
Benutzer Kai Petzke schrieb:
Benutzer talk schrieb:

Genau das wäre einer der Gründe, warum mir ein großer Einsatz von VoIP eigentlich unwahrscheinlich erscheinen würde. Faxübertragungen dürften in solchen Fällen ja dann wohl auch nicht funktionieren.

Fax funktioniert auch da noch, wo ISDN-Daten schon nicht mehr gehen. Manchmal liegt es nur daran, dass die ISDN-Dienstekennung von den Anbietern, die VoIP verwenden, unterwegs zerstört wird. Manchmal liegt es daran, dass das IP-Netz halt doch 0,01% Paketverlust hat. Damit kommen Faxe klar (sind dann minimale Übertragungsstörungen), ISDN-Datenverbindungen aber nicht.

Übrigens: Wäre oben beschriebener Test eigentlich nicht eine tolle Aufgabe für Teltarif? :-) Das gäbe sicher nen informativen Artikel. Besonders bei der 01038 (VoIP auf dem Telefonica-Netz) und dem neuen freenet-Angebot 01924-online würde mich interessieren, inwiefern Fax- und Datenübertragungen möglich sind bzw. ob die Sprachqualität bei normalen Telefonaten irgendwie eingeschränkt ist. ;-)

Interessant wäre es auf jeden Fall, aber ich befürchte, dass der Aufwand da schnell ausufert.

Bei der VoIP-Diskusion kommt mir ein Aspekt der Sprachqualität deutlich zu kurz: Die Signallaufzeit.

Im Rahmen meiner VoIP-Euphorie habe ich mir eine FRITZ-Box zugelegt um damit Gespräche ins Mobilfunknetz zu führen.

Leider ist die Sprachqualität durch die langen Signallaufzeiten, und der daraus resultierenden Echos, unzumutbar. Insbesodere wenn z.B. auf ein Handy mit FSE im KFZ telefoniert wird.

Bevor diese Problem nicht gelöst ist finde ich es unseriös, davon zu reden, dass VoIP Festnetzqualität hat.

Gruß

Klaus
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[2.1.1.1.1] Kundenb antwortet auf klaussc
21.04.2005 14:41
Leider ist die Sprachqualität durch die langen Signallaufzeiten, und der daraus resultierenden Echos, unzumutbar. Insbesodere wenn z.B. auf ein Handy mit FSE im KFZ telefoniert wird.

Bevor diese Problem nicht gelöst ist finde ich es unseriös, davon zu reden, dass VoIP Festnetzqualität hat.

Habe gestern auf einem Seminar mit AVM Technikern gesprochen. Das Problem ist bekannt und beruht auf mehreren Ursachen.

Häufigste Ursache ist das angeschlossene Telefon wobei nebensächlich ist wie teuer es war. Besonders Gigaset DECT Telefone sind ihm schon häufiger zu Ohren gekommen (warscheinlich weil sie so verbreitet sind).

Eine andere Ursache kann die Bandbreite sein. Wenn z.B.Sonntags ganz Deutschland surft kann es beim VoIP zu Problemen kommen wenn man an einer ohnehin schwachen Leitung hängt.

Die dritte Möglichkeit ist der Server des Providers. Wenn dort was nicht richtig funktioniert geht die ganze Sache in die Hose.

Gruß Bernd
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[2.1.1.1.1.1] RE: VoIP KEIN Festnetzersatz!
klaussc antwortet auf Kundenb
22.04.2005 08:38
Benutzer Kundenb schrieb:
Leider ist die Sprachqualität durch die langen Signallaufzeiten, und der daraus resultierenden Echos, unzumutbar. Insbesodere wenn z.B. auf ein Handy mit FSE im KFZ
telefoniert wird.

Bevor diese Problem nicht gelöst ist finde ich es unseriös, davon zu reden, dass VoIP Festnetzqualität hat.

Habe gestern auf einem Seminar mit AVM Technikern gesprochen. Das Problem ist bekannt und beruht auf mehreren Ursachen.

War auch bereits auf einem AVM-VoIP Workshop. Leider hilt es nicht viel, wenn man als Reaktion auf das Problem eine Trennung von Hör- und Sprechkreis empfielt (entsprechende Geräte) da ich als Anrufer ja kaum Einfuss auf das Telefon der Angerufenen nehmen kann.

Häufigste Ursache ist das angeschlossene Telefon wobei nebensächlich ist wie teuer es war. Besonders Gigaset DECT Telefone sind ihm schon häufiger zu Ohren gekommen (warscheinlich weil sie so verbreitet sind).

Ob das so richtig ist? Es wäre außerdem um so schlimmer, weil sie so verbreitet sind.

Eine andere Ursache kann die Bandbreite sein. Wenn z.B.Sonntags ganz Deutschland surft kann es beim VoIP zu Problemen kommen wenn man an einer ohnehin schwachen Leitung hängt.

Die Bandbreite ist gar nicht mal das Problem, sondern die Laufzeiten der IP-Pakete. Eine Lösung, sehe ich derzeit nicht (einpacken, routen, nach Reihenfolge sortieren und wieder auspacken, das dauert eben...)

Die dritte Möglichkeit ist der Server des Providers. Wenn dort was nicht richtig funktioniert geht die ganze Sache in die Hose.

Ein reines VoIP Gespräch wird nicht über den Provider geführt, er übernimmt nur die Vermittlung, aushandeln des Protokoll usw. das eigentliche Gespräch wird direkt zwischen den Teilnehmern geführt. Anders sieht es natürlich aus, wenn Gespräche über Providereigene Gateways in andere Netze (Festnetz, Mobil usw.) geführt werden.

Eine ehrliche Aussage zu VoIP müsste also heißen, Gesprächsqualität ok, aber es gibt einige Einschränkungen:

Probleme bei unzureichender Entkopplung von Hör u. Sprechkreis, KFZ FSE, usw.
Laufzeitprobleme, nix für Menschen die sich gerne ins Wort fallen.
Zusätzliche Verschlechterung der Qualität bei höherer Netzauslastung.

Alles in allem KEIN Festnetzersatz!

Gruß

Klaus
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[2.1.1.1.1.1.1] Kundenb antwortet auf klaussc
22.04.2005 11:36
Die Bandbreite ist gar nicht mal das Problem, sondern die Laufzeiten der IP-Pakete. Eine Lösung, sehe ich derzeit nicht (einpacken, routen, nach Reihenfolge sortieren und wieder auspacken, das dauert eben...)

Doch genau ist das Problem. Wenn das Paket erst über Tokio läuft bis es im Haus nebenan ankommt ist das schon ärgerlich. Bei Sprachdiensten kann man das meist noch verkraften aber bei anderen Diensten sieht es doch dann eher böse aus.

Ein reines VoIP Gespräch wird nicht über den Provider geführt, er übernimmt nur die Vermittlung, aushandeln des Protokoll usw. das eigentliche Gespräch wird direkt zwischen den Teilnehmern geführt. Anders sieht es natürlich aus, wenn Gespräche über Providereigene Gateways in andere Netze (Festnetz, Mobil usw.) geführt werden.

Genau darüber reden wir. Ich gehe nicht davon aus mein Gegenüber schon VoIP hat. Ich habe es jetzt seit fast einem Jahr und hatte anfangs ebenfalls Probleme. Die mußte ich damals noch selbst lösen weil es noch keine richtigen Erfahrungen gab mit dem Thema. Zuerst habe ich die Bandbreite des Anschlusses verdoppelt und verdreifacht. Es hat lange gedauert bis ich auf die Idee kam es mal mit einem anderen Telefon zu probieren.

Eine ehrliche Aussage zu VoIP müsste also heißen, Gesprächsqualität ok, aber es gibt einige Einschränkungen:

Ehrliche Aussage meinerseits würde lauten: Es kann Einschränkungen geben, aber das liegt meist an einem selbst.

Zusätzliche Verschlechterung der Qualität bei höherer Netzauslastung.

Das sehe ich genauso. Doch mit zunehmendem Netzausbau wird das hoffendlich irgendwann der Vergangenheit angehören.

Alles in allem KEIN Festnetzersatz!

Mittelfristig denke ich das es das normale Telefon ersetzen wird. Allerdings wird es bis dahin noch viele Hürden zu meistern geben bis es soweit ist. Ich habe auch viel geflucht, aber ich habe die Probleme in den Griff bekommen. Also laß uns VoIP lieber als Chance sehen denn als Fluch. Immerhin gehören wir zu ersten die es nutzen.

Wahrscheinlich werden künftige Telefone ein Gütesiegel, 'VoIP certified' tragen müssen ;-)

Wenn wir nicht die ersten Erfahrungen machen und verbreiten wird uns die Industrie später für dumm verkaufen und uns den letzten Schrott anzudrehen versuchen.

Ich jedenfalls telefoniere im Büro nur noch per VoIP und es funktioniert, dank eigener Fummelei, einwandfrei. Kein rauschen, keine Echos. Nur ab und zu fällt der Server aus, aber dann *11# und weiter per Festnetz. Die Telefonkosten sind von über 200€ auf 20€ gefallen und werden mit dem neuen 1&1 Tarif nochmals fallen.

Gruß Bernd