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GEZ-Gebühren!


22.03.2005 18:31 - Gestartet von Cheeseburger
Tja, die Privatsender müssen halt jeden Cent den sie ausgeben zweimal umdrehen und können die GEZ Gelder so verschwenden, wie es die öffentlich-rechtlichen Sender tun.

Verstehe sowieso nicht warum es noch GEZ-Gebühren gibt. Schließlich verschaffen sich damit die öffentlich-rechtlichen Sender ein Wettbewerbsvorteil.
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[1] baesserWisser antwortet auf Cheeseburger
22.03.2005 19:13
Benutzer Cheeseburger schrieb:

Verstehe sowieso nicht warum es noch GEZ-Gebühren gibt.

u.a. um die privaten zu beaufsichtigen...
sinnvoll - wie ich meine ;)

b.w.
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[1.1] Aky antwortet auf baesserWisser
23.03.2005 10:47
Benutzer baesserWisser schrieb:
Benutzer Cheeseburger schrieb:

Verstehe sowieso nicht warum es noch GEZ-Gebühren gibt.

u.a. um die privaten zu beaufsichtigen...
sinnvoll - wie ich meine ;)

Ok, ich möchte nur die Privaten gucken und hören - wie hoch ist der Teil der Rundfunkgebühren, der dafür verwendet wird, die Privaten zu beaufsichtigen? Braucht man für die paar Cent extra eine Institution wie die GEZ?

Die Frage von Cheeseburger ist durchaus berechtigt.

Aky
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[1.1.1] baesserWisser antwortet auf Aky
23.03.2005 18:06
Benutzer Aky schrieb:
Benutzer baesserWisser schrieb:
Benutzer Cheeseburger schrieb:

Verstehe sowieso nicht warum es noch GEZ-Gebühren gibt.

u.a. um die privaten zu beaufsichtigen...
sinnvoll - wie ich meine ;)

Ok, ich möchte nur die Privaten gucken und hören - wie hoch ist der Teil der Rundfunkgebühren, der dafür verwendet wird, die Privaten zu beaufsichtigen? Braucht man für die paar Cent extra eine Institution wie die GEZ?

wie gesagt - die ist nur "unter anderem" dafür zuständig ;)
sicher mag es verlockend sein, nur noch privatfernsehen zu haben und keinen gez-beitrag zu entrichten...
und wenn das dann alle so machen, haben wir halt nur noch die privaten und die bauen dann dvb-t wenn überhaupt nur in den metropolen aus - im kabel dann dasselbe...
und die berichterstattung ist nur den geldgebern - sprich der wirtschaft - verpflichtet...
nein - vielen dank - dann zahl ich halt für euch zwei auch noch die gez-gebühren mit ;)

Die Frage von Cheeseburger ist durchaus berechtigt.

u. a. auch um die Grundversorgung zu sichern - sowas rechnet sich halt privatwirtschaftlich nicht...

Aky

na - schon GEZahlt ;-)
ein sonniges wochenend dann noch
b.w.
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[1.1.1.1] Aky antwortet auf baesserWisser
26.03.2005 23:42
Benutzer baesserWisser schrieb:
sicher mag es verlockend sein, nur noch privatfernsehen zu haben und keinen gez-beitrag zu entrichten...
und wenn das dann alle so machen, haben wir halt nur noch die privaten

Kann man so nicht sagen: Es gibt dann zwar tatsächlich nur noch privaten Rundfunk, aber neben den heutigen Privaten wird es dann auch "niveauvollere", "anspruchsvollere" und "qualitativ hochwertigere" private Programme geben. Wenn die ÖR wegfallen bzw. privatisiert werden, bleibt das Interesse an solchen Programminhalte ja trotzdem bestehen und wird dementsprechend auch für private Programmveranstalter lukrativ. Und mal ehrlich: Was wäre schlimm daran, wenn "Bob Ross: The Joy of Painting" wegfiele, die Lindenstraße nicht an fast jedem Wochentag auf mindestens einem dritten Programm wiederholt würde, und die 20 Uhr-Tagesschau nicht mehr auf 12 Sendern gleichzeitig liefe? Und das sind nur drei Beispiele für völlig überflüssige ÖR Gebührenverschwendung.

und die bauen dann dvb-t wenn überhaupt nur in den metropolen aus

Ja und? Was soll denn auch der Unfug, in dünn besiedelten Gebieten Programme terrestrisch zu verbreiten? Dort muß man heute schon mit Dachantennen empfangen, und die sind teurer als ´ne Sat-Schüssel inkl. Receiver!

- im kabel dann dasselbe...

Nö! Wenn die Kabelnetzbetreiber frei entscheiden dürften, was sie wie (analog oder digital oder beides) einspeisen, wären viel mehr Sender digital zu empfangen als heute!

und die berichterstattung ist nur den geldgebern - sprich der wirtschaft - verpflichtet...

Oder den freiwillig (!) zahlenden Abonnenten! Pay-TV kommt ja unter anderem auch deshalb in Deutschalnd nicht so recht in Fahrt, weil es neben den werbefinanzierten Privaten schon das "Zwangs-Pay-TV" ÖR Rundfunk gibt. Wenn man nur die Wahl zwischen "kostenlos, aber mit viel Werbung" und "Pay-TV ohne Werbung" hätte, gäbe es einen Markt für mehrere Pay-TV-Anbieter, vor allem auch für all die Programminhalte, die jetzt von den ÖR "besetzt" sind. Nicht umsonst hatte ich an anderer Stelle die Rundfunkgebühren als "marktverzerrende Subventionen" bezeichnet!

nein - vielen dank - dann zahl ich halt für euch zwei auch noch die gez-gebühren mit ;)

Danke für das Angebot, mit wäre es aber viel lieber, wenn jeder von vornherein für das bezahlen müßte, was er auch wirklich nutzt, und nicht pauschal für so hanebüchene, abstrakte Merkmale wie "Vorhandensein eines Empfangsgerätes"!

u. a. auch um die Grundversorgung zu sichern - sowas rechnet sich halt privatwirtschaftlich nicht...

Dann definiere "Grundversorgung": Meiner Meinung nach braucht man dafür heutzutage weder flächendeckende terrestrische Verbreitung noch ÖR Sender!

Aky
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[2] sveNhAL71 antwortet auf Cheeseburger
23.03.2005 11:31
Benutzer Cheeseburger schrieb:
Tja, die Privatsender müssen halt jeden Cent den sie ausgeben zweimal umdrehen und können die GEZ Gelder so verschwenden, wie es die öffentlich-rechtlichen Sender tun.

Verstehe sowieso nicht warum es noch GEZ-Gebühren gibt. Schließlich verschaffen sich damit die öffentlich-rechtlichen Sender ein Wettbewerbsvorteil.

Naja, die privaten Sender verdienen ja hauptsächlich an der Werbung, welche wesentlich häufiger ist als bei den Öffentlichen.
Damit gehen die Sendungen bei den Privaten immer sehr lang, weil man ständig sehr lange Werbeblöcke drin hat.
Diese Werbunge bezahle ich dann eben über die Produkte.

S.
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[2.1] Aky antwortet auf sveNhAL71
23.03.2005 12:25
Benutzer sveNhAL71 schrieb:

Naja, die privaten Sender verdienen ja hauptsächlich an der Werbung, welche wesentlich häufiger ist als bei den Öffentlichen.
Damit gehen die Sendungen bei den Privaten immer sehr lang, weil man ständig sehr lange Werbeblöcke drin hat. Diese Werbunge bezahle ich dann eben über die Produkte.

Richtig. Wer nur Privatsender nutzt, zahlt demnach sogar doppelt: Im Laden für die Produkte, weil er der häufigen Werbung auf den Privaten ausgesetzt ist, und zusätzlich noch die Rundfunkgebühr, zu der er gezwungen ist.

Wieder ein gutes Argument gegen die Rundfunkgebühren in ihrer jetzigen Form, bei der die tatsächliche Nutzung keinerlei Beachtung findet.

Aky
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[2.1.1] sveNhAL71 antwortet auf Aky
23.03.2005 13:11
Benutzer Aky schrieb:
Benutzer sveNhAL71 schrieb:

Naja, die privaten Sender verdienen ja hauptsächlich an der Werbung, welche wesentlich häufiger ist als bei den Öffentlichen.
Damit gehen die Sendungen bei den Privaten immer sehr lang, weil man ständig sehr lange Werbeblöcke drin hat. Diese Werbunge bezahle ich dann eben über die Produkte.

Richtig. Wer nur Privatsender nutzt, zahlt demnach sogar doppelt: Im Laden für die Produkte, weil er der häufigen Werbung auf den Privaten ausgesetzt ist, und zusätzlich noch die Rundfunkgebühr, zu der er gezwungen ist.

Wieder ein gutes Argument gegen die Rundfunkgebühren in ihrer jetzigen Form, bei der die tatsächliche Nutzung keinerlei Beachtung findet.

Aky


Mir schmecken die GEZ auch nicht.
Aber soweit ich weiß werden mit den Geldern nicht nur die Sender bezahlt.
Zum Beispiel auch der Ausbau des Fernsehnetzes oder Terrestrisches Digitales Fernsehen.

S.
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[2.1.1.1] Aky antwortet auf sveNhAL71
23.03.2005 16:15
Benutzer sveNhAL71 schrieb:

Mir schmecken die GEZ auch nicht. Aber soweit ich weiß werden mit den Geldern nicht nur die Sender bezahlt.
Zum Beispiel auch der Ausbau des Fernsehnetzes oder Terrestrisches Digitales Fernsehen.

Das weiß ich nicht so genau. Im teltarif-Artikel hieß es ja, daß DVB-T ohne die Privaten nicht realisiert werden kann, und denen waren de Kosten zu hoch. Daraus schließe ich, daß der DVB-T-Ausbau zum nicht unerheblichen Teil auch von den Privaten finanziert wird bzw. in Hessen hätte finanziert werden sollen.

Und der von den Privaten zu leistende Anteil stammt nicht aus Zwangsgebühren (= marktverzerrende Subventionen!), die Privaten müssen ihr Geld ehrlich verdienen (Werbung bei Free-TV, FREIWILLIGE Abogebühren bei Pay-TV) und sich die Frage nach der Wirtschaftlichkeit ihrer Investitionen stellen. Die ÖR können das Geld ja (mehr oder weniger) raushauen, wofür sie wollen, zur Not werden halt wieder die Rundfunkgebühren erhöht und das ganze dann als "Bedarf" deklariert - es besteht aber eher der dringende Bedarf nach Privatisierung, wie sie der Bahn, der Post und der Telekom ja auch ganz gut getan hat!

Satelliten- bzw. Kabelnetzbetreiber sind Privatunternehmen, denen die Sender Geld für die Übertragung ihrer Programme zahlen - warum sollte die terrestrische Verbreitung nicht auch in die Hände privater Sendernetzbetreiber gelegt werden? Wenn sich die terrestrische Verbreitung in dünn besiedelten Gebieten wirtschaftlich nicht lohnt, dann ist das halt so, dafür gibt´s ja den viel billigeren Sat-Empfang. Es muß ja nicht flächendeckend terrestrischer Empfang gewährleistet werden, weder analog noch digital. Auf dem Land empfängt sowieso schon fast jeder über Satellit, so daß selbst die analoge terrestrische Verbreitung vielerorts jetzt schon rausgeschmissenes Geld ist. Und Geld rausschmeißen tun nur die Öffentlich-rechtlichen, ist ja das Geld der Rundfunkgebührenzahler!

Aky
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[2.1.1.1.1] mcfree antwortet auf Aky
23.03.2005 22:15
Benutzer Aky schrieb:
Benutzer sveNhAL71 schrieb:


>............. Und Geld rausschmeißen tun nur die
Öffentlich-rechtlichen, ist ja das Geld der Rundfunkgebührenzahler!

Aky

Dazu lest mal das:

http://www.presseportal.de/story.htx?nr=636007&search=gez

ich seh die rundfunkgebühren schon die 20€ marke überschreiten. die kohle muss ja irgendwo wieder ein kommen....;-) bin ich froh, dass ich bald arbeitslos werde....:-D

gruß mc free
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[2.1.2] koelli antwortet auf Aky
23.03.2005 19:07
Benutzer Aky schrieb:
Richtig. Wer nur Privatsender nutzt, zahlt demnach sogar doppelt: Im Laden für die Produkte, weil er der häufigen Werbung auf den Privaten ausgesetzt ist, und zusätzlich noch die Rundfunkgebühr, zu der er gezwungen ist.

Wieder ein gutes Argument gegen die Rundfunkgebühren in ihrer jetzigen Form, bei der die tatsächliche Nutzung keinerlei Beachtung findet.

Wenn ich deine Argumentation verwenden darf: Ich zahle über meine Steuergelder auch den Ausbau des Autobahnnetzes, obwohl ich kein Auto nutze. Tja, ist nun mal so, da nützt es nichts, sich als Nicht-Nutzer zu beschweren.
Und was glaubst du würde mit den öffentlichen Sendern passieren, wenn es keine Zwangs-Gebühren gäbe? Richtig, sie würden pleite gehen (vor allem Arte) oder zumindest ihr Niveau nicht halten können, da erstens zu wenig Leute freiwillig zahlen würden und zweitens die Werbeindustrie kein Interesse an Kultursendungen hat! Wenn man aber diese hochwertige Information erhalten will, geht kein Weg an einer Gemeinschaftsgebühr vorbei.
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[2.1.2.1] Aky antwortet auf koelli
26.03.2005 22:40
Benutzer koelli schrieb:

Wenn ich deine Argumentation verwenden darf: Ich zahle über meine Steuergelder auch den Ausbau des Autobahnnetzes, obwohl ich kein Auto nutze.

Genau da liegt der grundsätzliche Unterschied zwischen Steuern und Gebühren: Die Verwendung von Steuergeldern ist unabhängig von ihrer Herkunft, Gebühren dagegen werden zur Deckung genau der Kosten verwendet, die durch die unmittelbar mit ihnen in Verbindung stehenden Dienstleistung entstehen.
Steuern werden im wesentlichen einkommensabhängig festgelegt, die GEZ-Gebühren werden aber ganz konkret für das Bereithalten eines Empfangsgerätes erhoben. Das Bereithalten eines Empfangsgerätes ist aber, spätestens seit es privaten Rundfunk gibt, KEIN Merkmal für die Inanspruchnahme der Dienstleistung "ÖR Rundfunk" mehr.

Und was glaubst du würde mit den öffentlichen Sendern passieren, wenn es keine Zwangs-Gebühren gäbe?

Sie würden endlich privatisiert; solche, die mit ihrem Programm auf Interesse bei einer Zielgruppe stoßen, leben entweder als Pay-TV oder als werbefinanziertes Free-TV weiter, und die, die ihr Programm an jeglicher Zielgruppe vorbei produzieren, gehen völlig zu recht pleite.

Richtig, sie würden pleite gehen (vor allem Arte) oder zumindest ihr Niveau nicht halten können, da erstens zu wenig Leute freiwillig zahlen würden und zweitens die Werbeindustrie kein Interesse > an Kultursendungen hat!

Sehe ich anders! Es würde nicht mehr arte, Phoenix, ZDF Kulturkanal und die ganzen ÖR Spartensender mit jeweils homöopathischen Zuschauerzahlen geben, es würde nur noch genau einen Kulturkanal geben; für diesen einen Kanal gibt es aber eine ausreichend große Zielgruppe, die entweder bereit ist, genau für dieses Programm zu zahlen, oder die für ausreichend hohe Preise der Werbeminuten sorgt. Wenn das Programm so niveauvoll ist, sollte es doch genügend kaufkräftige Zuschauer geben, so daß die Werbeminuten begehrt wären. Oder diese kaufkräftigen Zuschauer wären auch gern bereit, für das niveauvollere Programm zu zahlen.

Wenn man aber diese hochwertige Information erhalten will, geht kein Weg an einer Gemeinschaftsgebühr vorbei.

Wenn das Programm so hochwertig íst, wie die ÖR-Verteidiger und Rundfunkgebührverfechter immer wieder ins Feld führen, dürfte es ja kein Problem sein, für ÖR Pay-TV genügend freiwillig (!)zahlende Abonnenten zu finden, oder für ÖR Free-TV genügend Werbekunden: Wer gutes Programm macht, hat hohe Einschaltquoten, kann seine Werbeminuten teuer verkaufen und sich daraus wunderbar finanzieren. Für die Werbeminuten direkt vor oder nach der Tagesschau beispielsweise könnte die "Das Erste"-AG bestimmt zehnmal so hohe Preise verlangen wie RTL für die Minuten vor oder nach den RTL 2 News um die selbe Zeit!

Aky
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[2.1.2.1.1] koelli antwortet auf Aky
27.03.2005 18:49
Benutzer Aky schrieb:
Wenn das Programm so hochwertig íst, wie die ÖR-Verteidiger und Rundfunkgebührverfechter immer wieder ins Feld führen, dürfte es ja kein Problem sein, für ÖR Pay-TV genügend freiwillig (!)zahlende Abonnenten zu finden, oder für ÖR Free-TV genügend Werbekunden: Wer gutes Programm macht, hat hohe Einschaltquoten, kann seine Werbeminuten teuer verkaufen und sich daraus wunderbar finanzieren.

Es gibt nur leider drei Denkfehler in deiner Argumentation:
1.) Die Werbeindustrie ist nicht interessiert an Leuten über 50 und schon gar nicht an einem kulturellen Sendeumfeld.

2.) Wenn nun auch noch ein Kulturkanal wie arte Werbung senden müsste, hätte er noch weniger Zuschauer! Es gibt nämlich genug Leute, die (ob TV oder Radio) auf werbefreie Sender ausweichen, um der furchtbaren Werbeflut zu entgehen!

3.) Wer sollte entscheiden, ob die Sender zukünftig ihre Zuseher mit Werbung vergraulen oder doch lieber durch eine Abogebühr? Denn das ist doch klar: Der typische RTL2-Seher würde niemals ein solches Abo abschließen. Muss er aber per Gesetz GEZ zahlen, so schaltet er doch manchmal beim Zappen durch die öffentlichen Sender und bekommt doch noch etwas hochwertige Information mit, die ihm ohne Abo entgangen wäre, wodurch sein Niveau dank RTL2 und Blöd-Zeitung noch weiter gesunken wäre...
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[2.1.2.1.1.1] Aky antwortet auf koelli
27.03.2005 20:22
Benutzer koelli schrieb:

1.) Die Werbeindustrie ist nicht interessiert an Leuten über > 50 und schon gar nicht an einem kulturellen Sendeumfeld.

Die Anzahl an Sendern für eine bestimmte Zielgruppe, egal, ob werbefinanziertes Free-TV oder Pay-TV, ergibt sich aus der Größe der Zielgruppe. Ist das Interesse an kulturell anspruchsvollen Inhalten insgesamt gering, gibt es halt nur wenige Kulturkanäle. Deren Zuschauerzahlen sind dann aber relativ hoch, da sich ja alle kulturell Interessierten auf diese wenigen Sender veteilen. Und wenn die Zuschauerzahlen stimmen, können die Sender ihre Werbeminuten auch gut verkaufen, vorrangig an Firmen, die Produkte für genau diese Zielgruppe bewerben wollen. Ist die Zielgruppe unterdurchschnittlich empfänglich für Werbung, reduziert sich die Anzahl der Sender halt noch etwas weiter.

2.) Wenn nun auch noch ein Kulturkanal wie arte Werbung senden müsste, hätte er noch weniger Zuschauer! Es gibt nämlich genug Leute, die (ob TV oder Radio) auf werbefreie Sender ausweichen, um der furchtbaren Werbeflut zu entgehen!

Werbefrei heißt dann Pay-TV. Welche Finanzierungsform von welcher Zielgruppe eher angenommen wird, kann der Programmveranstalter ja selber entscheiden. Wenn Werbung in Zusammenhang mit kulturellen Inhalten nicht angenommen wird, muß man solch ein Programm halt durch Abo-Gebühren finanzieren. Diese richten sich nach den Kosten für das Programm sowie den Zuschauerzahlen. Wenn letztere zu gering sind, hat das Programm eben keine Daseinsberechtigung. Aber das ist doch auch ok: Je mehr Interesse insgesamt an bestimmten Inhalten besteht, desto mehr Sender wird es davon geben. Wenn das Interesse an Kultur nun mal gering ist, gibt´s halt nur einen Kulturkanal. Warum dürfen nicht Angebot und Nachfrage den Markt bestimmen?

3.) Wer sollte entscheiden, ob die Sender zukünftig ihre Zuseher mit Werbung vergraulen oder doch lieber durch eine Abogebühr?

Die Sender selbst natürlich! Und die müssen sich nach den Wünschen ihrer Zielgruppe richten. Man braucht keinen Diktator, der das vorschreibt!

Denn das ist doch klar: Der typische RTL2-Seher würde niemals ein solches Abo abschließen.

Und dazu sollte er auch nicht gezwungen werden!

Muss er aber per Gesetz GEZ zahlen, so schaltet er doch manchmal beim Zappen durch die öffentlichen Sender und bekommt doch noch etwas hochwertige Information mit, die ihm ohne Abo entgangen wäre, wodurch sein Niveau dank RTL2 und Blöd-Zeitung noch weiter gesunken wäre...

Dann muß man aber auch kosequent sein und die Bild ausschließlich im Zwangsbundle mit der FAZ verkaufen! Warum wird das nicht gemacht? Jedenfalls ist die Antwort auf diese Frage ganz genau der Grund, warum ich Rundfunkgebühren ablehne!

Mir mißfällt bei den ganzen Diskussionen um die Rundfunkgebühr übrigens sehr, daß es jedesmal ziemlich schnell nicht mehr um grundsätzliche Finanzierungsmodelle beliebiger Programme geht, sondern um Programminhalte sowie deren Qualität. Mich interessiert aber einzig und allein die Frage, ob es wünschenswert oder sinnvoll ist, eine Gebühr zu erheben unabhängig davon, ob die entsprechende Leistung in Anspruch genommen wird. Ich meine eindeutig nein, jeder soll für das zahlen, was er tatsächlich in Anspruch nimmt. Einzige Ausnahme: Steuern. Wenn eine Grundversorgung gewünscht ist, soll dieses eine (!) dazu notwendige Programm sowie dessen Verbreitung aus Steuergeldern finanziert werden.

Aky
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[2.1.3] Cheeseburger antwortet auf Aky
23.03.2005 23:16
Benutzer Aky schrieb:
Benutzer sveNhAL71 schrieb:

Naja, die privaten Sender verdienen ja hauptsächlich an der Werbung, welche wesentlich häufiger ist als bei den Öffentlichen.
Damit gehen die Sendungen bei den Privaten immer sehr lang, weil man ständig sehr lange Werbeblöcke drin hat. Diese Werbunge bezahle ich dann eben über die Produkte.

Richtig. Wer nur Privatsender nutzt, zahlt demnach sogar doppelt: Im Laden für die Produkte, weil er der häufigen Werbung auf den Privaten ausgesetzt ist, und zusätzlich noch die Rundfunkgebühr, zu der er gezwungen ist.

Wieder ein gutes Argument gegen die Rundfunkgebühren in ihrer jetzigen Form, bei der die tatsächliche Nutzung keinerlei Beachtung findet.

Aky

Verstehe sowieso nicht, warum sich Europa zu den GEZ-Gebühren in Deutschland gemeldet hat.
Gegen das Buchbindungsgesetz hab es ja schon Gegenstimmen!
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[3] weblixx antwortet auf Cheeseburger
24.03.2005 12:48
Ich verstehe die ganze aufregung um die GEZ-Gebühren nicht. für 16,15 € im monat krieg ich neben ARD, ZDF, sieben Dritten auch noch arte, 3sat, KiKa, Phoenix, BRalpha und obendrauf noch die digital-pakete ARD digital und ZDF.vision. Macht zusammen 20 TV-programme. Jedes Programm kostet mich 81 Cent im Monat! Die unzähligen Radioprogramme habe ich jetzt gar nicht berücksichtigt.

und was läuft bei Premiere? Derrick, der Alte, Rosenheim-Cops! toll, alles schon x-mal beim zdf runtergenudelt. aber bitte... zahlt doch teuer dafür.

und wenn ich mir nachrichtensendungen und magazine bei den kommerz-sendern ansehe, na mahlzeit.

weblixx
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[3.1] Aky antwortet auf weblixx
26.03.2005 22:53
Benutzer weblixx schrieb:
Ich verstehe die ganze aufregung um die GEZ-Gebühren nicht. für
16,15 € im monat krieg ich neben ARD, ZDF, sieben Dritten auch noch arte, 3sat, KiKa, Phoenix, BRalpha und obendrauf noch die digital-pakete ARD digital und ZDF.vision. Macht zusammen 20 TV-programme. Jedes Programm kostet mich 81 Cent im Monat! Die unzähligen Radioprogramme habe ich jetzt gar nicht berücksichtigt.

Für jemanden, der dieses Paket in großem Umfang nutzen will - und dazu muß er es auch erst mal empfangen können, was terrestrisch, auch über DVB-T, schon mal gar nicht geht - ist der Preis natürlich ok, aber der ist ja nur deshalb so günstig, weil auch die Fernsehzuschauer, die es kaum oder gar nicht nutzen, gezwungen werden, dafür zu zahlen.

und was läuft bei Premiere? Derrick, der Alte, Rosenheim-Cops! toll, alles schon x-mal beim zdf runtergenudelt. aber bitte... zahlt doch teuer dafür.

Wenn jeder Fernsehzuschauer gezwungen wäre, für Premiere zu zahlen, würde "Premiere komplett" weniger als 5 Euro im Monat kosten!

und wenn ich mir nachrichtensendungen und magazine bei den kommerz-sendern ansehe, na mahlzeit.

Genau so denken ja offensichtlich sehr viele, insofern sehe ich überhaupt kein Problem darin, die ÖR zu privatisieren: Für Pay-TV sollten sich doch genug Abonnenten finden, für werbefinanziertes Free-TV sollten die Werbeminuten zu ausreichend hohen Preisen verkauft werden können.

Aky
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[4] Nacht-Falke antwortet auf Cheeseburger
04.06.2005 10:25
Was ich nicht verstehe ist doch der Umstand, daß man GEZ Gebühren zahlen muss, auch wenn man wie jetzt, nicht alle Sender empfängt, oder ???
Bei mir zuhause wäre DVB-T zu empfangen, geht nicht und dazu hat ARD einen Übertrager abgeschaltet somit ist dieser Sender weder mit anlogen TV noch mit DVB-T zu empfangen....
Das ist doch nicht korrekt...finde ich doch eine Frechheit !
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[4.1] handytim antwortet auf Nacht-Falke
04.06.2005 10:46
Benutzer Nacht-Falke schrieb:
Das ist doch nicht korrekt...finde ich doch eine Frechheit !

Dann würde ich an die Landesmedienanstalt schreiben und auf die (nicht vorhandene) Grundversorgung hinweisen.

Ciao
Tim
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[4.1.1] spunk_ antwortet auf handytim
04.06.2005 10:49
Benutzer handytim schrieb:

Das ist doch nicht korrekt...finde ich doch eine Frechheit
Dann würde ich an die Landesmedienanstalt schreiben und auf die (nicht vorhandene) Grundversorgung hinweisen.

oder einfach abmelden...


das ist nämlich das grosse Problem an GEZ:

wer nicht zahlen möchte braucht es nicht - einfach abmelden und fertig. die GEZ vertraut nur auf die Ehrlichkeit in den Bürgern.
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[4.1.2] Cheeseburger antwortet auf handytim
04.06.2005 10:50
Benutzer handytim schrieb:
Benutzer Nacht-Falke schrieb:
Das ist doch nicht korrekt...finde ich doch eine Frechheit !

Dann würde ich an die Landesmedienanstalt schreiben und auf die (nicht vorhandene) Grundversorgung hinweisen.

Ich würd einfach mehr keine GEZ-Gebühren zahlen. Schließlich kannst du es ja nicht sehen. Und was du nicht sehen kannst, brauchst du dann auch nicht zu bezahlen.
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[4.1.3] Nacht-Falke antwortet auf handytim
04.06.2005 12:14
Danke,
werd mich da mal schlau machen und mich da einbringen...!!