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Ziviles vs. militärisches System


09.06.2007 14:31 - Gestartet von bholmer
GPS ist zwar ursprünglich ein militärisches System mit entsprechender Genauigkeit. Das zivile Signal war ja in den ersten Jahren künstlich ungenau gemacht worden aus Angst der Amerikaner, dass ein feindlicher Staat oder Terrorist es gegen US-amerikanische Ziele z.B. für die Raketensteuerung verwenden kann. Inzwischen ist das Signal auf ein paar Meter genau, natürlich nicht so genau wie das militärische.

Der fragliche Vorteil eines unabhängigen europäischen Systems erscheint mir persönlich zweifelhaft. Im Falle eines Krieges könnte doch die USA die Europäer als Verbündete bitten, das Galileo System vorübergehend abzuschalten oder ungenau zu machen. Ich glaube nicht, dass man die Bitte dann abschlagen kann.

Wenn das ganze dann mit wahnsinnigen Steuergeldern in Betrieb gegangen ist, kommt es wieder darauf an, ob die Industrie bereit ist, für den Massenmarkt entsprechende Systeme zu produzieren.

Obwohl der europäische Wunsch nach Unabhängigkeit irgendwie nachzuvollziehen ist, glaube ich, dass das ganze Projekt ziemlich viele unserer Steuergelder kosten wird, die man sicher besser verwenden kann.



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[1] G8 Gipfel war also ein Treffen von Lügnern?
vanessa77 antwortet auf bholmer
09.06.2007 15:24
Da gab es erst neulich ein G8-Gipfel bei dem man beschlossen hat gemeinsame Sachen zu machen (zumindenst sagte man das so) und dann halten sich die Europäer schon wieder an nichts. Was soll Amerika da nur von uns denken? Scheint ja fast so, dass Amerika aber auch Europa ein Wettrüsten - Phase 2 - möchten und aus dem 2. Weltkrieg nichts gelernt haben. Im Gegenzug rüsten ja auch die Chines und Russland. Na, klasse! Wenn Amerika, Europa, Russland und China so weiter machen, dann brauchen wir über das Klima auch gar nicht mehr reden, da sich das Problem "Mensch" von alleine ausrottet.
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[2] tcsmoers antwortet auf bholmer
09.06.2007 15:42
Benutzer bholmer schrieb:
GPS ist zwar ursprünglich ein militärisches System mit entsprechender Genauigkeit. Das zivile Signal war ja in den ersten Jahren künstlich ungenau gemacht worden aus Angst der Amerikaner, dass ein feindlicher Staat oder Terrorist es gegen US-amerikanische Ziele z.B. für die Raketensteuerung verwenden kann. Inzwischen ist das Signal auf ein paar Meter genau, natürlich nicht so genau wie das militärische.

Der fragliche Vorteil eines unabhängigen europäischen Systems erscheint mir persönlich zweifelhaft. Im Falle eines Krieges könnte doch die USA die Europäer als Verbündete bitten, das Galileo System vorübergehend abzuschalten oder ungenau zu machen. Ich glaube nicht, dass man die Bitte dann abschlagen kann.

Wenn das ganze dann mit wahnsinnigen Steuergeldern in Betrieb gegangen ist, kommt es wieder darauf an, ob die Industrie bereit ist, für den Massenmarkt entsprechende Systeme zu produzieren.

Obwohl der europäische Wunsch nach Unabhängigkeit irgendwie nachzuvollziehen ist, glaube ich, dass das ganze Projekt ziemlich viele unserer Steuergelder kosten wird, die man sicher besser verwenden kann.

genau sehe ich es auch.
man benötigt aber für die mauterfassung dieses system. rund 100.000 widersprüche gegen mautbescheide sprechen eine deutliche sprache.

und wieder zahlt der michel die zeche.

peso



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[2.1] volkeru antwortet auf tcsmoers
10.06.2007 06:32
Benutzer tcsmoers schrieb:
man benötigt aber für die mauterfassung dieses system. rund 100.000 widersprüche gegen mautbescheide sprechen eine deutliche sprache.

Die Mautgeschichte ist wieder eine ganz andere Sache. Ein System, das so leicht wie GPS (oder auch Galileo) durch Störsender beeinflusst werden kann, ist de facto für juristisch belastbare Abrechnungszwecke vollkommen ungeeignet. Das wurde von Experten auch von Anfang an gegen die Nutzung von GPS bei der Mauterfassung eingewendet.

Leider sitzen eben - wie üblich - keine ausgewiesenen Experten beim allein durch Korruption an den Auftrag gelangten Toll-Collect Konsortuim. :-(

Gruß, Volker
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[3] volkeru antwortet auf bholmer
10.06.2007 06:31
Benutzer bholmer schrieb:
Im Falle eines Krieges könnte doch die USA die Europäer als Verbündete bitten, das Galileo System vorübergehend abzuschalten oder ungenau zu machen. Ich glaube nicht, dass man die Bitte dann abschlagen kann.

Darum geht es bei der Unabhängigkeit ja wohl nicht. Es geht darum, dass die Amerikaner im Falle eines Krieges in der Nähe Europas oder in Europa das System für ganz Europa verschleiern könnten, so dass für sämtliche europäische Staaten plötzlich kein Navigationssystem mehr verfügbar ist.

Bei der großen Zahl von Anwendungen, die derzeit schon direkt oder indirekt auf GPS aufsetzen und in Zukunft noch aufsetzen werden (so ist z.B. die Steuerung der mobilen Logistik ganzer Industrie-Anlagen über Satelliten-Navigation geplant), könnte so eine Störung in Europa eine Wirtschaftskrise auslösen. Die Amerikaner könnten das System außerdem direkt nutzen, um Europa unter Druck zu setzen oder zu schädigen. Amerika ist nach den Erfahrungen der letzten Jahre ein so extrem unsicherer Kandidat, dass man sich bei einer so wichtigen Schlüssel-Technologie keinesfalls dauerhaft auf deren "Good-Will" verlassen darf!

Wenn das ganze dann mit wahnsinnigen Steuergeldern in Betrieb gegangen ist, kommt es wieder darauf an, ob die Industrie bereit ist, für den Massenmarkt entsprechende Systeme zu produzieren.

Keineswegs. Galileo wird abwärtskomplatibel zum GPS sein und daher bei der reinen Positionsbestimmung voraussichtlich mit allen bestehenden GPS-Empfängern benutzt werden können. Das war eines der wesentlichen Kriterien bei der Entwicklung des Systems und hatte anfangs auch zu Irritationen und Widerstand bei den Amerikanern geführt.

Obwohl der europäische Wunsch nach Unabhängigkeit irgendwie nachzuvollziehen ist, glaube ich, dass das ganze Projekt ziemlich viele unserer Steuergelder kosten wird, die man sicher besser verwenden kann.

Da bin ich gänzlich anderer Meinung, wie sich aus dem oben Gesagten ergibt.

Gruß, Volker
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[3.1] handytim antwortet auf volkeru
10.06.2007 08:17
Benutzer volkeru schrieb:
Galileo wird abwärtskomplatibel zum GPS sein und daher bei der reinen Positionsbestimmung voraussichtlich mit allen bestehenden GPS-Empfängern benutzt werden können.

Upps, wie soll das denn technisch gehen?

Für Galileo braucht man natürlich einen neuen Navi-Empfänger.
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[3.1.1] volkeru antwortet auf handytim
10.06.2007 19:21
Benutzer handytim schrieb:
Benutzer volkeru schrieb:
Galileo wird abwärtskomplatibel zum GPS sein und daher bei der reinen Positionsbestimmung voraussichtlich mit allen bestehenden GPS-Empfängern benutzt werden können.

Upps, wie soll das denn technisch gehen?

Für Galileo braucht man natürlich einen neuen Navi-Empfänger.

Nicht unbedingt. Sowohl das modernisierte GPS III, als auch Galileo arbeiten im offenen Dienst (Open Service) auf der selben Frequenz (1164–1214 MHz und 1563–1591 MHz) und mit dem gleichen Datenformat (BOC1.1). Es kommt also drauf an, was für einen Empfänger du hast. Die meisten derzeit auf dem Markt befindlichen Geräte werden weder zu GPS III noch zu Galileo kompatibel sein. Diese Empfänger werden aber in 5 Jahren sowieso bedeutungslos sein. Man kann wohl davon ausgehen, dass in den nächsten Jahren zunehmend zu GPS III kompatible Geräte erscheinen und die jetzigen Empfänger aussterben werden.

Mit diesen Geräten wird man jedenfalls die GPS _und_ die Galileo Satelliten empfangen können und das bedeutet eine dauerhafte Verfügbarkeit von jederzeit mindestens 15 Satelliten, da sich beide Systeme überlagern und somit gegenseitig ergänzen. Dies bringt besonders in Städten oder im Wald einen enormen Vorteil.

Der Aufbau von Galileo ist also keineswegs unnötig oder gar überflüssig. Er ist eine Beteiligung in einem stark wachsenden Zukunftsmarkt, den man nicht nur den Amerikanern überlassen darf.

Gruß, Volker