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Heuschrecken?


11.07.2005 17:40 - Gestartet von zoelac
>>Nach der Umsetzung könnte die Bilanz von Buch- auf Zeitwerte umgestellt werden, wodurch eine wesentlich höhere Kreditaufnahme möglich wäre. Nach Angaben des Spiegel will TPG mehrere hundert Millionen Euro an die Aktionäre und knapp ein Drittel der Summe an sich selbst ausschütten.<<

Was soll das eigentlich? Ist das einer der Gründe für die Bezeichnung "Heuschrecken"?

Mit Verlaub, aber weshalb sollen die Aktionäre aufeinmal eine "große" Dividende bekommen? Was machen die Aktionäre eigentlich produktives?

Heuern und Feuern, das wird noch bei uns Realität...

zoelac
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[1] Schnickschnack antwortet auf zoelac
12.07.2005 11:47
Benutzer zoelac schrieb:
>>Nach der Umsetzung könnte die Bilanz von Buch- auf
Zeitwerte umgestellt werden, wodurch eine wesentlich höhere
Kreditaufnahme möglich wäre. Nach Angaben des Spiegel will TPG mehrere hundert Millionen Euro an die Aktionäre und knapp ein Drittel der Summe an sich selbst ausschütten.<<
Kredite sind günstig, also warum sollte man nicht den Eigentümern(Aktionären) ein Teil ihres Geldes zurückgeben?
Auf die Art und Weise erwirtschaftet das im Unternehmen verbleibende Eigenkapital eine höhere Rendite.
Problemetisch wird es erst, wenn eine längere Verlustperiode das Unternehmen in Schwierigkeiten bringt.
Was mit einem Unternehmen passiert, das nichts ausschüttet sieht man gut am Beispiel Microsoft, es wächst ins Unermessliche und die Rendite geht zurück. Im übrigen gefährden übergroße Unternehmen die Funktion von Märkten.

Was soll das eigentlich? Ist das einer der Gründe für die Bezeichnung "Heuschrecken"?

Mit Verlaub, aber weshalb sollen die Aktionäre aufeinmal eine "große" Dividende bekommen? Was machen die Aktionäre eigentlich produktives?
Ja, viva la Revolution. Und Junkerland in Bauernhand. Und Verstaatlichung des produktiven Kapitals. Die Ergebnisse solcher Forderungen sind bekannt.;o)

Auf die Frage: ja, sie investieren! Und meiner Meinung nach: lieber hier, als wo anders!!!


Heuern und Feuern, das wird noch bei uns Realität...
Wo ist der Zusammenhang? Die Thematik ist nur finanztechnischer Natur und betrifft nicht das operative Geschäft der Mobilcom.

zoelac

Grüße
Timo Beil

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[1.1] papamark antwortet auf Schnickschnack
12.07.2005 12:15
Benutzer Schnickschnack schrieb:
Benutzer zoelac schrieb:
>>Nach der Umsetzung könnte die Bilanz von Buch- auf
Zeitwerte umgestellt werden, wodurch eine wesentlich höhere
Kreditaufnahme möglich wäre. Nach Angaben des Spiegel will TPG mehrere hundert Millionen Euro an die Aktionäre und knapp ein Drittel der Summe an sich selbst ausschütten.<<
Kredite sind günstig, also warum sollte man nicht den Eigentümern(Aktionären) ein Teil ihres Geldes zurückgeben? Auf die Art und Weise erwirtschaftet das im Unternehmen verbleibende Eigenkapital eine höhere Rendite. Problemetisch wird es erst, wenn eine längere Verlustperiode das Unternehmen in Schwierigkeiten bringt.
Was mit einem Unternehmen passiert, das nichts ausschüttet sieht man gut am Beispiel Microsoft, es wächst ins Unermessliche und die Rendite geht zurück.

Banane und Birne: Microsoft hat Geld--- Freenet-Mobilcom soll verschuldet werden und nach der Auszahlung steigen die "Investoren" aus und verscherbeln an die nächste Lutschertruppe.

>Im übrigen gefährden
übergroße Unternehmen die Funktion von Märkten.

Was soll das eigentlich? Ist das einer der Gründe für die Bezeichnung "Heuschrecken"?

Mit Verlaub, aber weshalb sollen die Aktionäre aufeinmal eine "große" Dividende bekommen? Was machen die Aktionäre eigentlich produktives?
Ja, viva la Revolution. Und Junkerland in Bauernhand. Und Verstaatlichung des produktiven Kapitals. Die Ergebnisse solcher Forderungen sind bekannt.;o)

Auf die Frage: ja, sie investieren! Und meiner Meinung nach: lieber hier, als wo anders!!!

Das ist auslutschen, hier wurde nur Aktien gekauft aber kein Geld in das Unternehmen als solches gesteckt.



Heuern und Feuern, das wird noch bei uns Realität...
Wo ist der Zusammenhang? Die Thematik ist nur finanztechnischer Natur und betrifft nicht das operative Geschäft der Mobilcom.

zoelac

Durch Verschuldung wird die Bonität eines Unternehmes gerinegr und dadurch das laufende Geschäft schwieriger wird, je nach grad der Verschuldung. Was insgesammt auch auf den Kurs der Aktie einfluß nimmt.

Grüße
Timo Beil

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[1.1.1] Schnickschnack antwortet auf papamark
12.07.2005 13:07
Banane und Birne: Microsoft hat Geld--- Freenet-Mobilcom soll verschuldet werden und nach der Auszahlung steigen die 'Investoren' aus und verscherbeln an die nächste Lutschertruppe.
Wer sollte denn ein kaputtes Unternehmen deiner Meinung nach kaufen? Wäre es kaputt = überschuldet würde sicher Niemand kaufen.
Darf nur ein Unternehmen ausschütten, daß auf Bergen von Geld sitzt? Oder darf auch ein normales Unternehmen, seine Eigenkapitalqoute verringern, Um die Eigenkapttalrendite zu verbessern?

Das ist auslutschen, hier wurde nur Aktien gekauft aber kein Geld in das Unternehmen als solches gesteckt.
Man könnte auch sagen: Es ist das Heben verborgener Schätze.
Ja, es ist keine Kapitalerhöhung sondern eine Eigenkapitalsenkung.
Aber keinem geht es damit schlechter. Die Aktionäre bekommen Geld von der Bank und diese darf sich über einen neu vergebenen Kredit freuen. Würde dieser das Unternehmen gefährden würde die Bank sicher keinen Kredit geben.


Durch Verschuldung wird die Bonität eines Unternehmes gerinegr und dadurch das laufende Geschäft schwieriger wird, je nach grad der Verschuldung. Was insgesammt auch auf den Kurs der Aktie einfluß nimmt.
Ja, der Kurs der Aktie fällt idealtypischerweise genau um den ausgeschütteten Betrag(unmittelbar nach der Ausschüttung).
Ja die Bonität verschlechtert sich. Aber wenn das Unternehmen (wachsende) Gewinne hat und keine großen Zukäufe mehr plant, braucht es auch keine weiteren Kredite, von daher ist eine mäßige Bonitätsverschlechterung kein Problem.

Meine Beispielrechnung im Thread:Das ist so, als wenn....
Das ist so:(alle Zahlen sind fiktiv)
da ist ein Unternehmen mit einer Marktkapitalisierung(=Börsenwert=Anzahl der Aktien mal Wert der einzelnen Aktie) vom einer Mio Euro, welches nicht verschuldet ist und einen Gewinn von 100.000 euro erwirtschaftet(=10% Eigenkapitalrendite).
Wenn dieses Unternehmen einen Kredit von 500.000 Euro zu 5% jährlicher Verzinsung aufnimmt um diese an die Aktionäre auszuschütten, verringert sich der Gewinn aufgrund der Zinszahlung von 25.000 euro (5% mal 500.000euro) auf 75.000euro(100.000-25.0000). Dieser Gewinn verteilt sich aber nur auf 500.000(1Mio - 500.000euro Auschüttung)euro Eigenkapital. Daraus ergibt sich eine neue Eigenkapitalrendite von 15%(75.000/500.000).


Zum Kurs der Aktie, ergänzend zu dem Beispiel:
sagen wir der Kurs der aktie sei bei 10euro (bei einer Eigenkapitalrentabilität von 10%).
Nach einer Auschüttung der Kreditsumme von 5 euro pro Aktie(50% des jetzigen Eigenkapitals, müsste der Kurs sofort auf 5euro fallen(allerdings bei jetzt einer Eigenkapitalrentabilität von 15%)
Jetzt aber dürfte der (modellhaft idealisierte)Markt(dem ja 10% EK-Rendite genügen), solange zukaufen bis der Kurs der Aktie bei 7,50 euro (10% EK-Rentabilität)liegt.
Also was bleibt dem Aktionär?
Vorher die Aktie mit 10euro
Jetzt die Aktie mit 7,5 euro plus 5 euro cash aus der Dividendenzahlung.
Die Differenz beträgt 2,5 euro pro Aktie, oder 25% auf das eingesete Kapital. Und das ist der 'gehobene Schatz'.

Freue mich schon auf deine Antwort.

Grüße
Timo Beil
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[1.1.1.1] RE: Heuschrecken? Moralisierender Nachtrag:
Schnickschnack antwortet auf Schnickschnack
12.07.2005 15:16
Zur gesammten Heuschreckendiskusion:

Mit Feindbildern kann man schnell Politik machen.

Heute sind es die "Heuschrecken", früher war es das "internationale Finanzjudentum".

Menschen als Ungeziefer zu beschimpfen ist nicht das was ich als "guten Stil" heute in der Politik sehen möchte.

Mit gehobenem Zeigefinger

Timo Beil
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[1.1.1.1.1] Albertros antwortet auf Schnickschnack
12.07.2005 15:45
Benutzer Schnickschnack schrieb:
Zur gesammten Heuschreckendiskusion:

Mit Feindbildern kann man schnell Politik machen.

Heute sind es die "Heuschrecken", früher war es das "internationale Finanzjudentum".

Menschen als Ungeziefer zu beschimpfen ist nicht das was ich als "guten Stil" heute in der Politik sehen möchte.

Mit gehobenem Zeigefinger

Timo Beil

Jeder zieht den Schuh an der ihm passt! Wörter wie diese sind halt im Sprachgebrauch an der Tagesordnung! Vergessen wir nicht das Unwort des Jahres. Woher soll die Jurry den sonst eine Wahlliste erstellen. Der "gute Stil" ist Ansichtssache. Lieber schlechten, als gar keinen Stil.
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[1.1.1.1.2] Nato antwortet auf Schnickschnack
15.07.2005 17:06
Benutzer Schnickschnack schrieb:
Zur gesammten Heuschreckendiskusion:

Mit Feindbildern kann man schnell Politik machen.

Heute sind es die "Heuschrecken", früher war es das "internationale Finanzjudentum".

Menschen als Ungeziefer zu beschimpfen ist nicht das was ich als "guten Stil" heute in der Politik sehen möchte.

Mit gehobenem Zeigefinger

Timo Beil
Sicher hast du recht. Aber das Problem ist doch, dass kaum ein Mensch mehr nachvollziehen kann, was auf dieser Ebene passiert und in wiefern es für ihn zu seinem Nutzen sein kann.
Da steckt ein irrationles Potential drinnen.
Schneller als man glaubt, werden dann wieder Lieder gesungen, die längst abgetan scheinen: "Auferstanden aus Ruinen und der Zukunft zugewandt".

Gruß Nato
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[1.1.1.1.3] Bodenseemann antwortet auf Schnickschnack
15.07.2005 21:04
Benutzer Schnickschnack schrieb:
Zur gesammten Heuschreckendiskusion:

Mit Feindbildern kann man schnell Politik machen.

Heute sind es die "Heuschrecken", früher war es das "internationale Finanzjudentum".

Menschen als Ungeziefer zu beschimpfen ist nicht das was ich als "guten Stil" heute in der Politik sehen möchte.

Mit gehobenem Zeigefinger

Timo Beil

Also der Vergleich des Naziausdruckes mit dem Heuschreckenausdruck ist aber auch unterstes Niveau.
Es wurden keine Personen verunglimpft. Es wurde lediglich eine gewisse Art des wirtschaftens, wie es manche Finanzinvestoren vornehmen als "Heuschreckenkapitalismus" bezeichnet.
Heuschrecken sind Tiere, die alles kahl fressen. Dabei ist es Ihnen egal, was sie dabei hinterlassen.
Sowas bezeichnet man auch als mangelnde Nachhaltigkeit.
In der heutigen Zeit nimmt nachhaltiges Wirtschaften mehr und mehr zu Gunsten der schnellen Rendite ab. Wie es eben die Heuschrecken machen kümmern sich manche Wirtschaftssubjekte wenig um das was danach kommt.
Die Bezeichnung Heuschreckenkapitalismus mag vieleicht nicht schön sein, hat aber dennoch die Augen vor dieser Menschenverachtenden Unternehmensphilosopie geöffnet.

BM
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[1.1.1.1.3.1] grafkrolock antwortet auf Bodenseemann
16.07.2005 15:20
Benutzer Bodenseemann schrieb:
Sowas bezeichnet man auch als mangelnde Nachhaltigkeit. In der heutigen Zeit nimmt nachhaltiges Wirtschaften mehr und mehr zu Gunsten der schnellen Rendite ab. Wie es eben die Heuschrecken machen kümmern sich manche Wirtschaftssubjekte wenig um das was danach kommt.
Siehe auch der letzte Satz im Beitrag. Es soll die Kreditaufnahme erhöht werden, um mehr Dividende ausschütten zu können...
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[1.1.1.1.4] RE: Heuschrecken? Moralisierender Propagandist
papamark antwortet auf Schnickschnack
18.07.2005 00:55
Benutzer Schnickschnack schrieb:
Zur gesammten Heuschreckendiskusion:

Mit Feindbildern kann man schnell Politik machen.

Heute sind es die "Heuschrecken", früher war es das "internationale Finanzjudentum".

Menschen als Ungeziefer zu beschimpfen ist nicht das was ich als "guten Stil" heute in der Politik sehen möchte.

Mit gehobenem Zeigefinger

Timo Beil

Texas Pacific Group... Jetzt hat das Kind einen Namen.. das sind nämlich die selben Heuschrecken wie es bei Grohe der Fall war. Un die Methode gleicht sich fast 1:1. Das Unternehmen wird verschuldet um die Investoren wieder auszu zahlen. Dann vetrickt man das Unternehmen weiter und der nächste quetscht. Am Ende werden zig hundert Arbeitsplätze gestrichen um das Unternehmen wieder wettbewerbsfähig zu machen. Logisch, das man da auch Freenet einsacken will. Je höher der Umsatzt desto größer die mögliche Kreditaufnahme ähnlich wie Kontokorent bei der Bank. Wiedelich nur, das sich anscheinend mal wieder Manager schmieren lassen, um bei den Spiel mit zuspielen. Texas Pacific Group hat nicht nur bei Grohe 900 Jobs vernichtet, sondern auch bei Lieferfirmen in Deutschland. Allein in Paderborn 120 Jobs in einen galvanisierenden Betrieb. Das ganze sollte schnell zum Politikum gemacht werden, bevor es zu spät ist.

Wer zahlt noch für TCP? Am Ende der Verbraucher. Denn ein ist klar. Ist Freenet/Mobilcom erstmal ausgelutscht, ist damit zu rechnen, das ein Wettbewerber weniger am deutschen TK Markt ist.
Einige wird es freuen aber insgesamt wird es durch schlechtere Preise durch weniger Wettbewerb der Verbraucher bezahlen. Das Freenet sich vor einigen Monaten aus den CbC-Markt durch schlechte Preise Quasi ausgestiegen ist, mag ein Indiz sein. Das Mobilcom mit 01024 und freent jetzt mit der 01074 agressiv am Markt gehen ist mit Sicherheit auch kein Zufall. So kann nochmal den Umsatz hoch pumpen, da ja alles zu selben Geflecht gehört. Bliebe nur zu hoffen, das das ganze publik genug wird, so das sich Banken weigern, diese Ausschlachtung zu finanzieren. Das bleibt wahrscheinlich Illusion, aber wenn der Kredit nicht mehr bezahlt werden kann, weil man die Firma aus den Wettbewerb geschossen hat, würden auch diese draufzahlen.
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[1.1.1.1.4.1] Hurenforum antwortet auf papamark
18.07.2005 02:13
Finanzinvestor sollte man sein, wie kann man sonst so leicht an Kapital kommen ?
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[1.1.1.1.4.1.1] RE: Heuschrecken?Sauerei größer als gedacht
papamark antwortet auf Hurenforum
18.07.2005 11:26
Benutzer Hurenforum schrieb:
Finanzinvestor sollte man sein, wie kann man sonst so leicht an Kapital kommen ?

So kann mann es nachlesen: http://www.ftd.de/tm/tk/14646.html

France Telekom verscheuert also seine Anteile an die Grohe-Heuschrecken, damit diese dann beschließen France-Telekom nicht zu verklagen, was FranceTelekom im Aufsichtsrat nie hätte beschließen können. Hier stinkt es zum erstenmal. Anschließend tauschen Freenet und Mobilcom Aktien um für TPG ein richtig fetter Fisch zu werden ohne das eine Mark/Euro fließt. Hier stinkt es zum zweiten mal jetzt auf seitens Vorstand Freenet. Man gibt der ganzen Kiste einen neuen Namen um positiv(Freenet) und negativ(Mobilcom) Assoziationen zu vermeiden, um dann den Fisch richtig ausnehmen zu können. Und zur Belohnung fleißen hier mal 5 Mio oder damal 10 oder 20, damit keiner mault und das ganze möglichst lautlos über die Bühne geht.
Für solche relativ einfachen Sachverhalte sollte es auch einfache Gesetzte geben um das Ausnehmen vonUnternehmen und vernichten von Arbeitsplätezen zu unterbinden. Z.B. Ausschüttungen nur Unternehmen in max.Höhe des Gewinns zu gestatten. Oder das Verschmelzen von Firmen nur dann zuzulassen, wenn das Kaptital auf beiden Seiten gleich finanziert ist. Das abzocken (mehr ist es nicht, nur legal)auf diese Weise muss ein Ende haben. Auch andere Länder haben sich schon per Gesetzt gegen das Ausbeuten von Resourcen gewährt. Bei uns ist es halt Firmenmarkt.