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Einige Nutzer missbrauchen den Zugang gar als Standleitung, sind rund um d. Uh


17.07.2004 11:38 - Gestartet von drmaniac
schwachsinn !

Der Anbieter hat eine 'FLATRATE' feilgeboten...

und diese schliesst das rund um die Uhr online sein ein...

auch wenn einige das nicht sozial finden... dann haette der Anbieter eben schreiben sollen 'quasi Flat - bitte nicht immer online bleiben...' oder in der Art...

finde ich komisch, dass das so im Artikel steht...

cu
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[1] RE: Einige Nutzer missbrauchen den Zugang gar als Standleitung, sind rund um d
o2 - can do? antwortet auf drmaniac
17.07.2004 12:05
Finde ich auch richtig so, dass man beim Surfen nicht mehr auf die Uhr schauen braucht und mal die Leitung belegt, wenn man eben nciht zu Hause ist und was aus dem Netz zieht mittels Download-Manager. Kann ja nicht jedes Mal vor dem Rechner sitzen, solange was downgeloaded wird.

Den Betreibern würden es wünschen, dass jemand einen Pauschaltarif zahlt, aber dann nur 2 Stunden ins Netz einloggt im Monat.

Wenn die schon einen Pauschaltarif anbieten, dann müssen sie auch damit rechnen, dass es eben nun mal Power-User gibt. Auf der anderen Seite gibt es eben auch Leute, die die Flat nicht auslasten und sogar womöglich draufzahlen.

Besonders bei Leuten, die oft Urlaub machen, da wird bei dem ein oder anderen Monat ohne Netznutzung dennoch ein Preis angeführt.

Da es nun mal Mischkalkulationen sind, müssen die damit abfinden.
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[1.1] REMchen antwortet auf o2 - can do?
19.07.2004 03:26
Benutzer o2 - can do? schrieb:

Kann ja nicht jedes Mal vor dem Rechner sitzen, solange was downgeloaded wird.

Ich bin nun wirklich kein Sprachpurist und kein Feind von Anglizismen. Aber hier kann man doch wirklich problemlos "solange was herunter geladen wird" schreiben. Als Substantiv ("ich hab nen Download") ist es ja noch ok, aber das Partizip "downgeloaded" tut schon echt weh *grins*

Liebe Grüße,
REMchen
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[1.1.1] wombat antwortet auf REMchen
19.07.2004 09:08
Benutzer REMchen schrieb:
Benutzer o2 - can do? schrieb:

Kann ja nicht jedes Mal vor dem Rechner sitzen, solange was downgeloaded wird.

Ich bin nun wirklich kein Sprachpurist und kein Feind von Anglizismen. Aber hier kann man doch wirklich problemlos "solange was herunter geladen wird" schreiben. Als Substantiv ("ich hab nen Download") ist es ja noch ok, aber das Partizip "downgeloaded" tut schon echt weh *grins*

Liebe Grüße,
REMchen

laut Duden soll man ja auch gedownloaded sagen. ;-)
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[1.1.1.1] REMchen antwortet auf wombat
19.07.2004 09:58
Benutzer wombat schrieb:

laut Duden soll man ja auch gedownloaded sagen. ;-)

Der Duden lässt so etwas zu? Nunja, der Duden ist ein privatwirtschaftlich herausgebrachtes Buch, "gesetzliche" Kompetenz hat er nicht, ist ja schließlich kein staatliches Buch. Diese Kompetenz ist ihm nur durch tradierte Übereinkunft zugekommen, nicht formal. Der Duden rennt doch eh jeder Sprachverirrung hinterher, nur um in der neuesten Auflage verkünden zu können: "Jetzt mit hunderten von neuen Einträgen/Wörtern". Dabei findet sich nicht einmal das Wort "Duden" im Duden :-)

Sagt der Duden wirklich "gedownloaded"? Mit "d" hinten? Nach orthographischen Regeln der Verbbeugung müsste es sich eigentlich mit "t" schreiben: "gedownloadet". Aber ich lasse mich gern auch hier eines Besseren belehren :-))

REMchen
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[1.1.1.1.1] cyberhase antwortet auf REMchen
19.07.2004 11:05
Benutzer REMchen schrieb:
Benutzer wombat schrieb:

Sagt der Duden wirklich "gedownloaded"? Mit "d" hinten? Nach orthographischen Regeln der Verbbeugung müsste es sich eigentlich mit "t" schreiben: "gedownloadet". Aber ich lasse mich gern auch hier eines Besseren belehren :-))

REMchen

Duden:
down|loa|den <engl.> (EDV Daten von einem Computer, aus dem Internet herunterladen); ich habe downgeloadet

Nur mal zur Klärung :)
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[1.1.2] csbb antwortet auf REMchen
19.07.2004 15:40
Benutzer REMchen schrieb:
Benutzer o2 - can do? schrieb:

Kann ja nicht jedes Mal vor dem Rechner sitzen, solange was downgeloaded wird.

Ich bin nun wirklich kein Sprachpurist und kein Feind von Anglizismen. Aber hier kann man doch wirklich problemlos "solange was herunter geladen wird" schreiben. Als Substantiv ("ich hab nen Download") ist es ja noch ok, aber das Partizip "downgeloaded" tut schon echt weh *grins*

Nun ja, einerseits kann ich Dein Bemühen um eine sinnvolle Sprachbenutzung verstehen, andererseits lassen sich die Leute halt nicht vorschreiben, wie sie sprechen sollen.
Das 'deutsche' Verb "downloaden" ist umgangssprachlich nun mal recht üblich, und die reguläre Partizip-Perfekt-Form dazu heißt eben entweder "gedownloadet" oder "downgeloadet", so blöde sich das bei genauer Betrachtung auch anhören mag.

Eine Sprache wächst; und das Deutsche hat so neben anderen Wörtern das neue Verb "downloaden" aus dem Englischen übernommen. Und dieses neue Verb wird nun nach den deutschen Flexionsregeln gebeugt.
"(he-)runterladen" ginge zwar genauso gut, es wird aber von den Sprechern nicht angenommen.

Gruß
csbb


Liebe Grüße,
REMchen
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[1.1.2.1] REMchen antwortet auf csbb
19.07.2004 18:03
Benutzer csbb schrieb:
Benutzer REMchen schrieb:
Benutzer o2 - can do? schrieb:

Kann ja nicht jedes Mal vor dem Rechner sitzen, solange was downgeloaded wird.

Ich bin nun wirklich kein Sprachpurist und kein Feind von Anglizismen. Aber hier kann man doch wirklich problemlos "solange was herunter geladen wird" schreiben. Als Substantiv ("ich hab nen Download") ist es ja noch ok, aber das Partizip
"downgeloaded" tut schon echt weh *grins*

Nun ja, einerseits kann ich Dein Bemühen um eine sinnvolle Sprachbenutzung verstehen, andererseits lassen sich die Leute halt nicht vorschreiben, wie sie sprechen sollen. Das 'deutsche' Verb "downloaden" ist umgangssprachlich nun mal recht üblich, und die reguläre Partizip-Perfekt-Form dazu heißt eben entweder "gedownloadet" oder "downgeloadet", so blöde sich das bei genauer Betrachtung auch anhören mag.

Eine Sprache wächst; und das Deutsche hat so neben anderen Wörtern das neue Verb "downloaden" aus dem Englischen übernommen. Und dieses neue Verb wird nun nach den deutschen Flexionsregeln gebeugt.
"(he-)runterladen" ginge zwar genauso gut, es wird aber von den Sprechern nicht angenommen.

Gruß
csbb

Das ist mir auch klar. Daher schrieb ich ja auch, dass ich kein Sprachpurist bin, und dass mir das Wort lediglich "weh tut". Ich hab absichtlich nix vorgeschrieben in meinem Posting. Das bringt nix, wie Du selber ja schon schriebst. Eine Sprache ist lebendig und verändert sich. Oftmals kann man mit einem Fremdwort einen identischen Sachverhalt viel kürzer oder prägnanter ausdrücken. Die Franzosen schreiben ja sogar per Gesetz vor, dass für alles ein französisches Wort verwendet werden *muss*: für PC, für eMail, für Internet... Sowas ist natürlich Kappes.

Aber selbst wenn sich neue Wörter in die Sprache einschleichen, so darf ich ja trotzdem hin und wieder auf gewisse Auswüchse hinweisen, wo mir das sinnvoll erscheint, auch wenn das von "den" Sprechern nicht angenommen wird. Wer sind denn "die" Sprecher? In meinem Bekanntenkreis kenn ich niemanden, der sagt "Ich hab mir was downgeloadet", sondern da heißt es immer "ich hab mir was herunter geladen". Das ist problemlos möglich, und klingt auch nicht künstlich (wie das etwa wäre, wenn man "E-Brief" sagen würde oder "Ich hab eine Heimseite im Zwischennetz". Sowas ist natürlich Mumpitz :)

Auch ich sage SMS statt Kurzmitteilung (obwohl das sprachlich falsch ist, weil SMS ja "Short Messages Service" heißt, und ich ja schließlich keinen Service verschicke), weil es einfach kürzer und praktischer ist. Auch ich sage "Handy" (obwohl es dieses Wort außerhalb Deutschlands nirgendwo gibt).

Hin und wieder kommt es übrigens vor, dass Unternehmen auf Kritik an einer übermäßigen Anglizierung ihrer Begriffe reagieren, und teilweise wieder zurück rudern. Ein sehr bekanntes Beispiel sind die früheren Orts- und Ferngespräche, welche die Telekom vor ein paar Jahren in "City-Call" und "German Call" umbenannte, um dann irgendwann bei "City-Gespräch" (Kompromiss :) und "Deutschland-Gespräch" zu landen.

"Call-by-Call" und "Preselection" sind eingeführte Fach-Termini, da würde mir (vor allem bei ersterem) auch kein knackiges deutsches Wort zu einfallen.

Aber grad Partizip-Beugungen wie "downgeloadet/gedownloadet" oder gar "e-gemailt oder ge-e-mailt" (was ja durch den Bindestrich dann orthographisch noch abenteuerlicher wird) verursachen halt bei mir schon einen gewissen Augenkrebs (ganz abgesehen von der Formulierungsunsicherheit, die es hier offenbar gibt: wo kommt das Präfix "ge" hin?)

Das Argument "Es wird von den Sprechern nicht angenommen" ist in diesem Zusammenhang natürlich ein Totschlagargument. Dann kann man natürlich gleich ganz die Grammatik und die Rechtschreibung frei geben, da *niemand* alle Regeln beherrscht (adieu, Kommaregeln, adieu, Genitiv :-)

Herzliche Grüße,
REMchen
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[1.1.2.1.1] csbb antwortet auf REMchen
20.07.2004 03:47
Benutzer REMchen schrieb:
Benutzer csbb schrieb:
Benutzer REMchen schrieb:
Benutzer o2 - can do? schrieb:

Kann ja nicht jedes Mal vor dem Rechner sitzen, solange was downgeloaded wird.

Ich bin nun wirklich kein Sprachpurist und kein Feind von Anglizismen. Aber hier kann man doch wirklich problemlos "solange was herunter geladen wird" schreiben. Als Substantiv ("ich hab nen Download") ist es ja noch ok, aber das Partizip
"downgeloaded" tut schon echt weh *grins*

Nun ja, einerseits kann ich Dein Bemühen um eine sinnvolle Sprachbenutzung verstehen, andererseits lassen sich die Leute halt nicht vorschreiben, wie sie sprechen sollen. Das 'deutsche' Verb "downloaden" ist umgangssprachlich nun mal recht üblich, und die reguläre Partizip-Perfekt-Form dazu heißt eben entweder "gedownloadet" oder "downgeloadet", so blöde sich das bei genauer Betrachtung auch anhören mag.

Eine Sprache wächst; und das Deutsche hat so neben anderen Wörtern das neue Verb "downloaden" aus dem Englischen übernommen. Und dieses neue Verb wird nun nach den deutschen
Flexionsregeln gebeugt.
"(he-)runterladen" ginge zwar genauso gut, es wird aber von den
Sprechern nicht angenommen.

Gruß
csbb


Hallo, REMchen,

danke für Deine Antwort!

Das ist mir auch klar. Daher schrieb ich ja auch, dass ich kein Sprachpurist bin, und dass mir das Wort lediglich "weh tut".

Da kann ich Dich verstehen - mir haben solche Anglizismen auch lange Zeit förmlich wehgetan. Mittlerweile habe ich mich aber bemüht, eine positive Einstellung dazu zu entwickeln:
- Anders als Du ausführst, wird zwar der Wortschatz des Deutschen tangiert, nicht aber die Grammatik. Die bleibt, egal, ob wir Denglisch sprechen oder nicht. Dazu ist sie zu fest in unseren Gehirnen verdrahtet. Auch der Anglizismus, eine Popgruppe, deren Name ein Singular ist, als Plural zu benutzen, wird zwar von Moderatoren ständig benutzt, aber nach wie vor als irgendwie falsch empfunden - hier trifft anglizistischer Sprachgebrauch auf unausrottbare deutsche Grammatik.
- Die neuen Wörter bereichern nicht nur den Wortschatz, sie sind aufgrund ihrer Andersartigkeit auch eindeutiger. Wenn ein Amerikaner vom "Notebook" spricht, ist unklar, ob er seinen PC oder sein Notizbuch meint. Diese Unklarheit gibt es im Deutschen aufgrund der Anglizismen nicht.

Ich hab absichtlich nix vorgeschrieben in meinem Posting. Das bringt nix, wie Du selber ja schon schriebst. Eine Sprache ist lebendig und verändert sich. Oftmals kann man mit einem Fremdwort einen identischen Sachverhalt viel kürzer oder prägnanter ausdrücken. Die Franzosen schreiben ja sogar per

Meine Rede.

Gesetz vor, dass für alles ein französisches Wort verwendet werden *muss*: für PC, für eMail, für Internet... Sowas ist
natürlich Kappes.

Aber selbst wenn sich neue Wörter in die Sprache einschleichen, so darf ich ja trotzdem hin und wieder auf gewisse Auswüchse hinweisen, wo mir das sinnvoll erscheint, auch wenn das von

Darfst Du nicht nur, es freut mich sogar außerordentlich, daß ich mich mit Dir vernünftig darüber austauschen kann.

"den" Sprechern nicht angenommen wird. Wer sind denn "die" Sprecher? In meinem Bekanntenkreis kenn ich niemanden, der sagt "Ich hab mir was downgeloadet", sondern da heißt es immer "ich

Tja, da unterscheidet sich zwar mein Bekanntenkreis von dem Deinigen, ich bin aber dazu in der Lage, beide Ausdrucksformen zu verstehen. ;-)

hab mir was herunter geladen". Das ist problemlos möglich, und klingt auch nicht künstlich (wie das etwa wäre, wenn man "E-Brief" sagen würde oder "Ich hab eine Heimseite im Zwischennetz". Sowas ist natürlich Mumpitz :)

Auch ich sage SMS statt Kurzmitteilung (obwohl das sprachlich falsch ist, weil SMS ja "Short Messages Service" heißt, und ich ja schließlich keinen Service verschicke), weil es einfach kürzer und praktischer ist. Auch ich sage "Handy" (obwohl es dieses Wort außerhalb Deutschlands nirgendwo gibt).

Hin und wieder kommt es übrigens vor, dass Unternehmen auf Kritik an einer übermäßigen Anglizierung ihrer Begriffe reagieren, und teilweise wieder zurück rudern. Ein sehr bekanntes Beispiel sind die früheren Orts- und Ferngespräche, welche die Telekom vor ein paar Jahren in "City-Call" und "German Call" umbenannte, um dann irgendwann bei "City-Gespräch" (Kompromiss :) und "Deutschland-Gespräch" zu
landen.

Die Werbeagentur-Leute sind m.E. die wahrhaften Sprachverhunzer, denken sie sich doch die blödesten Slogans aus.

Besonders störend finde ich, daß nunmehr aber auch die Politiker, Berater-infiziert, zunehmend zu Anglizismen greift: Da wird von einer "Taskforce" geredet oder einer "Health Professional Card".
Schlimm daran ist vor allem, daß durch die vermeintlich "schönen", modernen Wörter den Leuten einfach nur Sand in die Augen gestreut werden soll.



"Call-by-Call" und "Preselection" sind eingeführte Fach-Termini, da würde mir (vor allem bei ersterem) auch kein knackiges deutsches Wort zu einfallen.

Dir zustimmend, eine Anmerkung: Für einen native speaker (auch hierfür fehlt eine passende prägnante Übersetzung; naja, meinetwegen "Muttersprachler") müssen sich diese Wörter doch total blöde anhören: "Anruf um Anruf" und "Vorauswahl". Aber auch die Amis kennen die Preselection und call-by-call.
Mehr oder minder offizieller deutscher Ersatz sind die sperrigen Ausdrücke "dauerhafte Voreinstellung des Verbindungsnetzbetreibers" und "gesprächsweise erfolgende Auswahl des Verbindungsnetzbetreibers". Lustig, was?!



Aber grad Partizip-Beugungen wie "downgeloadet/gedownloadet" oder gar "e-gemailt oder ge-e-mailt" (was ja durch den Bindestrich dann orthographisch noch abenteuerlicher wird) verursachen halt bei mir schon einen gewissen Augenkrebs (ganz abgesehen von der Formulierungsunsicherheit, die es hier offenbar gibt: wo kommt das Präfix "ge" hin?)

Auch daran habe ich mich gewöhnt und find's eigentlich ganz akzeptabel.
Wo kommt das "ge-" hin?
Wird die (englische) Vorsilbe vom Sprecher als auch im Deutschen bedeutungstragende, mit einer (deutschen) Präposition vergleichbare Vorsilbe empfunden, dann nach ihr; ansonsten vor ihr. Also "ge-e-mailt", da "e" nicht als Vorsilbe (wie auf- / um- / herunter- etc.) empfunden wird. Bei "downgeloadet" / "gedownloadet" geht beides, je nachdem, ob der Sprecher das "down" als "herunter" empfindet oder nicht.
Ich geb's zu: Für eine Regel noch ein bißchen willkürlich, da sprecherabhängig; aber dies sind letztlich die erwähnten sprachproduktiven Grammatikregeln.


Das Argument "Es wird von den Sprechern nicht angenommen" ist in diesem Zusammenhang natürlich ein Totschlagargument. Dann kann man natürlich gleich ganz die Grammatik und die Rechtschreibung frei geben, da *niemand* alle Regeln beherrscht

Im Prinzip sind die "Regeln" insofern freigegeben, als auch Sprachveränderungen protokolliert und, wenn sie sich durchsetzen, vom Duden und anderen Nachschlagewerken deskriptiv erfaßt werden. Aber sei ohne Sorge: Die Grammatik ändert sich nur unwahrnehmbar langsam.
Was passiert, wenn man künstlich normativ zu regeln versucht, zeigt die unsägliche neue Rechtschreibung, die die Einheitlichkeit der Rechtschreibung in den Medien weitgehend aufgelöst hat.

(adieu, Kommaregeln, adieu, Genitiv :-)

Kommaregeln sind weniger Sprachbegabten wahrscheinlich ohnehin nie zu vermitteln; der Genetiv [sic] ist - leider, leider - wie die ganze Flexion am Aussterben angesichts der Tendenz aller indoeuropäischen Sprachen hin zur "Chinesierung", also zur Aufgabe von Flexion zugunsten einer umschreibenden Konstruktion. Letztere scheint den meisten Sprechern leichter zu fallen.
"Das Auto von meinem Vater" statt "das Auto meines Vaters", "wegen Dir" statt "Deinetwegen".
Diese Tendenz besteht aber schon seit ein paar tausend Jahren.

Vom theoretischen Ur-Indoeuropäischen ausgehend, haben wir bereits Vokativ, Lokativ und Ablativ an Kasus verloren, der Dual wurde uns als Numerus geraubt, das Medium als Genus verbi (neben Aktiv und Passiv) ist nur noch äußerst rudimentär vorhanden ("sich spiegeln"), die Aspekte (imperfektiv vs. perfektiv) sind im Deutschen - anders als z.B. im Englischen - ersatzlos verpufft, es gibt nur noch zwei Tempora (Präsens und Präteritum; letzteres benutzt niemand in gesprochener Sprache), die durch Flexion gebildet werden.
Einerseits schade drum - andererseits fehlen sie uns auch nicht wirklich, oder?

Ebenfalls sehr herzliche Grüße

csbb


Herzliche Grüße,
REMchen

PS.:
Dein Komma nach "Grüße" ist übrigens ein Anglizismus.
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[1.1.2.1.1.1] denglische Sprachverwirrungen
msw antwortet auf csbb
23.07.2004 16:19
"früher" war das Unternehmen in dem ich arbeite ein deutsches Unternehmen und hatte deutsche "Unternehmens-Leitsätze". Man kann ja dazu stehen wie man will, aber die hat halt jeder auch verstanden im Sinne von: darüber mal nachgedacht ob das auch auf die eingene Arbeitsumgebung und Situation zutrifft.

"heute" ist das Unternehmen internaional ausgerichtet und hat "Guiding Principles". Diese werden in jeder "NatCo" (National Company, Landesgesellschaft) fleissig nachgeplappert - unübersetzt.

Beispiele:
One Company-the only winning strategy
We value simplicity
Customer delight drives action
Grow our people
Be vocal about the truth, the whole truth


Es gibt durchaus auch sinnfällige deutsche Redewendungen die das gleiche oder mehr aussagen, und von sicherlich mehr Leuten in Deutschland verstanden oder beherzigt weden als das englische Marketing-BlaBla.

Ein Satz wie "Kundenzufriedenheit bestimmt unser Handeln" klingt zwar etwas hausbacken, geht mir aber eher "in die Birne" als "Customer delight drives action", welches unter einer hausinternen Rundnachricht steht. Bei dem deutschen Text denk ich noch mal drüber nach, von dem englischen "Guiding principle" zappe ich gendnklich ganz schnell weg und bekomme eher einen Kackreiz.

Wenn ich mich mit einem Kollegen am Nachbartisch unterhalte dann sag ich ihm auch eher "machs nicht so kompliziert - stand heute morgen in der Hauspostille" als "denk dran - we value simplicity". Der guckt mich dann immer mit großen Augen an und fragt: hä? wo stand das denn? hab ich nicht gelesen ...
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[1.1.2.1.1.1.1] GKr antwortet auf msw
23.07.2004 19:36
Benutzer msw schrieb:
"früher" war das Unternehmen in dem ich arbeite ein deutsches Unternehmen und hatte deutsche "Unternehmens-Leitsätze". Man kann ja dazu stehen wie man will, aber die hat halt jeder auch verstanden im Sinne von: darüber mal nachgedacht ob das auch auf die eingene Arbeitsumgebung und Situation zutrifft.

"heute" ist das Unternehmen internaional ausgerichtet und hat "Guiding Principles". Diese werden in jeder "NatCo" (National Company, Landesgesellschaft) fleissig nachgeplappert - unübersetzt.

Beispiele:
One Company-the only winning strategy
We value simplicity
Customer delight drives action
Grow our people
Be vocal about the truth, the whole truth


Es gibt durchaus auch sinnfällige deutsche Redewendungen die das gleiche oder mehr aussagen, und von sicherlich mehr Leuten in Deutschland verstanden oder beherzigt weden als das englische Marketing-BlaBla.

Ein Satz wie "Kundenzufriedenheit bestimmt unser Handeln" klingt zwar etwas hausbacken, geht mir aber eher "in die Birne" als "Customer delight drives action", welches unter einer hausinternen Rundnachricht steht. Bei dem deutschen Text denk ich noch mal drüber nach, von dem englischen "Guiding principle" zappe ich gendnklich ganz schnell weg und bekomme eher einen Kackreiz.

Wenn ich mich mit einem Kollegen am Nachbartisch unterhalte dann sag ich ihm auch eher "machs nicht so kompliziert - stand heute morgen in der Hauspostille" als "denk dran - we value simplicity". Der guckt mich dann immer mit großen Augen an und fragt: hä? wo stand das denn? hab ich nicht gelesen ...

Ich mag mich täuschen, aber ich meine zu beobachten, dass das Denglish langsam, aber sicher zurückgedrängt wird.
Letztendlich wollen die Firmen nur eines: Den Kunden erreichen.
Sie haben sich vom Einsatz des Denglishen (man beachte die korrekte denglishe des Genitivs) einen internationalen Flair versproche. Merken mittlerweile, dass es viele Kunden eher abstösst, irritiert oder verunsichert.
Ich glaube, der Trend geht eindeutig wieder zum deutschen Ausdruck. Und das ist gut.

GKr
www.01088.com/alleswirdgut.php

P.S.: Aus meiner Software-Zeit bei einem amerikanischen Konzern eine Stilblüte, die ich heiss und innig geliebt habe (spricht meinen dadaistischen Humor an):
George, believe it or not - this is not a bug but a feature.