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Ex-Post-Regulierung kaum schlechter vorstellbar als die Ex-Ante-Regulierung


29.01.2009 18:33 - Gestartet von fruli
einmal geändert am 29.01.2009 18:36
Hi,

das Ergebnis der existierenden "Ex-Ante-Regulierung" mit abzugebendem genehmigungsfähigem Standardleistungsangebot "binnen 3 Monaten" kann sowieso nur noch als absurd angesehen werden: Bzgl. ADSL lag das Standardleistungsangebot erst 1¾ Jahre nach Inkrafttreten der Verfügug vor, bzgl. SDSL dauerte es geschlagene 2¼ Jahre - und elektronische Schnittstellen für "Sonderwünsche" wie FP stehen erst nach 2½ Jahren ab Frühjahr 2009 zur Verfügung.

Die Abbügelung der Provider-definierten Profile unabhängig vom üblichen KO-Regime gemäß ERG-Position und das blosse Verweisen auf die beabsichtigte Telekom-RAM-Einführung, die ggü. den Plänen zum Zeitpunkt des Abschlusses des Regulierungsverfahrens nochmals um 1 Jahr auf Ende 2009 verzögert wurde und damit ausserhalb der Kollokationsgebiete die weitere Defakto-Monopol-Festschreibung an längeren Anschlussleitungen (ohne 1,5MBit-Fixed-Rate-Verfügbarkeit kein zur Vermarktung geeigneter All-IP-Upstream) machen die IP-Bitstream-Regulierung noch zusätzlich zur Farce.

Die Ablehnung der im ERG-Bitstrom-Standpunkt noch von der BNetzA mitgetragenen Provider-definierten Profile unabhängig vom Schaltregime des Incumbents erfolgte im Bitstrom-Regulierungsverfahren durch die BNetzA mit einer derartigen scheinheiligen Dreistigkeit, dass angebliche der "Verbraucherschutz" Grund dafür sein sollte:
http://preview.tinyurl.com/ngnbitstream S.53 (PDF-Seite 63)

... und bzgl. Migrierung bestehender T-DSLer zu All-IP-Bitstream wurden bewußt lange DSL-Ausfallzeiten ermöglicht, die diesen Wechseltendenzen vorbeugen - mit kündbarem C&S-Paket erhält der Provider von der Telekom eine abschlägige Verfügbarkeit mitgeteilt und man muss zuvor auf einen reinen Telefonanschluss migrieren. Für Standalone-IP-BSA-Beauftragung ohne existierenden Telekom-Festnetz-Anschluss steht auch noch keine vernünftige elektronische Schnittstelle zur Verfügung, etc.


Da hätte man wie bei ATM-Bitstream gleich zur Ex-Post-Regulierung greifen können und das Ergebnis wäre kaum schlechter gewesen.

Eine Anhebung der Bitstrom-Entgelte oder gar eine Aussetzung des Bitstrom-Angebots sind trotz dieser Entscheidung kaum zu befürchten - schliesslich wären sowohl C&S Basic IP für 30€/Monat als auch C&S Comfort IP (ab April/Mai 35€/Monat) mit höheren Bitstream-Vorleistungspreisen bzw. ohne All-IP-Bitstream nicht nachbildbar und daher missbräuchlich.

Es geht hier in erster Linie um juristische Scharmützel - so hat die Telekom bei Ex-Post-Regulierung deutlich mehr Einfluss auf die Vertragskonditionen en Detail - aber wie gesagt hat m.E. die "Ex-Ante"-Regulierung sowieso NULL gebracht in diesem Fall, so unglücklich, wie sie erfolgt ist.

So long.
fruli