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Rechtliche Grundlage


23.08.2006 15:41 - Gestartet von ippel
Mich würde die rechtliche Grundlage für die Verurteilung interessieren. Ich finde das Urteil durchaus begrüßenswert, kann mir aber nicht vorstellen, gegen welches Gesetz das Herunterladen von Videos auf das Handy verstoßen soll.

Ippel
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[1] Kai Petzke antwortet auf ippel
23.08.2006 17:05
Benutzer ippel schrieb:
Mich würde die rechtliche Grundlage für die Verurteilung interessieren. Ich finde das Urteil durchaus begrüßenswert, kann mir aber nicht vorstellen, gegen welches Gesetz das Herunterladen von Videos auf das Handy verstoßen soll.

Bei Videos mit Kinderpornographie und Gewaltexzessen ist bereits deren Besitz strafbar, erst recht deren Vervielfältigung (= herunterladen). Werden Dateien, die eine FSK-16 oder keine Jugendfreigabe haben, an andere Jugendliche weitergegeben oder vorgeführt, liegt ein Delikt nach dem Jugendschutzgesetz vor.


Kai
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[1.1] ippel antwortet auf Kai Petzke
23.08.2006 17:25
Benutzer Kai Petzke schrieb:
Bei Videos mit Kinderpornographie

Klar.

und Gewaltexzessen ist bereits deren Besitz strafbar,

Wo steht das? Kinderpornos sind natürlich bereits bei Besitz strafbar. Aber darum ging es ja hier nicht. Hier geht es um irgendwelche Gewaltvideos, nicht selten sogar selbstgedreht.

erst recht deren Vervielfältigung (= herunterladen). Werden Dateien, die eine FSK-16 oder keine Jugendfreigabe haben, an andere Jugendliche weitergegeben oder vorgeführt, liegt ein Delikt nach dem Jugendschutzgesetz vor.

Ja, für kommerzielle Filme gilt das, nicht aber für mein Urlaubsvideo oder alles andere private Material.

Ippel
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[1.1.1] iwir antwortet auf ippel
23.08.2006 19:54
Wo könnte so etwas stehen?!?

Vielleicht im StGB ...

Lesen bildet.

Also, los mann


Benutzer ippel schrieb:
Benutzer Kai Petzke schrieb:
Bei Videos mit Kinderpornographie

Klar.

und Gewaltexzessen ist bereits deren Besitz strafbar,

Wo steht das? Kinderpornos sind natürlich bereits bei Besitz strafbar. Aber darum ging es ja hier nicht. Hier geht es um irgendwelche Gewaltvideos, nicht selten sogar selbstgedreht.

erst recht deren Vervielfältigung (= herunterladen). Werden Dateien, die eine FSK-16 oder keine Jugendfreigabe haben, an andere Jugendliche weitergegeben oder vorgeführt, liegt ein Delikt nach dem Jugendschutzgesetz vor.

Ja, für kommerzielle Filme gilt das, nicht aber für mein Urlaubsvideo oder alles andere private Material.

Ippel
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[1.1.2] spl antwortet auf ippel
23.08.2006 20:50
Benutzer ippel schrieb:
Ja, für kommerzielle Filme gilt das, nicht aber für mein Urlaubsvideo oder alles andere private Material.

Meines Wissens ist der reine Besitz von Gewaltvideos für den Eigengebrauch nicht verboten.

Entweder geht das Urteil zu weit, oder, was mir wahrscheinlicher scheint, die Presse hat wieder schludrig recherchiert und/oder wesentliche Dinge unter den Tisch fallen lassen.

spl
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[1.1.2.1] wernerd antwortet auf spl
23.08.2006 22:05

einmal geändert am 23.08.2006 22:05
Nehmen wir an, jemand kauft seinem Sohn ein Handy und dieser lädt sich da Gewaltvideos drauf. Was ist an reinen Gewaltvideos strafbar? Im StGB findet sich meines Wissens nichts, außer §184a. Wenn das Video da nicht drunter fällt, ist es nicht strafbar. Und wenn das Gericht den bösen "Tätern" dann noch nicht einmal das Handy zurückgibt, halte ich das für rechtswidrig. Eine Einziehung ist explizit nicht angeordnet. Mit einer solchen Einstellung sind auch alle Computer einzuziehen: man kann im Internet sicherlich noch einfacher auf entsprechende Inhalte zugreifen! DVD-Player? Playstation? X-Box? Alles kann ja auch Gewaltvideos abspielen. Gehört abgeschafft. Morgen spielen die Kinder wieder mit Bauklötzchen. Das schadet nicht der Entwicklung unserer Kinder. Aber im Harry-Potter-Kinofilm läuft (ab sechs Jahren) eine Zigarettenwerbung nach der anderen. Das ist erlaubt. Davon gehen ja keine Gefahren aus.
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[1.1.2.1.1] spl antwortet auf wernerd
24.08.2006 01:08
Benutzer wernerd schrieb:
Was ist an reinen Gewaltvideos strafbar? Im StGB findet sich meines Wissens nichts, außer §184a.

Der Besitz kann schon nach § 131 StGB strafbar sein, aber nur zum Zweck das Material Dritten zugänglich zu machen.

Eine Einziehung ist explizit nicht angeordnet.

Tatwerkzeuge können schon eingezogen werden (§§ 74 ff. StGB).

Ich möchte aber überhaupt mal wissen, welcher Lehrer seine Schüler anzeigt. An Bayerns Schulen scheint's herzlich zuzugehen.

spl
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[1.1.2.1.1.1] CCITT5 antwortet auf spl
24.08.2006 07:08
Wieder ein Grund mehr Verschlüsselungs Technologie zu verwenden.
Wäre sicherlich weitaus aufwendiger gewesen 200x einen 1024 Bit Code zu knacken.
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[1.1.2.1.1.2] wernerd antwortet auf spl
24.08.2006 07:48

einmal geändert am 24.08.2006 07:49
Die Vorschrift kannte ich ehrlich gesagt nicht (ist bei uns wohl kein Prüfungsstoff). Meine Güte, "menschenähnliche Wesen". Es ist ja wirklich alles strafbar, was über Bienchen und Blümchen hinausgeht.