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Aufgaben weggefallen


13.10.2003 20:22 - Gestartet von orlando
12000 Mitarbeiter ohne Arbeit und bei vollen Bezügen. Das hört sich auf den ersten Blick empörend an. Man darf allerdings nicht vergessen, daß natürlich Mitarbeiter übrig bleiben, wenn man eine Behörde in ein Wirtschaftsunternehmen wandelt. Nehmen wir zum Beispiel an, vor 20 Jahren hätte man sich über seinen Briefträger beschwert, weil der vielleicht unzuverlässig arbeitete. Eine solche Kundenbeschwerde wurde sorgfältig bearbeitet. Ein Sachbearbeiter in der OPD legte eine Akte an und verordnete dem Amtsleiter eine Vernehmung des Briefträgers. Der Vorgang ging wieder zurück und man bekam als Kunde eine ausführliche Erklärung, Rechtfertigung oder eine Entschuldigung mit oder ohne Erläuterung der Maßnahmen.
Heute bekommt man im Extremfall überhaupt keine Antwort auf eine Beschwerde. Allenfalls wird "schnell mal eben" telefoniert. Das alles konnte sich eine Behörde nicht leisten. Nur ein Beispiel. Es gibt weitere über den Wegfall von Aufgaben. Die Telekom zum Beispiel hat ihre Zellen durch freistehende Einrichtungen ersetzt und verlagert die Säuberung der Anlagen so auf den Steuerzahler. Viele Mitarbeiter werden eingespart und dies wird allgemein gefeiert. Die Nachteile werden selten gesehen. E i n vorübergehender Nachteil ist, daß ein kleiner Teil des Personals überzählig ist. Das Personal allerdings kann dafür auch nichts.

O.
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[1] northwind antwortet auf orlando
14.10.2003 08:29
Ich denke nur man kann es auch mit weniger , dafür aber mit besser motivierten Mitarbeitern, einen guten Service auch im Reklamtionsverhalten erreichen! Leider ist in meinen Augen, jeder 3. Mitarbeiter der DTAG nicht motiviert und hat teilweise eine "miese" Arbeitseinstellung.Der "Kunde" gilt noch leider bei vielen der MA als "Anschlussinhaber"!Teilweise liegt es aber auch an der Führung der DTAG.

MfG

northwind
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[1.1] wolli10 antwortet auf northwind
15.10.2003 01:48
Ich bin in einem mittelständischen Unternehmen für die Telekommunikation zuständig.
Und ich kann nur sagen, daß meine "übriggebliebenen" Ansprechpartner, motiviert und kompetent sind.
(Und sicher überlastet!)
Eigentlich schade, daß die Telekom bei den Verbindungspreisen
immer noch nicht mithalten kann.
Denn ich habe die leidvolle Erfahrung gemacht: Die Schwierigkeit Probleme zu lösen, steigt mit der Anzahl der Ansprechpartner (Preselection-Provider) exponentiell!

Wolli
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[1.1.1] PSA2003 antwortet auf wolli10
22.10.2003 22:51
Das mit dem freundlich und kompetent wird sich bald erledigen!
Ich selbst musste heute miterleben das 50% meiner Kollegen in unserem Team "gecleart" wurden, wie das so schön bei der Telekom heisst. Darunter sehr viele Leistungsträger. Langjährige topausgebildete Mitarbeiter mit viel Knowhow.
Ich vermute das hier nicht bekannt ist wie dieses Clearing-Verfahren läuft!
Hier ein Beispiel an der Kräftegruppe "Diagnose-Fehlereingrenzung" im Innendienst:
Das Team wird in Altersgruppen aufgeteilt (20-30 jährige, 30-40 jährige usw.). Nehmen wir als Beispiel die 30-40 Jährigen. Dort gibt es z.B. 6 Kollegen an einem Standort. Bei 50% werden 3 "gecleart". Die Altersgruppe wird in 2 Leistungsgruppen eingeteilt. Die deren Beurteilung unter dem Durchschnitt, und die der Leistungsbeurteilung gleich oder über dem Durchschnitt liegt. Jeder Mitarbeiter musste zudem einen Fragebogen über die sozialen Gegebenheiten ausfüllen (Familienstand, Kinder, Betriebszugehörigkeit usw.). Begonnen wird beim Clearing mit den Leistungsträgern (Gute Beurteilung = Leistungskategorie 1).
Als erstes geht somit der beste Kollege mit den wenigsten Sozialpunkten. Dann der Kollegen aus der Leistungskategorie 2 mit den wenigsten Sozialpunkten, gefolgt von einem erneuten Kollegen aus der Kategorie 1 mit den somit zweitwenigsten Sozialpunkten. Fazit: Gehen 3 Kollegen, so sind davon 2 Spitzenleute und 1 aus der Zweitenwahl betroffen.
Niemand der auch nur halbwegs betriebswirtschaftlich denkt, setzt als erstes seine Top-Mitarbeiter vor die Tür!!!!
Es ist zum Heulen mitzuerleben, wie langjährige, zuverlässige Spitzenkräfte in die Personal-Service-Argentur verschoben werden. Wenn eines somit sicher ist, dann das sich Leistung in diesem Unternehmen definitiv nicht lohnt! Niemand der "Übriggebliebenen" sieht einen Grund sich überhaupt noch anzustrengen und sich mit Freude und Leistungswillen in die Arbeit zu stürzen. Wofür? Damit man eine gute Leistungsbeurteilung erhält und beim nächsten anstehenden Clearing dann als Erster weg vom Fenster ist?
Unser Vorstandsvorsitzender Ricke hat den "T-Spirit" als neuen Geist im Unternehmen ausgerufen, den auch der Kunde spüren soll.
Das ist zum Lachen! Wenn das der neue Spirit im Unternehmen sein soll, dann hat der Kunde keinen Service mehr zu erwarten.
Das die Telekom von ihrem Schuldenberg runter muss ist klar. Und Personal muss dafür nun leider auch abgebaut werden. Aber bitte nicht so. Der Mitarbeiter an der Basis und an der Kundenfront sollen nun die Unfähigkeit des Vorstandes, der diese Schulden durch Fehleinkäufe und Preistreiberei beim Ersteigern der UMTS-Lizensen verursacht hat ausbaden. So bitte nicht!
Das Einzige was bisher erreicht wurde, ist das viele Spitzkräfte zur Untätigkeit verdammt wurden und der "Rest" keine Lust und Motivation mehr hat, sprich, völlig frustriert ist.
Wenn ihr euch jetzt fragt, wieso ich denn ausgerechnet dabeigelieben bin, so hab ich einfach nur Glück gehabt, bzw. genug Sozialpunkte. Ich werde aber zur Sicherheit alles dafür tun das meine Leistungsbeurteilung das nächstemal schlechter ausfällt ;-)


Gruß
PSA2003
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[1.1.1.1] wm-becklem antwortet auf PSA2003
28.11.2004 22:12
Ich persönlich bin zum Glück seit ende 1999 nicht mehr aktiv bei der DTAG beschäftigt. Bin beurlaubter Beamter ohne Bezüge und arbeite seit dem bei einem externen Unternehmen als Angestellter. Habe dort zum Glück mehrere Entlassungswellen überstanden und mache meinen Job mit viel Freude und Einsatzbereitschaft. Warum? Nicht nur weil mir die Arbeit an sich Spaß macht, sondern weil die Bezahlung auch gut ist. Weihnachtsgeld,Urlaubsgeld und Bezahlung für nächtliche Extraeinsätze. Wie ergeht es den Ex-Kollegen bei der DTAG? Einführung der 34 Stunden Woche mit voller Lohnanpassung - d.H. nur noch 34/38,5 - dazu ab nächstem Jahr der komplette Wegfall des eh schon kläglichen Weihnachts-und Urlaubsgeldes.
Keinerlei Perspektiven,dass sich diese Situation irgendwann mal wieder durch reguläre Lohnerhöhungen (da Nullrunden) oder berufliche Aufstiegschancen verbessert.
Manch ein Kollege wäre bei Bezahlung nach Harz 4 besser dran.
Ganz ehlich - wer ist bei solchen Rahmenbedingungen noch wirklich motiviert?
Aber die Aktionäre müssen nun mal befriedigt werden - das ist
das einzig Wichtige auf dieser Welt. Die Mitarbeiter werden nicht als Menschen sondern nur als lästige Kostenfaktoren gesehen. Übelst !!!