Anbieterforum
  • 27.12.2010 10:15
    nepomuc schreibt

    Wie alte Leute abgezockt werden sollen

    Ich möchte euch vor einer Werbemasche von Vodafone warnen, die ich bislang nur Kleinkriminellen zugetraut hätte und an Skrupellosigkeit kaum noch zu überbieten ist.
    Folgender Sachverhalt:
    Meine Schwiegermutter wohnt in einem Mehrfamilienhaus in Berlin. Vor sechs Wochen klingelte bei ihr ein Trupp von sechs Personen, die ihr erklärten, dass die Leitungen der Telekom durch Vodafone ersetzt werden würden und sie in diesem Zusammenhang einen neuen Vertrag bei Vodafone abschließen müsste. Sie versuchte zwar die Typen abzuwimmeln, fühlte sich aber dann doch genötigt einen der Leute in ihre Wohnung zu lassen. Dieser Typ erklärte ihr dann, dass die Umstellung auch für Sie persönlich Vorteile hätte, da die zukünftigen Kosten dann deutlich geringer ausfallen würden.

    Er bat sie um eine Telekom-Rechnung, damit er die Telefondaten auf den neuen Vertrag übertragen könne. Danach legte er ihr einen ausgefüllten Auftrag einschließlich einer Einzugsermächtigung zur Unterschrift vor. Meine Schwiegermutter stutzte weil in der Einzugsermächtigung bereits ihre Bankverbindung eingetragen war ohne dass sie diese Daten genannt hätte. Als sie den Vertreter danach fragte meinte der, er hätte die Daten aus der Telekom Rechnung übernommen. Nachdem der Werber wieder verschwunden war, sah sie sich ihre Telekom-Rechnung genauer an und stellte fest, dass die vollständige Bankverbindung aus der Rechnung überhaupt nicht zu ersehen ist. Da ihr der gesamte Vorgang unheimlich erschien, widerrief sie den Auftrag und sandte den Widerruf fristgemäß an die in der Widerrufsbelehrung angegebene Adresse. Von einigen anderen älteren Mietern erfuhr sie, dass einige von ihnen mit der gleichen Masche genötigt, wurden einen Vertrag abzuschließen.

    Auf ihren Widerruf erhielt sie dann eine Ablehnung mit der Begründung, sie hätte den Auftrag in einem Vodafone-Shop abgeschlossen und der Widerruf wäre damit nicht zulässig. Diese Behauptung ist absolut falsch und lässt sich auch mit diversen Zeugen widerlegen. Wenige Tage danach erhielt sie Post von einem Vodafone-Shop aus Mönchengladbach, die ihr Equipment zusenden wollten, das sie aber postwendend zurück schickte. Warum ein in Berlin wohnender alter Mensch nach Mönchengladbach gereist sein sollte, um dort in einem Vodafone-Shop einen Vertrag abzuschließen, wird wohl das Geheimnis von Vodafone bleiben. Offensichtlich wird aber, dass Vodafone nicht nicht nur Werbekolonnen beauftragt hat, sondern sich mit seinen Vodafone-Shops offensichtlich aktiv an der Masche beteiligt, Haustürgeschäfte zu verschleiern.

    Da der Sachverhalt eindeutig ist, sehe ich dem weiteren Ablauf von der rechtlichen Seite her sehr gelassen entgegen. Ich habe mich trotzdem zu dieser Informationen entschlossen, um andere, die möglicherweise mit der gleichen Nepper-Schlepper-Bauernfänger-Masche konfrontiert werden, zu warnen. Mich würde sehr interessieren, um eine bereits bekannte Methode oder um eine neue Abzockervariante handelt.

    Auf jeden Fall zeigt dieses Beispiel, was man von der Seriosität dieses Unternehmens zu halten hat
  • 27.12.2010 12:52
    Baserin antwortet auf nepomuc
    Ähnliches haben angebliche Telekommitarbeiter bei mir versucht. Von einem bestimmten Shop hörte ich allerdings nichts, weil ich diese Leute verjagen konnte. Nach einer Anfrage bei der Telekom stellte sich heraus, dass hier nicht im Auftrag der Telekom gehandelt wurde. Sie wussten aber sehr wohl, dass sich Leute als Mitarbeiter ausgeben und auf diese Art Verträge abzuschließen versuchten. Bei der Telekom war man aber sehr daran interessiert, die angeblichen Mitarbeiter zu ermitteln.
    Ebenfalls wurde bei meinem Telefonanbieter ein Kündigungsversuch unternommen, der nur deshalb nicht gelang, weil ich mich direkt nach diesem ominösen Versuch auch bei meinem Telefonanbieter meldete und denen den Sachverhalt schilderte, weil ich genau das gefürchtet hatte.
    Kurz darauf bekam ich eine Rechnung von der Telekom über ca. 400 Euro, obwohl ich ja gar nicht Kunde der Telekom war. Auch hier stellte sich heraus, dass die Rechnung gar nicht von der Telekom kam. Sie sah aber täuschend echt aus und wirkte sehr beeindruckend. Bei der Telekom sagte mir der entsprechende Mitarbeiter, dass er diese "Rechnung" auf ersten Blick selbst für echt hielt.

    Ich könnte mir hier auch vorstellen, dass Vodafone selbst hier in einen Betrug hineingezogen werden sollte, da Vodafone ja gemeinhin als seriös gilt. Inwieweit der Shop von dieser Methode wusste, würde mich aber interessieren. Ich würde mich freuen, wenn du hier posten würdest, wie die Geschichte weiter geht.

    In meinem Fall musste ich irgendwann eine Zeugenaussage machen, weil die Telekom Strafanzeige gestellt hatte und die Täter ermittelt werden konnten.

    Gruß, Baserin
  • 27.12.2010 13:54
    niknuk antwortet auf nepomuc
    Benutzer nepomuc schrieb:

    > Auf jeden Fall zeigt dieses Beispiel, was man von der
    >
    Seriosität dieses Unternehmens zu halten hat

    Ja, der Mönchengladbacher Vodafone-Shop agiert höchst unseriös. Nicht weniger unseriös ist es allerdings, das Verhalten der Mitarbeiter irgend eines Shops, der auf eigene Rechnung arbeitet und mit Vodafone eigentlich gar nichts zu tun hat, auf Vodafone zu übertragen. Die aggressive Drückerkolonne wurde jedenfalls nicht von Vodafone zu deiner Schwiegermutter geschickt, das hat der Mönchengladbacher Shop ganz alleine zu verantworten.

    Gruß

    niknuk
  • 27.12.2010 14:54
    nepomuc antwortet auf niknuk
    Benutzer niknuk schrieb:

    > Ja, der Mönchengladbacher Vodafone-Shop agiert höchst unseriös.
    >
    Nicht weniger unseriös ist es allerdings, das Verhalten der
    >
    Mitarbeiter irgend eines Shops, der auf eigene Rechnung
    >
    arbeitet und mit Vodafone eigentlich gar nichts zu tun hat, auf
    >
    Vodafone zu übertragen. Die aggressive Drückerkolonne wurde
    >
    jedenfalls nicht von Vodafone zu deiner Schwiegermutter
    >
    geschickt, das hat der Mönchengladbacher Shop ganz alleine zu
    >
    verantworten.

    Das würde ich auch so sehen wollen, wenn sich Vodafone nicht aktiv an der Behauptung falscher Tatsachen beteiligen würde. Aber genau das tun sie, denn Vodafone hat behauptet, dass es sich nicht um ein Haustürgeschäft sondern um ein Vertragsabschluss in einem Vodafone-shop handeln würde. Zwischenzeitlich weiss ich, dass mit der gleichen Masche 3 weiteren Mieter des Hauses unterstellt wird, einen Vertrag im Shop abegeschlossen zu haben.

    Dass nicht mehrere mieter aus Berlin am selben Tag nach Mönchengladbach fahren um dort im Vodafone-Shop Verträge abzuschließen, sollte jedem Vodafonemitarbeiter eigentlich sofort klar sein.
  • 27.12.2010 23:34
    niknuk antwortet auf nepomuc
    Benutzer nepomuc schrieb:

    > Das würde ich auch so sehen wollen, wenn sich Vodafone nicht
    >
    aktiv an der Behauptung falscher Tatsachen beteiligen würde.
    >
    Aber genau das tun sie, denn Vodafone hat behauptet, dass es
    >
    sich nicht um ein Haustürgeschäft sondern um ein
    >
    Vertragsabschluss in einem Vodafone-shop handeln würde.

    Das ist einfach zu erklären: der Mönchengladbacher Shop könnte den Vertragsschluss einfach als Vertragsschluss im Shop deklariert und ihn dementsprechend an Vodafone gemeldet haben. Vodafone kann nicht nachprüfen, wo das Antragsformular unterschrieben wurde.

    Aber selbst wenn diese Vermutung nicht stimmt: der unseriöse Laden ist der Mönchengladbacher Shop, nicht Vodafone. Allein die Art, wie deine Schwiegermutter überfallen wurde, ist höchst unseriös, aber wie bereits erwähnt nicht auf dem Mist von Vodafone gewachsen.

    Gruß

    niknuk
  • 27.01.2011 11:19
    Dandy28 antwortet auf nepomuc
    Für den Support ist es nicht zu erkennen ob es sich um ein Haustür bzw. einen Auftrag aus einem Shop handelt. Vermutlich hatte der " Mitarbeiter " einen Handschriftlichen Auftrag dabei und im Shop wurde dieser dann über das System eingegeben und aktiviert. Wenn du nun beim Support anrufst, ist allerdings nur der Shop ersichtlich und kein Hinweis auf das Haustürgeschäft.
    Es sollten jedoch Unterlagen des Vertrages vorliegen, laß Dir diese einfach zuschicken.

    Leider gibt es immer wieder solche Fälle, mit Sicherheit nicht nur von Vodafone, mir sind mit anderen Anbeiter noch ganz andere
    Fälle bekannt.
  • 29.01.2011 01:06
    butter-fly antwortet auf Dandy28
    Hey

    Das ist leider kein Einzelfall der Telekom liegen diesbezüglich auch schon beschwerden vor nur ohne namen usw. kann man wenig ausrichten außer Eintsweilige verfügungen...

    Vorsicht ist geboten nach Vertragsabschluss wird sofort an euer Anbieter eine Kündigung geschrieben also den sofort informieren.. und alles melden und den Vorfall schildern....

    Was mir bis jetzt nicht bekannt war das der Wiederruf nichz angenommen wurde weil angeblicher Vertragsabschluss im Shop war dies höre ich zum ersten mal ist aber gut zu Wissen...

    Halt uns auf den laufenden bin gepsannt wie Vodafone verbleibt mit Ihrer Schwiegermutter


    lg
  • 31.01.2011 10:37
    nepomuc antwortet auf Dandy28
    es war ein Auftragsvordruck, aus dem nicht zu ersehen war, dass es sich um einen Shop handelte. Der Vertreter hat den Vordruck lediglich handschriftlich unterschrieben. Ich nehme an, dass der Auftrag nachträglich mit dem Stempel des Shops versehen wurde.

    Zwischenzeitlich hat sich die Angelegenheit erledigt. Ich hatte für meine Schwiegermutter ein Schreiben aufgesetzt, dass es sich um ein Haustürgeschäft handelt und dies auch von mehreren Personen (die am selben Tag ebenfalls mit der gleichen Masche ausgetrickst wurden) bezeugt wird.

    Dem zuständigen Sachbearbeiter muss wohl klar gewesen sein, dass die Behauptung Vodafone´s im Ernstfall nicht glaubhaft zu machen ist. Es kann von Vodafone ein Schreiben, dass SIM-Karte abgeschaltet wurde. Die Karte war allerdings nie aktiviert, denn sie wurde seinerzeit sofort mit dem gesamten sonstigen Equipment an den Shop zurück geschickt. Am nächsten Tag kam noch eine Gutschrift, da für den ersten Monat bereits eine Rechnungslegung erfolgt war.

    Damit dürfte sich die Angelegenheit erledigt haben. Allerdings zeigt das auch, dass man sich mit allen Mitteln gegen solche Praktiken wehren muss, was manchmal äußerst schwierig sein dürfte.