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Ohne Worte!


24.11.2002 13:04 - Gestartet von fonfux
Informationen der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung weiter bis zum April 2003. Ursprünglich sollte die Dienstleistung, mit der Verbraucher wie bei Ferngesprächen durch eine Betreibervorwahl von Anruf zu Anruf eine bestimmte Telefongesellschaft im Ortsnetz auswählen können, zum 1. Dezember 2002 starten.

Zumindest hatte der Gesetzgeber das Call-by-Call-Verfahren im Ortsnetz zu diesem Termin ermöglicht, nun aber werden technische Schwierigkeiten dafür verantwortlich gemacht, dass sich die Einführung hinauszögert. Für die Netzbetreiberwahl auch im Ortsnetz müssen die Schaltanlagen der Telekom in den Hauptverteilern mit neuer Software ausgestattet werden. Die Hersteller der Anlagen (Siemens und Alcatel) hätten den Auftrag zur Umstellung der Software erst spät erhalten, schreibt die Zeitung. Außerdem gibt es nach dem Bericht massiven Streit über den Preis, zu dem die Telekom den Wettbewerbern die Ortsgespräche ermöglichen muss. Die Telekom versuche, ihre Monopolstellung durch eine Verzögerungstaktik zu verteidigen, wirft die Zeitung dem Konzern vor.

Telekom-Sprecher Ulrich Lissek wies gegenüber dpa eine Schuld der Telekom an Verzögerungen zurück. Das Gesetz sei erst vor wenigen Wochen abgesegnet worden und regle nur "in gröbsten Zügen" die Wettbewerbsbedingungen. Es bestehe noch vielfältiger Klärungsbedarf. Beim Call-by-Call-Verfahren für Fernverbindungen seien zwei Jahre zwischen Gesetz und dem Beginn der freien Anbieterauswahl vergangen. Es sei noch eine ganze Reihe technischer Fragen zu klären, außerdem müssten sich die Wettbewerber untereinander noch auf bestimmte Rahmenbedingungen einigen, hieß es bei der Telekom. Der Telekom- Sprecher wollte den von der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung genannten Termin für die Realisierung des Call-by-Call im Ortsnetz nicht bestätigen. Wer jetzt einen Zeitpunkt nenne, habe "hellseherische Fähigkeiten"; er bestätigte aber, dass sich die Einführung deutlich verzögern werde. Den Vorwurf, die Telekom verteidige ihre Vormachtstellung im Ortsnetz durch eine Verzögerungstaktik, wies er zurück.

Bislang kann sich die Telekom noch auf eine weitgehend unangefochtene Monopolstellung bei Ortsgesprächen stützten, rund 98 Prozent der Telefonate im Ortsnetz werden über den Konzern abgewickelt. Die Preise für Ferngespräche fielen infolge der Liberalisierung im Telefonbereich Anfang 1998 um bis zu 90 Prozent. Niemand rechnet allerdings damit, dass es im Ortsnetz zu einem vergleichbaren Preissturz kommt. Die Hürden für Call-by-Call im Orstnetz legte der Gesetzgeber zudem etwas höher als bei Ferngesprächen. (jk/c't)