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Celeon-Betrug, Telcos Ignoranz und das Gerichtsurteil


28.06.2005 19:34 - Gestartet von worli
Hallo Leute, ich bin neu hier, aber ich hab auch was zu berichten, was Euch interessieren würde.

Ich war einer der Leute, die seinerzeit (13.02.2003) mal bei der Celeon-GmbH einen Vertrag geschlossen hatten, der die Lieferung eines Mobiltelefons in Verbindung mit zwei e-plus-Verträgen beeinhaltete. Die Grundgebühr sollte von Celeon erstattet werden. Gekommen ist von denen, wie hier ja schon öfters zu lesen war, nichts.
Allerdings hatte man nun zwei E-plus-Verträge am Hals. e-plus zeigte sich relativ kulant und deaktivierte den Vertrag, nicht so Telco!

Ich folgenden gab es einen regen Schriftwechsel zwischen Telco und mir, in dem ich die Sachlage erklärte und Ihnen mehrfach androhte, meine Zahlungen einzustellen. Als ich das dann wahr machte, wurde mir nach einigen Mahnungen gekündigt. Es entstand daraufhin ein weiterer kurzer Meinungsaustausch mit dem Rechtsbeistand der Fa. Telco, den ksp Rechtsanwälten, die mich mit Serienbriefen aus den PC überschwemmten. Nach einiger Zeit beantragten Sie einen Mahnbescheid, dem ich widersprach, und so kam die Sache vor Gericht.

Auf ein kurzes, meiner Meinung nach ziemlich überheblich abgefaßtes Klageschreiben der ksp Rechtsanwälte, setzte ich eine ca. 20 Seiten umfassende Klageerwiderung entgegen (RA hatte ich keinen). Die ksp Rechtswälte konterten nochmals mit ca. 15 Seiten Begründung, was aber keinen Erfolg hatte: Die Klage der Fa. Telco wurde im schriftlichen Verfahren abgewiesen. Grund dafür war einzig und allein, daß der Vertrag damals auf Formularen der Fa. RSLCOM abgeschlossen wurde, diese aber zum Zeitpunkt des Vertragsschlusses bereits Telco hieß. Es bestand laut Urteilsbegründung nie ein Vertrag mit der Fa. Telco.

Der Schriftverkehr umfaßt insgesamt so ca 1/2 Leitz-Ordner, viel Arbeit für 147,50€, aber mir gings um Prinzip, auch wenn ich vorloren hätte.

Wenn jemand Interesse hat, ich kann gerne nähere Ausküfte dazu geben, wenn ich die wichtigsten Sachen mal gescannt hab, auch zusenden.

Also, nicht immer den Kopf in den Sand stecken!

Worli
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[1] 28cm antwortet auf worli
05.07.2005 03:23
ich habe hier nun schon sehr viel über Fälle gelesen, bei denen Verbraucher bei unseriösen Anbietern Vereinbarungen abgeschlossen haben, die letztendlich nicht eingehalten wurden - so auch bei der genannten Firma Celeon.

Ich kann bis heute nicht verstehen, wie man als Verbaucher solche Geschäfte abwickeln kann. Der geschilderte Fall läuft doch darauf hinaus, dass zwei Verträge bei unterschiedlichen Anbietern (!) abgeschlossen werden, um ein(!) Mobiltelefon besonders günstig zu erhalten - sehr schlauer Deal. Sorry, aber ich habe kein Verständis für solche 'Geschäfte' und ich bin der Meinung, man soltle sich in solchen Fällen vor allem mal an die eigene Nase fassen. Was hat mich dazu getrieben, ein solch unseriöses Geschäft auch noch selbst abzuschließen? Warum muss ich zwei Verträge abschließen, um ein Handy zu erhalten - warum ist gerade in dieser Kombination dieses Handy so günstig? Wer rechnen kann, erkennt schnell, dass man sich durch solche Angebote sehr oft einfach nur das Gerät mit Raten von 24 Monaten (Grundgebühren) kauft. Nicht verstehen kann ich auch das Rechtsempfinden der Verbraucher, die einem Betrug auf dem Leim gehen und andere dann als 'Betrüger' darstellen. Nicht der Anbieter ist betrogen worden und hat den Vertrag für den Verbraucher abgeschlossen, nein der Verbraucher selbst ist einem Betrug aufgesessen.

Die Tatsache, dass dieser Fall nur aufgrund eines 'Formfehlers' zu Gunsten des Verbrauchers ausgegangen ist, zeigt doch schon, dass im dem Fall der Provider Telco nicht zu Verantwortung zu ziehen ist - das hat ein deutsches Gericht auch so entschieden. Interessieren würde mich, was denn jetzt aus dem Handy geworden ist? Das ist ganz sicherlich im Besitz des Verbauchers geblieben - toller Schnapper so ganz umsonst, da ja Eplus den Vertrag offensichtlich aufgelöst hat und Telco wohl den Verbaucher auch keine Beträge in Rechnung stellen darf. Telefoniert wurde mit den Verträge vermutlich auch keine Minute, warum denn auch, man hat ja noch ein paar andere Karten auf sich laufen. Tolles Geschäft, respekt!

Kopfschüttelnd
28cm
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[1.1] worli antwortet auf 28cm
07.07.2005 11:01
Hallo, danke für die Antwort.

So kann man die Sache natürlich auch sehen, vor allem wenn man bei einem Provider arbeitet oder was gibt es sonst für einen Grund, sich so sehr auf die Seite dieser Firma zu schlagen.

Ich hatte seit 1997 bereits viele Moblfunkverträge und ich kann mit Fug und Recht behaupten, daß mir noch nirgends soviel Kundenunfreundlichkeit (insbesondere bei der Kündigung bzw. Vertragverlängerung, besonders bei der RSLCOM / Telco) entgegengeschlagen ist, als bei diesen Providern oder Netzbetreibern. Da ging es um Kündigungen, die sie nie angeblich erhalten haben oder Nachteiliges im Kleingedruckten (z.B Deaktivierungsgebühr), um Werbeversprechen, die mit drei Sternchen am Fuß der Anzeige wieder relativiert werden usw. Kulanz oder Konfliktlösungen werden meiner Erfahrung nicht angestrebt, man wird mit Standard-EDV-Schreiben abgespeist und anschließend wird die Sache einem Rechtanwalt übergeben.

Das es eine Dummheit war, bei einer Fa., wie der Celeon GmbH ein en Vertrag zu machen, bestreite ich nicht und ich würde jedem raten, in Zukunft sein Handy bei dem Händler seines Vertrauens zu kaufen.

Allerdings wäre es auch für Dich ratsam, bei zukünftigen Bewertungen und Kommentaren sich über die genaue Sachlage zu informieren, weil Du so nur einen Teilaspekt beleuchtest.

Falls es Dich interessiert, ein Handy habe ich nie erhalten, ich habe eigentlich immer nur gezahlt. Die Fa. Telco ist außerdem vor Gericht den Beweis schuldig geblieben, daß sie jemals eine Provision an Celeon ausbezahlt hat, obwohl ich das vorher mehrfach gefordert habe. Es ist davon auszugehen, daß Telco sehr wohl über die Machenschaften der Fa. Celeon Bescheid wußte und aus diesem Grund die Provisionsauszahlungen stoppte. Mehrere Verträge wurden außerdem in Übereinstimmung mir der Fa. Telco beendet. Dies war zumindestens schon öfter zu lesen - mit Sicherheit wurde dort auch keine Provision ausbezahlt.

Im Übrigen verstand sich die Fa. Telco sehr gut in juristischen Winkelzügen, so daß sich bei mir das schlechte Gewissen in Grenzen hält, weil sie jetzt wegen eines Formfehlers vorloren hat. Meiner Meinung nach ist auch die Fa. Telco verantwortlich zu überprüfen, wie Ihre Verträge zustande kommen. Leider wird dies aus reinem Unsatzdenken häufig vernachlässigt.

Wenn ich heute eine Wohnung kaufe, kümmert sich der Makler auch um die ordnungsgemäße und rechtlich einwandfreie Abwicklung (z.B Notar etc.). Dafür bekommt er dann auch zurecht die Provision. Macht er das nicht, kommt auch kein Vetrag zustande, somit entfällt auch der Provisionsanspruch. Vielleicht sollte sich das in anderen Branchen auch mal rumsprechen.

Schön, daß es anderen Meinungen gibt, wir leben ja schließlich in einer pluralistischen Gesellschaft, sei mir aber bitte nicht böse, daß ich Deine Meinung nicht teilen kann.

Worli