Anbieterforum
Menü

Grögers Märchenstunde


12.02.2007 12:30 - Gestartet von mobilfalke
Rudi Gröger: Uns geht es gut, ohne dass wir eine große Welle machen.

Welt.de: Ich habe doch noch gar keine Frage gestellt!

Gröger: Aber ich kann mir vorstellen, worauf Sie hinauswollen.

WELT.de: Na gut, dann sprechen wir also über Ihren direkten Konkurrenten E-Plus und seine Discount-Marken. Die haben den Markt ganz schön durcheinander gerüttelt.

Gröger: Die Kunden achten nicht mehr in erster Linie darauf, wie toll das Handy ist, wenn sie Mobilfunkdienste kaufen, sondern sie schauen vor allem auf den Preis. Aber der Strategie, vorbezahlte Guthabenkarten über Aldi, Schlecker & Co. zu verticken, fehlt aus meiner Sicht die Nachhaltigkeit.

WELT.de: Wieso denn? Viele Menschen achten beim Kauf allein auf den Preis.

Gröger: Die Leute kaufen doch nicht einfach immer wieder neue Prepaid-Karten, nur weil sie wie Plastikfeuerzeuge an der Kasse hängen! Nur wenige dürften es wohl in Kauf nehmen, dass sich ständig ihre Rufnummer ändert.

WELT.de: Und wie sieht den die Reaktion Ihres Unternehmens auf die Billigangebote aus?

Gröger: Wir haben zwei Grundsätze. Erstens, vielen Kunden ist ein gedeckelter Monatspreis wichtiger als der Tarif pro Minute. Deswegen haben wir eine Flatrate im Angebot. Und zweitens, die Kunden hassen Tricksereien wie das Kleingedruckte bei marktschreierisch angekündigten Billigtarifen. Deshalb haben wir einen Tarif eingeführt, mit dem man ohne Grundgebühr und ohne monatlichen Mindestumsatz zu äußerst einfach gestaffelten Minutenpreisen telefonieren kann.

WELT.de: Sie reden von bereits existierenden Angeboten. Wie sieht der Plan für die Zukunft aus?

Gröger: Wir reden mit einigen Marken, die Handy und Mobilfunk als Instrument der Kundenbindung einsetzen könnten. Mit dem Internetdienst AOL haben wir ja schon eine erste solche Kooperation abgeschlossen, die sehr gut läuft.

WELT.de: Bisher ein Einzelfall.

Gröger: So ist zum Beispiel aber auch vorstellbar, dass Banken ihre Kunden Handys von uns anbieten, mit denen man per Knopfdruck Online-Banking machen kann. Ein Netzbetreiber, der sich heute von neuen Technologien abkoppelt, wird dann Probleme bekommen.

Welt: Womit wir wieder bei E-Plus wären.

Gröger: Das als Mobilfunkmarke auf dem Rückzug ist, weil diese sich mit ihren vielen Billigmarken selbst kannibalisiert.

WELT.de: Dessen ungeachtet hat E-Plus seine operative Gewinnmarge um fast zehn Prozentpunkte auf beachtliche 31 Prozent hochgeschraubt. Das sind sieben Prozentpunkte mehr als in Ihrem Unternehmen.

Gröger: Eine solche Marge ist nur zu erreichen, wenn Sie quasi keine Kundengewinnungskosten haben, indem Sie beispielsweise Nutzer über Aldi werben. Aber wie gesagt: die Nachhaltigkeit.

WELT.de: Ich darf daran erinnern, dass O2 zusammen mit Tchibo die Discounter-Welle ausgelöst hat.

Gröger: Das stimmt so nicht! Tchibo bot und bietet zwar auch günstige Tarife an. Aber unser wichtigstes Motiv für diese Kooperation besteht darin, auch neue Kundengruppen zu erreichen.

WELT.de: Gleichwohl hat man von Tchibo lange nichts mehr gehört.

Gröger: Das sehe ich anders. Nach Prepaid hat Tchibo vor einiger Zeit auch Laufzeit-Verträge eingeführt. Und in einigen Wochen wird es eine sehr günstige Flatrate geben.

WELT.de: Auch die anderen Netzbetreiber versuchen, O2 mit seinen eigenen Waffen zu schlagen. T-Mobile und Vodafone haben das Genion-Produkt kopiert, das von zu Hause aus mobiles Telefonieren zu Festnetzpreisen erlaubt. Und Ihre Konkurrenten haben damit schon einige Millionen Kunden dazu gewonnen.

Gröger: Zwar haben wir damit leider eines unserer wichtigsten Alleinstellungsmerkmale verloren. Aber der Einstieg der beiden Marktführer in diesen Bereich hat zweifellos auch dazu geführt, dass immer mehr Menschen auf einen Festnetzanschluss verzichten. Auch uns hat dies geholfen. Dank unserer neuen, stark vereinfachten Genion-Tarife haben wir in Sachen Neukundengewinnung in den letzten drei Monaten 2006 eines der stärksten Postpaid-Quartale unserer Geschichte hingelegt.

WELT.de: Der deutsche Mobilfunkmarkt gilt als weitgehend gesättigt. Dafür kommen andere Gewinnquellen auf. Ist superschnelles mobiles Internet die große Ertragsquelle der Zukunft?

Gröger: Die Kapazität von Mobilfunkzellen ist begrenzt und damit können schwerlich viele Nutzer gleichzeitig mit höchsten Bandbreiten im Internet surfen. Derzeit erscheint mir das Festnetz in dieser Hinsicht kommerziell vielversprechender.

WELT.de: Weshalb Ihr Unternehmen ja auch seit Ende Oktober 2006 DSL-Anschlüsse im Angebot hat. Wie ist das Geschäft damit bei Ihnen angelaufen?

Gröger: Wir hatten uns vorgenommen, bis Ende des Jahres 30 000 Verträge abzuschließen. Dies haben wir fast geschafft. Ich muss allerdings einräumen, dass wir unsere Prozesse an einigen Stellen noch deutlich verbessern müssen. Die Abläufe sind im Festnetz sehr viel schwieriger als im Mobilfunk, zumal Dritte beteiligt sind. So muss zum Beispiel die Telekom die "letzte Meile" zum Endkunden auf uns umstellen - und das funktioniert nicht immer ganz reibungslos. Trotzdem halten wir an unserem Ziel fest, bis Ende dieses Jahres rund 250 000 DSL-Kunden zu gewinnen.

Artikl;Die Welt
Menü
[1] paulilausi antwortet auf mobilfalke
12.02.2007 13:29
Benutzer mobilfalke schrieb:
Rudi Gröger: Uns geht es gut, ohne dass wir eine große Welle machen.

Welt.de: Ich habe doch noch gar keine Frage gestellt!

Gröger: Aber ich kann mir vorstellen, worauf Sie hinauswollen.

WELT.de: Na gut, dann sprechen wir also über Ihren direkten Konkurrenten E-Plus und seine Discount-Marken. Die haben den Markt ganz schön durcheinander gerüttelt.

Gröger: Die Kunden achten nicht mehr in erster Linie darauf, wie toll das Handy ist, wenn sie Mobilfunkdienste kaufen, sondern sie schauen vor allem auf den Preis. Aber der Strategie, vorbezahlte Guthabenkarten über Aldi, Schlecker & Co. zu verticken, fehlt aus meiner Sicht die Nachhaltigkeit.

WELT.de: Wieso denn? Viele Menschen achten beim Kauf allein auf den Preis.

Gröger: Die Leute kaufen doch nicht einfach immer wieder neue Prepaid-Karten, nur weil sie wie Plastikfeuerzeuge an der Kasse hängen! Nur wenige dürften es wohl in Kauf nehmen, dass sich ständig ihre Rufnummer ändert.

WELT.de: Und wie sieht den die Reaktion Ihres Unternehmens auf die Billigangebote aus?

Gröger: Wir haben zwei Grundsätze. Erstens, vielen Kunden ist ein gedeckelter Monatspreis wichtiger als der Tarif pro Minute. Deswegen haben wir eine Flatrate im Angebot. Und zweitens, die Kunden hassen Tricksereien wie das Kleingedruckte bei marktschreierisch angekündigten Billigtarifen. Deshalb haben wir einen Tarif eingeführt, mit dem man ohne Grundgebühr und ohne monatlichen Mindestumsatz zu äußerst einfach gestaffelten Minutenpreisen telefonieren kann.

WELT.de: Sie reden von bereits existierenden Angeboten. Wie sieht der Plan für die Zukunft aus?

Gröger: Wir reden mit einigen Marken, die Handy und Mobilfunk als Instrument der Kundenbindung einsetzen könnten. Mit dem Internetdienst AOL haben wir ja schon eine erste solche Kooperation abgeschlossen, die sehr gut läuft.

WELT.de: Bisher ein Einzelfall.

Gröger: So ist zum Beispiel aber auch vorstellbar, dass Banken ihre Kunden Handys von uns anbieten, mit denen man per Knopfdruck Online-Banking machen kann. Ein Netzbetreiber, der sich heute von neuen Technologien abkoppelt, wird dann Probleme bekommen.

Welt: Womit wir wieder bei E-Plus wären.

Gröger: Das als Mobilfunkmarke auf dem Rückzug ist, weil diese sich mit ihren vielen Billigmarken selbst kannibalisiert.

WELT.de: Dessen ungeachtet hat E-Plus seine operative Gewinnmarge um fast zehn Prozentpunkte auf beachtliche 31 Prozent hochgeschraubt. Das sind sieben Prozentpunkte mehr als in Ihrem Unternehmen.

Gröger: Eine solche Marge ist nur zu erreichen, wenn Sie quasi keine Kundengewinnungskosten haben, indem Sie beispielsweise Nutzer über Aldi werben. Aber wie gesagt: die Nachhaltigkeit.

WELT.de: Ich darf daran erinnern, dass O2 zusammen mit Tchibo die Discounter-Welle ausgelöst hat.

Gröger: Das stimmt so nicht! Tchibo bot und bietet zwar auch günstige Tarife an. Aber unser wichtigstes Motiv für diese Kooperation besteht darin, auch neue Kundengruppen zu erreichen.

WELT.de: Gleichwohl hat man von Tchibo lange nichts mehr gehört.

Gröger: Das sehe ich anders. Nach Prepaid hat Tchibo vor einiger Zeit auch Laufzeit-Verträge eingeführt. Und in einigen Wochen wird es eine sehr günstige Flatrate geben.

WELT.de: Auch die anderen Netzbetreiber versuchen, O2 mit seinen eigenen Waffen zu schlagen. T-Mobile und Vodafone haben das Genion-Produkt kopiert, das von zu Hause aus mobiles Telefonieren zu Festnetzpreisen erlaubt. Und Ihre Konkurrenten haben damit schon einige Millionen Kunden dazu gewonnen.

Gröger: Zwar haben wir damit leider eines unserer wichtigsten Alleinstellungsmerkmale verloren. Aber der Einstieg der beiden Marktführer in diesen Bereich hat zweifellos auch dazu geführt, dass immer mehr Menschen auf einen Festnetzanschluss verzichten. Auch uns hat dies geholfen. Dank unserer neuen, stark vereinfachten Genion-Tarife haben wir in Sachen Neukundengewinnung in den letzten drei Monaten 2006 eines der stärksten Postpaid-Quartale unserer Geschichte hingelegt.

WELT.de: Der deutsche Mobilfunkmarkt gilt als weitgehend gesättigt. Dafür kommen andere Gewinnquellen auf. Ist superschnelles mobiles Internet die große Ertragsquelle der Zukunft?

Gröger: Die Kapazität von Mobilfunkzellen ist begrenzt und damit können schwerlich viele Nutzer gleichzeitig mit höchsten Bandbreiten im Internet surfen. Derzeit erscheint mir das Festnetz in dieser Hinsicht kommerziell vielversprechender.

WELT.de: Weshalb Ihr Unternehmen ja auch seit Ende Oktober 2006 DSL-Anschlüsse im Angebot hat. Wie ist das Geschäft damit bei Ihnen angelaufen?

Gröger: Wir hatten uns vorgenommen, bis Ende des Jahres 30 000 Verträge abzuschließen. Dies haben wir fast geschafft. Ich muss allerdings einräumen, dass wir unsere Prozesse an einigen Stellen noch deutlich verbessern müssen. Die Abläufe sind im Festnetz sehr viel schwieriger als im Mobilfunk, zumal Dritte beteiligt sind. So muss zum Beispiel die Telekom die "letzte Meile" zum Endkunden auf uns umstellen - und das funktioniert nicht immer ganz reibungslos. Trotzdem halten wir an unserem Ziel fest, bis Ende dieses Jahres rund 250 000 DSL-Kunden zu gewinnen.

Artikl;Die Welt


Selten so gelacht:-))
Menü
[2] kris781 antwortet auf mobilfalke
12.02.2007 13:38
Kunden hassen Tricksereien wie das Kleingedruckte bei marktschreierisch angekündigten Billigtarifen.

GENAU!!!!! Und deswegen habe ich bei O2 außerordentlich gekündigt!

Ich hasse diese fiesen Tricksereien mit den angeblichen Nebenleistungen im Kleingedruckten meines angeblich so günstigen Genion-Tarifs...
Menü
[2.1] Zulu antwortet auf kris781
12.02.2007 14:05
Benutzer kris781 schrieb:
Kunden hassen Tricksereien wie das Kleingedruckte bei marktschreierisch angekündigten Billigtarifen.

GENAU!!!!! Und deswegen habe ich bei O2 außerordentlich gekündigt!

Ich hasse diese fiesen Tricksereien mit den angeblichen Nebenleistungen im Kleingedruckten meines angeblich so günstigen Genion-Tarifs...

Na eins muss man Gröger lassen. Er hat es zumindest schon bemerkt.:-)

Zulu
Menü
[2.1.1] fuchsst antwortet auf Zulu
13.02.2007 02:08
Zu manchen Threads brauch man glaub ich keinen Eintrag hinterlassen.
Menü
[2.1.1.1] klappehalten antwortet auf fuchsst
13.02.2007 07:49
Moin!

Dann laß es doch einfach!

;-)

Grüße
kh
Menü
[3] nova antwortet auf mobilfalke
12.02.2007 14:13

einmal geändert am 12.02.2007 14:17
Das Beste ist diese Antwort...
von wegen "die Kunden hassen Tricksereien wie das Kleingedruckte..."
Wenn ich so mal an die "Nebenleistungen" denke, dann fang ich an zu schmunzeln.
Eine Nebenleistung ist doch eine Trickserei von O2!
Gute Vorstellung Herr Gröger. Das war ein Eigentor!

>>>
Gröger: Wir haben zwei Grundsätze. Erstens, vielen Kunden ist ein gedeckelter Monatspreis wichtiger als der Tarif pro Minute. Deswegen haben wir eine Flatrate im Angebot. Und zweitens, die Kunden hassen Tricksereien wie das Kleingedruckte bei marktschreierisch angekündigten Billigtarifen. Deshalb haben wir einen Tarif eingeführt, mit dem man ohne Grundgebühr und ohne monatlichen Mindestumsatz zu äußerst einfach gestaffelten Minutenpreisen telefonieren kann
<<<<
Menü
[3.1] Amitl antwortet auf nova
13.02.2007 21:19
Jaja, die Schnüffler von O2 lesen hier mit und versuchen, den Leuten noch mehr Lügen aufzutischen, doch wir sind nicht blöd!
Menü
[3.1.1] kris781 antwortet auf Amitl
14.02.2007 18:59
Das ist zwar tragisch, aber letzlich ist es mir auch egal.

Ich sehe es dann so: O2 bietet mir einen Sonderkündigungsgrund, weil sie es nicht für nötig erachten, sich an Verträge zu halten. Ich behalte mein subventioniertes Handy, mache also auch noch ein kleines Plus. Wenn genügend andere auch kündigen würden, müsste O2 die Zeche zahlen. Wenn sich genügend Dumme finden lassen, die alles mit sich machen lassen, zahlen die eben für mein subventioniertes Handy. Irgendjemand zahlt eben drauf. Aber wenn ich kündige, bin ich es jedenfalls nicht.