Energisch

5G: Energiewende beschleunigen

"Der kommende Mobilfunkstandard 5G wird wichtig bei der Energiewende werden", sagt Projektleiter Joachim Seifert von der TU Dresden, der 5G-Anwendungen in der Energietechnik erforscht.
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In Dresden hat ein Großprojekt zum neuen Mobilfunkstandard 5G und dessen Anwendung in der Energietechnik begonnen. Die Technische Universität Dresden, die RWTH (Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule) Aachen sowie der Netzwerkausrüster Ericsson und der Netzbetreiber Deutsche Telekom unterzeichneten heute einen Kooperationsvertrag und gaben damit einen offiziellen Startschuss zum Leuchtturmprojekt „National 5G Energy Hub“.

5G soll Energiewende beschleunigen

Unterzeichner von links nach rechts: Prof. Dr. Hans-Müller Steinhagen, Rektor der TU Dresden; Dr. Joachim Seifert, TU Dresden; Prof. Dr. Dirk Müller, RWTH Aachen; Herr Jan-Peter Meyer-Kahlen, Ericsson GmbH Unterzeichner von links nach rechts: Prof. Dr. Hans-Müller Steinhagen, Rektor der TU Dresden; Dr. Joachim Seifert, TU Dresden; Prof. Dr. Dirk Müller, RWTH Aachen; Herr Jan-Peter Meyer-Kahlen, Ericsson GmbH
5G soll in Zukunft etwa zehnmal so schnell Daten übertragen können wie der aktuelle LTE-Mobilfunkstandard. "Der neue Mobilfunkstandard wird wichtig bei der Energiewende werden", sagte Projektleiter Joachim Seifert von der TU Dresden.

Energie werde künftig zunehmend dezentraler, etwa über Solarzellen oder Windkraftanlagen gewonnen, argumentierte Seifert. Der neue Mobilfunkstandard 5G soll dabei helfen, den Strom einzuspeisen und beziehen zu können. Für das Projekt arbeiten Forscher aus den Gebieten Maschinenbau, Elektro- und Kommunikationstechnik zusammen.

Schwerpunkt sichere Datenübertragung

Einen Schwerpunkt legt das Forschungsvorhaben laut Seifert darauf, die Sicherheit der Datenübertragung über 5G zu optimieren. Das Bundeswirtschaftsministerium gibt für die ersten zwei Jahre des bis maximal 2028 dauernden Projekts drei Millionen Euro - den Rest der Gelder bringt die Industrie auf.

Alles wird digital

Die Digitalisierung sei eines der großen, herausfordernden Themen unserer Zeit und werde zukünftig alle Lebensbereiche betreffen, heißt es in einer Erklärung dazu. Insbesondere die Medien und der Telekommunikationsbereich nähmen hierbei eine Vorreiterrolle ein. Mit der Einführung der 5G Technologie in den kommenden Jahren sollen neue Möglichkeiten geschaffen werden, moderne funkbasierte Datenübertragungsverfahren auch für klassische Industrien anwendbar zu machen.

Mit 5G sind Maschinen in Echtzeit verbunden

Die kommende fünfte Generation des Mobilfunks „5G“ ermöglicht es, 500 Milliarden Dinge des Internets in Echtzeit miteinander zu verbinden. Während frühere Generationen der Mobilfunknetze hauptsächlich für die Kommunikation für und mit Menschen konzipiert waren, wird mit 5G nun eine Lösung für die Kommunikation zwischen Menschen und Maschinen sowie zwischen Maschinenelementen geschaffen. Dadurch entsteht eine Symbiose zwischen der Mess-, Steuerungs- und Regelungstechnik sowie einer funkbasierten Kommunikationstechnik.

Ihren Augenmerk legen die Forscher aus dem Gebiet des Maschinenbaus, der Elektro- und der Kommunikationstechnik für die nächsten zehn Jahre auf die Energietechnik. Sie arbeiten an dem Ziel, den 5G-Mobilfunkstandard für Anwendungen in der Energietechnik, mit speziellem Bezug zur Gebäudeenergietechnik, nutzbar zu machen.

Energietechnik soll profitieren

Die Energietechnik könnte von dieser Entwicklung deutlich profitieren, da mit der Energiewende zukünftig viele kleinteilige, dezentral verteilte Anlagen in die bestehende Infrastruktur integriert werden müssen. Die Einführung des 5G Mobilfunkstandards wird in der nächsten Dekade viele der heute kabelgebundenen und starren Übertragungs- und Kommunikationswege zwischen wenigen zentralen Anlagen durch eine funkbasierte und offene Kommunikationsplattform ersetzen. Dadurch wird es möglich, dezentrale und regenerativ dominierte Energieversorgungsstrukturen zu einem funktionierenden System zu verbinden.

Dies führt zu einem grundsätzlichen Wandel in den Versorgungsstrukturen von einer zentral ausgerichteten hin zu einer dezentralen, zellularen Versorgungsstruktur, die regional ausgerichtet ist und ein hohes Maß an Flexibilität bereitstellen muss.

Projektphase I

Im Rahmen der sogenannten "Projektphase I" widmen sich die Projektpartner der strukturellen Einführung funkbasierter Datenübertragungsverfahren in der Energietechnik. Dabei wird die gesamte Bedarfskette von der thermisch orientierten Gebäudeversorgung bis hin zum elektrischen Verteilnetz betrachtet. Unterstützt werden die Kernpartner durch die assoziierten Partner E.ON, Techem, die Landeshauptstadt Dresden sowie den VDZ (Spitzenverband der Gebäudetechnik).

Das Projekt informiert auf der eigens dafür eingerichteten Webseite www.n5geh.de.

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