Mobiles Internet

Echte Internet-Flat trotz Daten-Drossel: So ist es machbar

AT&T drosselt mobile Daten-Flatrates nach Verbrauch des Highspeed-Volumens auf einen für den Kunden annehmbaren Wert. Wir haben Eindrücke mit einer Prepaidkarte des amerikanischen Mobilfunk-Netzbetreibers gesammelt.
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Selbst zum LTE-Start in Deutschland konnten Kunden entsprechender Vodafone-Zuhause-Tarife inoffiziell ungebremst im Internet surfen. Das funktionierte anfangs hervorragend. Mit der Nutzerzahl wuchs aber auch der Frust über die immer langsamer werdende Datenverbindung, die zur Hauptverkehrszeit am Abend zum Teil unterhalb dessen war, was die Anwender zuvor über DSL-light-Anschlüsse gewohnt waren. Vodafone musste die in den Tarifen ohnehin vorgesehene Drosselung der Übertragungsgeschwindigkeit schließlich umsetzen.

AT&T bietet faire Daten-DrosselAT&T bietet faire Daten-Drossel Nicht immer bieten die Mobilfunk-Provider ihren Kunden die Möglichkeit an, Highspeed-Datenvolumen nachzubuchen, wenn das im Tarif verankerte Kontingent verbraucht ist. Die Nutzer stehen so möglicherweise über einen Zeitraum von mehreren Wochen ohne brauchbaren mobilen Internet-Zugang dar. Dabei stellt sich die Frage, inwieweit die Drosslung auf Übertragungsraten auf dem Niveau längst vergessener Analog-Modem-Tage im Festnetz noch zeitgemäß ist.

Das LTE-Netz ist inzwischen in weiten Teilen Deutschlands ausgebaut. Es liefert wesentlich höhere Ressourcen als das UMTS-Netz, aus dessen Zeiten die meisten Drossel-Regelungen noch stammen. Somit sollte es den Netzbetreibern und Discountern möglich sein, durch eine Reduzierung der Datenrate nach Verbrauch des Highspeed-Volumens im jeweiligen Tarif für eine gewisse Regulierung zu sorgen, ohne jedoch die Kunden komplett auszubremsen.

AT&T könnte Vorbild für deutsche Netzbetreiber sein

T-Mobile bietet günstige Tarife auf dem amerikanischen MarktT-Mobile bietet günstige Tarife auf dem amerikanischen Markt AT&T in den USA zeigt wie es geht: Prepaidkunden, die ihr im Tarif verankertes Datenvolumen verbraucht haben, müssen ebenfalls mit einer in der Geschwindigkeit gedrosselten Leitung leben. Allerdings reduziert AT&T die Performance nicht etwa auf zweistellige kBit/s-Werte. Vielmehr haben die Kunden immer noch 128 kBit/s im Downstream zur Verfügung, wie sich auch im Test der teltarif.de-Redaktion gezeigt hat. Der Upstream ist zudem keiner Daten-Drossel unterworfen. So lassen sich beispielsweise weiterhin Fotos mit Facebook-Freunden teilen, ohne dass es zu nennenswerten Einbußen kommt.

Am Notebook mögen die 128 kBit/s eine ernste Einschränkung sein und auch am Smartphone merkt man natürlich den Unterschied zur LTE-Performance, die zuvor verfügbar war. Es sind aber quasi alle Dienste noch normal nutzbar - abseits vielleicht von Video-Streaming. Selbst der Empfang von Webradioprogrammen ist noch möglich, wie unser Test ergab. Dafür wurde allerdings die App iHeartradio genutzt, bei der Streams in der Regel mit 32 kBit/s im Audioformat AAC+ übertragen werden, während deutsche Sender selbst für die mobile Nutzung oft deutlich "datenhungrigere" Streams verwenden, die dazu den Nachteil mit sich bringen, dass es schneller zu Aussetzern beim mobilen Empfang kommt.

Sprich: Eine Drosselung auf 128 kBit/s nach Vorbild von AT&T könnte auch ein Vorbild für deutsche Mobilfunk-Provider sein. Die Kunden wären nach wie vor darauf bedacht, ihr Highspeed-Volumen nicht sinnlos zu verbrauchen, da die Einschränkung ja durchaus spürbar ist. Dennoch wären die Flatrates auch wirklich "flat" nutzbar und würden ihrem Namen gerecht werden. Derzeit sind die in Deutschland üblichen Tarife nicht mehr als Mogelpackungen oder im Falle der Daten-Automatik Gewinnmaximierungsmaschinen für die Provider, denen die Einnahmen bei der Sprachtelefonie durch die heute gängige Allnet-Flat weggebrochen sind und die dank Alternativen wie WhatsApp, iMessage und Hangouts auch an der SMS immer weniger Geld verdienen. In einem Ratgeber informieren wir Sie darüber, wie es zumindest bei einigen deutschen Mobilfunk-Anbietern möglich ist, den Daten-Zähler für die Drosselung zurücksetzen zu lassen.

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