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Fernseher mit Amazon: Grundig Fire TV im Schnelltest

Amazon verkauft seit November zusammen mit Grundig erst­mals eigene Fern­seher mit Fire TV an Bord. Lohnt sich ein Kauf oder sollte man doch besser zum Fire TV Stick oder Cube greifen?
Von Björn König
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Ein großer Vorteil der Amazon-Prime-Mitglied­schaft ist natür­lich der Zugang zu Prime Video. Beson­ders bequem nutzt man den Dienst über Amazons haus­eigene Benut­zerober­fläche Fire TV, z.B. via Fire TV Stick oder Cube. Ein großer Nach­teil dieser Lösung ist aber, dass man immer ein zusätz­liches Gerät am TV anschließen muss.

Viel prak­tischer wäre es doch, wenn die Benut­zerober­fläche direkt im Fern­seher enthalten wäre. Der Gedanke ist wohl auch Amazon schon gekommen, weshalb man nun in Europa ein Part­nerpro­gramm für TV-Hersteller gestartet hat. Grundig gehört zu den ersten Herstel­lern, welche eigene Smart-TVs in der "Fire-TV-Edition" auf den Markt bringen. Wir haben uns die Geräte einmal aus der Nähe ange­schaut und ziehen ein erstes Fazit.

Unter­schied­liche Vari­anten

Grundig Fire TV-EditionDie Fire TV-Edition von Grundig Zunächst einmal bekommt man die Fire-TV-Edition von Grundig in verschie­denen Größen mit unter­schied­lichem Funk­tions­umfang. Los geht es bereits ab 32 Zoll (80 cm). Zum Zeit­punkt unseres Tests listete Amazon das Gerät mit einer Vorbe­steller-Preis­garantie für 219,99 Euro. Das ist auf den ersten Blick zunächst einmal vergleichs­weise günstig, denn bei entspre­chenden Geräten anderer Hersteller liegt man im unteren Preis­rahmen durchaus bei rund 300 Euro oder sogar noch darüber.

In der exklu­sivsten Vari­ante gibt es ein 55 Zoll- (139 cm) OLED-Gerät samt Ultra-HD-Auflö­sung, Dolby Vision und Dolby Atmos. Preis­lich ist man mit rund 1300 Euro dabei. Dazwi­schen liegen noch einige andere Ausstat­tungs­vari­anten, welche sich aller­dings primär durch die Bild­schirm­größe unter­scheiden. Immerhin müssen sich Käufer bei der Bedie­nung nicht wesent­lich umge­wöhnen, sofern sie vorher bereits einen Fire-TV-Stick genutzt haben. Die bekannte Sprach­fern­bedie­nung ist im Liefer­umfang enthalten.

Abstriche bei güns­tigeren Geräten

Beim Thema Sprach­fern­bedie­nung kommen wir auch gleich bereits zum ersten großen Malus­punkt der Grundig-TVs. Im Gegen­satz zu den hoch­werti­geren OLED-Vari­anten verzichtet der Hersteller nämlich hier auf eine inte­grierte Alexa-Far-Field Sprach­steue­rung. Wer also den Fern­seher komplett per Sprach­befehl steuern möchte, müsste in Konse­quenz wieder ein Zusatz­gerät (z.B. den Fire TV Cube) anschaffen. Das ist natür­lich voll­kommen sinnlos, denn genau das möchte man ja mit dem Kauf einer inte­grierten Alexa-Lösung vermeiden.

Sollte Amazon also die Zusam­menar­beit mit Grundig fort­setzen, wäre eine Far-Field-Sprach­steue­rung auch in den unteren Modell­vari­anten in jedem Falle wünschens­wert. Darüber hinaus sollte man im Hinblick auf Bild- und Tonqua­lität nicht zu viel erwarten. Wirk­liches Kino­feeling und satte Bässe gibt es aus den dünnen Laut­spre­chern nicht. Bei einem Einstiegs­preis von knapp 220 Euro muss man hier aber verständ­licher­weise Abstriche machen.

Gewohnte Ober­fläche

Die Benut­zerober­fläche bietet eigent­lich keine großen Über­raschungen. Alle bekannten Apps laufen wie beim Fire-TV-Stick problemlos. Es gibt aller­dings leichte Abwei­chungen, da es für die Steue­rung des einge­henden TV-Signals aus den einge­bauten Tunern keine geson­derte Menü­ober­fläche gibt. Im Prinzip handelt es sich um eine ange­passte Version von Android, weshalb grund­sätz­lich auch Sideloading von Android-Apps möglich sein sollte, sofern die Instal­lation aus fremden Quellen frei­gegeben wird.

In bestimmten Situa­tionen kann dies sinn­voll sein, da der Fire-TV-Apps­tore in Sachen Auswahl immer noch vergleichs­weise dürftig ist. Stores wie F-Droid bieten sogar eine große Auswahl an Open-Source-Apps, die man even­tuell ergän­zend instal­lieren kann. Alle wich­tigen Strea­ming-Dienste und Media­theken von Prime Video über Netflix und Joyn sowie ARD und ZDF sind jedoch verfügbar.

Unser Fazit

Aktuell würden wir vom Kauf eines Grundig Fire TV eher abraten. Vor allem den güns­tigen Geräten fehlt mit einer Far-Field-Sprach­steue­rung die eigent­lich wich­tigste Alexa-Funk­tion. Auch in Sachen Qualität und Verar­beitung unter­scheiden sich die Fern­seher nicht von einem typi­schen Sams­tags­angebot aus dem Baumarkt. Im OLED-Bereich dürfte es sicher­lich eben­falls attrak­tivere Lösungen geben.

Es macht mehr Sinn, für ein paar Euro zusätz­lich ein Gerät mit besserem Panel und Sound zu kaufen und dann zum Beispiel den Fire TV Cube zu nutzen. So hat man für weitaus weniger Geld eine Far-Field-Sprach­steue­rung zur Nutzung mit Alexa inklu­sive. Wie immer gilt auch hier unser Tipp: Im Ideal­fall am Prime Day, Cyber Monday oder Black Friday zuschlagen. Dann gibt es auf Amazon-Hard­ware übli­cher­weise hohe Rabatte.

In einem sepa­raten Artikel klären wir die Frage: Amazon Fire TV im Vergleich - smarter Würfel oder lieber TV-Stick?

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