Datenpflege

SSD: Schnell, aber nicht unsterblich

Flash-Festplatten sind besonders zur sicheren Aufbewahrung von Fotos, Musik und anderen persönlichen Dokumenten geeignet. Allerdings verlieren sie bei jedem Nutzen etwas ihrer Kapazität und können sogar unbrauchbar werden.
Von dpa / Jennifer Buchholz
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SSDs sind schnell, sterben aber jeden Tag ein bisschen. Denn bei den meisten aktuellen Modellen verträgt jede einzelne Flash-Speicher­zelle nur 1 000 bis 3 000 Lösch­vorgänge. An­schließend ist sie nur noch mit Ein­schränk­ungen benutzbar oder wird gar unbrauchbar. Die Hersteller kompensieren das etwa durch eine Mini­mierung der Schreib­zugriffe, eine gleichmäßige Verteilung der Daten über alle Zellen oder durch eine zusätz­liche Speicher­zellen-Reserve, die bis zu 30 Prozent der Gesamt­kapazität betragen kann.

Der Ver­schleiß hängt natürlich auch von der Nutzungs­intensität ab. Von all dem bekommt der Nutzer aber nicht viel mit, so lange der Anteil der defekten Zellen nicht zu groß wird. Denn es kann auch sein, dass sich das SSD-Laufwerk den An­gaben zufolge in einen reinen Lesemodus schaltet. Immerhin gehen hierdurch aber auch keine Daten verloren.

Frühzeitig reagieren

Verbraucher sollten ihre Festplatten auf ihre Funktionsfähigkeit hin überprüfenVerbraucher sollten ihre Festplatten auf ihre Funktionsfähigkeit hin überprüfen Probleme durch zu viele defekte Zellen kündigen sich durch Fehlermeldungen bei Schreibvorgängen oder ein instabiles System an. Wenn das Schreiben auf das Laufwerk zu lange dauert, meldet Windows es ab, erklären die Experten. Handelt es sich bei der betroffenen SSD um das Laufwerk mit dem Betriebssystem, friert dieses komplett ein.

Dann lässt sich das Laufwerk aber immer noch ausbauen, um wichtige Daten zu kopieren oder sogar ein Abbild (Image) der gesamten SSD zu erstellen. Dazu baut man die SSD in einen anderen PC und schließt sie per SATA-Kabel an. Oder man steckt sie in ein externes USB-Gehäuse, das ab zehn Euro zu haben ist, und dann an jeden PC und jedes Notebook angeschlossen werden kann.

Unterschiedliche Problemquellen

Da der Defekt auch auf eine fehlerhafte Firmware zurückzuführen sein kann, lohnt nach dem Sichern der Daten auf jeden Fall der Versuch eines Firmware-Updates mit dem SSD-Tool, das der Hersteller auf seiner Webseite bereitstellt. Das funktioniert den Angaben zufolge aber nur, wenn die SSD per SATA angeschlossen ist.

In seltenen Fällen kann der Ausfall auch auf einen Schaden des Controllers zurückzuführen sein. Denn dieser Chip regelt den gesamten Lese- und Schreibverkehr des Laufwerks. In diesem Fall können keine Daten mehr ausgelesen werden - und höchstens Profis sind in der Lage, vielleicht noch einige Daten zu retten. Kosten von mehreren Hundert Euro machen so eine Datenrettung den Angaben zufolge aber unattraktiv für Privatanwender.

Besonders für Backups sollte man sich vorab überlegen, welches Speichermedium man wählt und dass dieses auch zuverlässig funktioniert.

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