Zuhause-Nummer

Mobiler Ersatz fürs klassische Festnetz ab 4,95 Euro im Monat

Für viele Kunden ist die "festnetzgünstige" Erreichbarkeit nach wie vor relevant. Lösungen gibt es auch in den Mobilfunknetzen. Oft ist die bundes- oder sogar (fast) weltweite Homezone inklusive.
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Der klassische Festnetzanschluss wird von vielen Kunden nur noch für den Internetzugang genutzt, in vielen Fällen haben die Nutzer nicht einmal mehr ein Festnetztelefon angeschlossen. Stattdessen wird die Telefonie komplett über das Handy abgewickelt, wo schließlich auch alle benötigten Rufnummern bereits abgespeichert sind.

In Zeiten von Allnet-Flatrates auf dem Handyvertrag oder der Prepaidkarte mag der Festnetzanschluss nicht mehr die große Bedeutung haben wie noch vor einigen Jahren. Es gibt sie aber auch heute noch, die Anrufer, die grundsätzlich - aus welchem Grund auch immer - nicht auf dem Handy anrufen möchten und stattdessen von ihren Gesprächspartnern Festnetznummern erwarten.

Mobile Festnetz-ErsatzlösungenMobile Festnetz-Ersatzlösungen Der o2-Vorgänger Viag Interkom war 1999 der erste deutsche Mobilfunk-Netzbetreiber, der seinen Kunden neben der klassischen Handynummer auch eine Festnetznummer auf dem Mobilfunkanschluss anbot, um zumindest eine "festnetzgünstige" Erreichbarkeit der Nutzer zu ermöglichen. Später wurde die mobile Festnetznummer auch von der Deutschen Telekom, von Vodafone und E-Plus übernommen.

Heute bewerben die Mobilfunk-Provider die mobile Festnetznummer zwar - mit einer Ausnahme - kaum noch, es gibt sie aber auf Nachfrage weiterhin. Je nach Anbieter und Tarif wird die Funktion sogar kostenlos angeboten und in vielen Fällen ist damit sogar eine "bundesweite Homezone" verbunden, also die bundesweite Erreichbarkeit ohne Weiterleitungsgebühren.

simquadrat: Bundesweite Homezone auf Prepaid-Basis

Das günstigste Angebot kommt von der sipgate-Marke simquadrat, die die mobile Festnetznummer sogar anstelle einer klassischen Handynummer auf neuen Anschlüssen aktiviert. simquadrat bietet keine Laufzeitverträge, sondern Prepaidkarten an. Diese schlagen allerdings mit einer monatlichen Grundgebühr von 4,95 Euro zu Buche.

Im Grundpaket erhalten die Nutzer eine Ortsnetz-Rufnummer. Sie telefonieren für 9 Cent pro Minute in alle deutschen Netze. Die SMS kostet ebenfalls 9 Cent, eingehende Verbindungen sind kostenlos und das Roaming in den EU- und EWR-Staaten ist ohne zusätzliche Kosten möglich.

Der Minutenpreis von 9 Cent eignet sich nicht wirklich als Ersatz zum klassischen Festnetz, wenn auch viele abgehende Telefonate geführt werden. Für 9,95 Euro im Monat bietet simquadrat aber eine Allnet-Flat an. Zusammen mit der Gebühr für den Basistarif liegen die monatlichen Kosten somit bei 14,90 Euro - und sind somit günstiger als die Gebühren für einen herkömmlichen Festnetzanschluss.

Telekom: Option Festnetznummer in höheren Tarifen ohne Aufpreis

Die Deutsche Telekom hat ihr früheres T-Mobile@home-Angebot durch die Option Festnetznummer abgelöst. Damit bekommen die Kunden eine Rufnummer aus ihrem Ortsnetz, die zusätzlich zur Mobilfunknummer auf der SIM-Karte aktiviert wird. Die frühere Einschränkung, dass die mobile Festnetznummer nicht zusammen mit der Aktivierung von VoLTE und WLAN Call genutzt werden kann, besteht seit dem vergangenen Jahr nicht mehr.

Anders als bei T-Mobile@home bekommen die Kunden mit der Option Festnetznummer eine bundesweite Homezone. Das heißt, sie sind auch außerhalb ihres Zuhause-Bereichs ohne Weiterleitungskosten auf ihrer Festnetznummer erreichbar. Das gilt nicht nur innerhalb Deutschlands, sondern auch im EU-Roaming, das für Telekom-Kunden auch in der Schweiz genutzt werden kann.

simquadrat bietet die bundesweite Homezone auf Prepaidbasis ansimquadrat bietet die bundesweite Homezone auf Prepaidbasis an Mit WLAN Call haben Telekom-Kunden quasi eine weltweite Homezone zur Verfügung, sofern sie über eine WLAN-basierte Internet-Verbindung telefonieren. Ausnahmen sind Länder wie die Vereinigten Arabischen Emirate, in denen Telefonate via Internet automatisch unterbunden werden. Im Test von teltarif.de half auch die Aktivierung einer (offiziell ebenfalls gesetzlich untersagten) VPN-Verbindung speziell für WLAN Call nicht weiter.

Die Option Festnetznummer ist in den Tarifen MagentaMobil L+, MagentaMobil L+ Premium und MagentaMobil XL Premium kostenlos zubuchbar. Für Kunden, die einen kleineren Tarif gebucht haben, fallen für die Erreichbarkeit auf der mobilen Festnetznummer zusätzliche monatliche Grundgebühren in Höhe von 4,95 Euro an.

Vodafone ZuhauseOption in aktuelle Red-Tarifen ohne Aufpreis

Während Interessenten bei der Deutschen Telekom zumindest unter den Optionen für MagentaMobil L+, MagentaMobil L+, Premium und MagentaMobil XL Premium einen Hinweis auf die Option Festnetznummer findet, macht Vodafone im Zusammenhang mit seinem aktuellen Vertragsportfolio überhaupt keine Werbung mehr für die Festnetznummer auf dem Handy. In der aktuellen Preisliste genannte Konditionen sind nach Angaben der Vodafone-Pressestelle für das aktuelle Tarifangebot nicht mehr aktuell.

Wie die Pressestelle des Düsseldorfer Mobilfunk-Netzbetreibers auf Anfrage von teltarif.de erklärt hat, kann die Festnetznummer zu den aktuellen Red-Tarifen ohne zusätzliche monatliche Kosten hinzugebucht werden. Der frühere Aufpreis von 5 Euro pro Monat wird für Kunden in den aktuellen Verträgen nicht mehr berechnet. Zu den kleineren Tariffamilien Easy und Smart ist die Festnetznummer wiederum gar nicht erst hinzubuchbar.

Anders als die Mitbewerber beschränkt Vodafone die kostenlose Erreichbarkeit unter der Festnetznummer allerdings weiterhin auf eine Homezone, die das Unternehmen Zuhause-Bereich nennt. Über einen Anrufmanager können die Kunden die Erreichbarkeit über dieses Gebiet hinaus einstellen. Interessenten, die sich dafür entscheiden, zahlen außerhalb des Zuhause-Bereichs einen Minutenpreis von 19 Cent für eingehende Verbindungen.

Besonderheit: WLAN Call nicht mit Festnetznummer kombinierbar

Eine Besonderheit bei Vodafone ist die Einschränkung, dass die mobile Festnetznummer nicht in Verbindung mit WiFi Calling kombiniert werden kann. Hintergrund dürfte die tarifliche Unterscheidung zwischen eingehenden Anrufen innerhalb und außerhalb des Zuhause-Bereichs sein, die sich bei WLAN Call nicht abbilden lässt. Zudem sind Telefonate über WLAN-Internetverbindungen nur innerhalb Deutschlands möglich. Im Roaming ist der Dienst gesperrt.

o2: Kostenlose Festnetznummer zu den Free-Tarifen

o2 hatte die Festnetznummer auf dem Handy vor einigen Jahren vorübergehend abgeschafft, das Angebot aber nach kurzer Zeit wieder aufgenommen. Auch zu den aktuellen o2-Free-Tarifen können Interessenten eine kostenlose Festnetznummer hinzubuchen. Automatisch aktiviert wird diese - wie bei Telekom und Vodafone - allerdings nicht.

Die frühere Genion-Homezone ist für die aktuellen Verträge nicht mehr relevant. Stattdessen bekommen die Kunden wie bei simquadrat und bei der Option Festnetznummer der Deutschen Telekom eine bundesweite Homezone. Eingehende Anrufe sind darüber hinaus auch im EU-Roaming ohne Zusatzkosten möglich.

Wie bei der Deutschen Telekom haben Interessenten auch bei o2 die Möglichkeit, WiFi Calling zu nutzen, um unter dem Strich eine weltweite Homezone zur Verfügung zu haben. Wer über eine WLAN-Internet-Verbindung mit seinem Mobilfunkanschluss telefoniert, hat unabhängig vom Aufenthaltsort immer den innerdeutschen Tarif zur Verfügung.

Mobilfunk-Tarifoptionen mit bundesweiter Festnetznummer

  Telekom o2 Simquadrat
Grundgebühr 0,00 / 4,95 1) 0,00 2) 4,95
Einrichtungskosten 0,00
Mindestlaufzeit 3 Monate wie Basis-Tarif
Kündigungsfrist 1 Tag wie Basis-Tarif
Portierung rein 0,00
raus 29,95 29,95 29,00
Telefonie / SMS wie Basis-Tarif
Stand: Februar 2018, Preise in Euro
1) Für MagentaMobil L Plus und XL Premium kostenlos buchbar.
2) In allen o2-Blue-Tarifen außer Blue basic enthalten

VoIP-Client auf dem Smartphone

Eine weitere Festnetz-Ersatzlösung auf dem Smartphone wäre die Installation einer VoIP-App auf dem Handy (sofern das Gerät nicht über einen integrierten VoIP-Client verfügt) wie etwa Zoiper, das für Android und iOS gleichermaßen zur Verfügung steht. Hier lassen sich beliebige Provider einbinden. Stellt der Anbieter eine Ortsnetzrufnummer zur Verfügung, dann ist der Kunde unter diesem Anschluss auch auf dem Handy erreichbar.

Je nach Smartphone und verwendeter Software ist zu beachten, dass der Akkuverbrauch durch den im Hintergrund aktiven VoIP-Client deutlich höher als gewohnt sein kann. Zudem zeigte sich in Tests der teltarif.de-Redaktion, dass die Erreichbarkeit nicht immer ganz zuverlässig war. Dafür hat der Kunde eine Lösung zur Verfügung, die auch unabhängig vom Mobilfunk-Provider genutzt werden kann und bei der sich die Festnetznummer auch nach dem Wechsel der SIM-Karte nicht ändert.

Bei einer klassischen VoIP-Verbindung gilt es zu beachten, dass Erreichbarkeit und Sprachverständlichkeit über GPRS oder EDGE im GSM-Netz stark eingeschränkt sind. Zudem wird der Datenverbrauch, der für das Telefonat anfällt, vom Inklusivvolumen des Tarifs abgezogen.

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