Festnetz-Analyse

Marktanalyse: Kabel-Anbieter gewinnen auf Kosten aller DSL-Anbieter

Im Festnetzmarkt tut sich eine ganze Menge, doch nur wenige Kunden interessieren sich offenbar für schnelles DSL. Unterdessen wandern viele Kunden in die Kabelnetze ab. Lesen Sie mehr darüber, wie der Festnetz-Markt aktuell aufgestellt ist.
AAA
Teilen (2)

Viele Kunden wandern ab von der DSL-Leitung, hin zum KabelanbieterViele Kunden wandern ab von der DSL-Leitung, hin zum Kabelanbieter Die klassischen Festnetzanbieter verlieren weiter an Boden - zumindest in direkter Konkurrenz zu den Kabelnetzbetreibern. Das geht aus der heute vorgelegten TK-Marktstudie 2014 des Branchenverbandes VATM zusammen mit Dialog Consult und Prof. Dr. Torsten J. Gerpott hervor. Als Indikatoren gelten unter anderem die Umsatzzahlen, aber auch die Anzahl der Anschlüsse, die ein Abbild des Marktanteils sind.

Insgesamt sind in Deutschland 36,8 Millionen Festnetzanschlüsse geschaltet. Hier sind alle Anschlüsse der Telekom, der Wettbewerber und der Kabelanbieter eingeflossen, die auf echter Festnetztechnologie-, All-IP oder DOCSIS-Basis realisiert werden. 10,5 Millionen oder 28,5 Prozent fallen dabei auf die Wettbewerber. Das sind 200 000 Anschlüsse oder 0,4 Prozentpunkte weniger als im Vorjahr. Auch die Telekom hat 800 000 Anschlüsse verloren und hat mit 20,6 Millionen Anschlüssen nun noch einen Marktanteil von 56 Prozent (Vorjahr 57,6 Prozent). Allerdings ging auch die Gesamtzahl der Festnetzanschlüsse zurück - jedoch nur um 300 000. Deutliche Zuwächse konnten die Kabelnetzbetreiber verzeichnen. Hier entschieden sich in diesem Jahr 700 000 Kunden für einen neuen Anschluss, womit der Marktanteil der Kabelnetzbetreiber Ende des Jahres bei 15,5 Prozent liegen wird und somit 2 Prozentpunkte über dem Vorjahr.

Nur 24,1 Prozent aller Glasfaseranschlüsse werden auch genutzt

Nicht bei jedem Festnetzanschluss ist auch ein Breitbandanschluss aktiviert. Von den 36,8 Millionen Festnetzanschlüssen in Deutschland haben "nur" 29,4 Millionen Anschlüsse auch eine Breitbandleitung. 12,4 Millionen Kunden (42,2 Prozent) beziehen ihren DSL-Anschluss direkt von der Telekom. 2,3 Millionen Kunden (7,8 Prozent) nutzen einen Telekom-Resale-Anschluss. Das sind Anschlüsse, die technisch von der Telekom betrieben, aber von Wettbewerbern vermarktet und abgerechnet werden. 8,5 Millionen Kunden (28,9 Prozent) beziehen ihren Anschluss von einem alternativen DSL-Anbieter, die sich beispielsweise die Teilnehmeranschlussleitung (TAL) mieten, aber DSL mit eigener Technik realisieren.

Die Zahl der möglichen echten Glasfaser-Haushalte in Deutschland steigt indes weiter deutlich. Technisch können Ende des Jahres 1,598 Millionen Haushalte auf FTTH oder FTTB zugreifen, die Glasfaser geht also direkt bis ins Gebäude des Kunden - oder sogar bis in die Wohnung. Das sind 250 000 Anschlüsse mehr als noch ein Jahr zuvor. Die Nachfrage bleibt jedoch gering. Ende des Jahres werden nur 385 000 dieser Glasfaserleitungen auch genutzt. Der Rest liegt ungenutzt in den Häusern, die Kunden könnten den Zugang jedoch jederzeit buchen.

Großteil der Anschlüsse mit 6 bis 16 MBit/s geschaltet

Auch sonst ist nur ein geringer Anstieg der Nachfrage bei hochbitratigen Anschlüssen zu erwarten, wie der VATM weiter mitteilte. Nur 1,7 Prozent der Kunden (400 000 Anschlüsse, 100 000 mehr als im Vorjahr) haben der Erhebung zufolge Datenraten überhalb von 50 MBit/s gebucht. Immerhin 5,3 Millionen Kunden (22,6 Prozent) haben Anschlüsse mit 16 bis 50 MBit/s gebucht. Das sind 1,2 Millionen oder 5,2 Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Der größte Teil der Anschlüsse (40,9 Prozent) ist noch mit einer Datenrate zwischen 6 und 16 MBit/s geschaltet. Übrigens: 2,6 Millionen Anschlüsse haben weniger als 2 MBit/s anliegen.

Der VATM hat zusammen mit Dialog Consult und Prof. Dr. Torsten J. Gerpott heute noch weitere Zahlen vorgelegt. In einer weiteren Meldung erfahren Sie, wie der Datentraffic in den Mobilfunknetzen binnen kurzer Zeit enorm ansteigt.

Teilen (2)

Mehr zum Thema Marktanteile