Fernsehen

Internationale Einigkeit: TV-Sender wollen 5G Broadcast

Internationale Fernsehsender setzen sich für eine schnelle Etablierung des neuen Standards 5G Broadcast ein. Der DVB-T2-Nachfolger biete die Chance, erstmals in der TV-Geschichte einen weltweit einheitlichen digitalen Übertragungsstandard zu etablieren.
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Bei der vierten Ausgabe der "Media Inno­va­tion Plat­form" drehte sich alles um die Produk­tion und die Verbrei­tung von Inhalten in Ultra HD und HDR. Inter­na­tio­nale Einig­keit herrscht unter TV-Sendern: Der desi­gnierte DVB T2-Nach­folger 5G Broad­cast bietet die einma­lige Chance, erst­mals in der TV-Geschichte einen welt­weit einheit­li­chen Über­tra­gungs­stan­dard zu etablieren. Koppe­lung der Broad­cast- mit künf­tigen 5G-Netzen bringe enorme frequenz­öko­no­mi­sche Effekte.

Erst­mals globaler digi­taler Über­tra­gungs­stan­dard für Radio und Fern­sehen

Der Sender Wendelstein des Bayrischen RundfunksDer Sender Wendelstein des Bayerischen Rundfunks. Von hier wird bereits 5G Broadcast ausgestrahlt Ein wich­tiges Thema sei die in Folge des begin­nenden 5G-Roll­outs euro­pa­weit einset­zende Diskus­sion um eine Koppe­lung der Netze von Mobil­funk und Broad­cas­tern. "Damit könnte erst­mals in der TV-Geschichte ein globaler Über­tra­gungs­stan­dard etabliert werden, der neben TV-Geräten auch 5G-fähige mobile Endge­räte unter­stützen würde", wie ORS-Geschäfts­führer Norbert Grill in seinem Vortrag ausführte. ORS ist eine Tochter des Öster­rei­chi­schen Rund­funks (ORF), die in einem Video eindrucks­voll darstellt, warum 5G Broad­cast nahezu exis­ten­ziell notwendig für die digital-terres­tri­sche Verbrei­tung von Radio und Fern­sehen sein wird.

Bislang reagieren die Mobil­funk­un­ter­nehmen aller­dings eher ableh­nend, wenn es darum geht die Broad­cast-Inhalte kostenlos und ohne SIM-Karte auf Smart­phones und Tablets zugäng­lich zu machen.

Die ORS hält dagegen: Mit einem 5G-Broad­cast-Netz würden sich auch für die Mobil­funk­un­ter­nehmen enorme Vorteile auftun. Durch das tech­ni­sche Zusam­men­spiel der leis­tungs­fä­higen Rund­funk­sender mit den 5G-Antennen könnten die knappen Frequenzen viel besser ausge­lastet werden. Das sei insbe­son­dere bei Live-Ereig­nissen von größter Bedeu­tung, aber auch durch kommende Nutzungs­sze­na­rien, die durch UHD, mobile Anwen­dungen, Augmented Reality oder der Explo­sion des Enter­tain­ments in selbst­fah­renden Autos erst am Anfang stehen.

Die ORS will mit dem ersten Quartal 2020 einen 5G Broad­cast-Trial starten und die entspre­chenden Erkennt­nisse für das öster­rei­chi­sche Digi­ta­li­sie­rungs­kon­zept zur Verfü­gung stellen.

RTL: 5G Broad­cast wichtig für UHD-Inhalte

Für Andre Prahl, den Vorsit­zenden der Deut­schen TV-Platt­form und Leiter der tech­ni­schen Distri­bu­tion aller TV-Kanäle der Medi­en­gruppe RTL Deutsch­land, kann 5G bei der Verbrei­tung von Ultra HD-Inhalten zukünftig eine wich­tige Rolle spielen. "Die Verfüg­bar­keit von Live-Programmen und Inhalten auf Abruf in Ultra HD nimmt konti­nu­ier­lich zu. Diese Inhalte werden künftig über die verschie­densten Endge­räte konsu­miert und in diesem Kontext ist 5G eine sehr inter­es­sante Option für die Verbrei­tung, aber auch für die Produk­ti­ons­um­ge­bung", schließt Prahl.

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