ARD/ZDF im Internet

ARD/ZDF: 7-Tage-Beschränkung für Beiträge im Internet soll fallen

Die Sieben-Tage-Beschränkung für Bewegtbild-Inhalte von ARD und ZDF im Internet soll wegfallen. Die Ministerpräsidenten hatten sich darauf geeinigt, dass die Verweildauer von Sendungen im Netz "aufwendungsneutral und zeitgemäß ausgedehnt werden" soll. Das stößt aber nicht nur auf Gegenliebe.
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ARD und ZDF dürfen Inhalte länger im Netz lassenARD und ZDF dürfen Inhalte länger im Netz lassen Die Ministerpräsidenten hatten sich bei einem Treffen in der vergangenen Woche in Saarbrücken darauf geeinigt, die bisherigen Internet-Regeln für ARD und ZDF aufzulockern. Die Beschränkung, nachdem Onlineangebote wie aktuelle Fernsehfilme nach sieben Tagen von der Webseite und aus den Mediatheken genommen werden müssen, soll mit der Rundfunkreform fallen. Die Ministerpräsidenten hatten sich wörtlich darauf geeinigt, dass die Verweildauer von Sendungen im Netz "aufwendungsneutral und zeitgemäß ausgedehnt werden" soll. Das hätten sich die Länderchefs für die 22. Änderung des Rundfunkstaatsvertrages vorgenommen, über die im kommenden Jahr detaillierter verhandelt wird.

Für Zuschauer ein gutes Signal: Endlich brauchen sie sich nicht mehr darüber ärgern, wenn der zuletzt verpasste Tatort oder ein Fernsehfilm nach sieben Tagen nicht mehr online oder in der Mediathek auffindbar sind. Und auch neue Dinge sind möglich, beispielsweise Nachrichtenarchive, Portale mit Dokumentationen und vieles mehr.

Protest mehrerer Berufsgruppen gegen Pläne

Während die öffentlich-rechtlichen Sender den Vorstoß der Ministerpräsidenten begrüßen, stößt dieser an anderer Stelle auf wenig Gegenliebe. Die Pläne stoßen vor allem bei einigen Fernsehschaffenden auf deutliche Kritik. Unter anderem äußerten sich die Verantwortlichen des Bundesverbandes Schauspiel (BFFS). Im Deutschlandfunk beklagte der Schauspieler Heinrich Schafmeister, Vorstandsmitglied im BFFS, dass Schauspieler bislang nicht extra für den Abruf ihrer Filme in den Mediatheken bezahlt würden: "Es ist jetzt schon ein Skandal, dass die Urheber und die ausführenden Künstler für die Mediatheken nicht bezahlt werden. Und es wird ein noch größerer Skandal werden, wenn es demnächst schrankenlos ist und wir auch nicht dafür bezahlt werden."

Der von den Ministerpräsidenten verwendete Begriff "aufwendungsneutral" sei eine Katastrophe für die zukünftige Fernsehproduktion, da sie Fernsehschaffenden und Produzenten ein wesentliches Refinanzierungsmittel vorenthalte, hieß es vom BFFS.

Dem Protest der Schauspieler schlossen sich laut Deutschlandfunk auch der Berufsverband Kinematografie, der Verband Deutscher Drehbuchautoren, der Bundesverband Filmschnitt und der Verband der Berufsgruppen Szenenbild und Kostümbild an.

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