UMTS-Versorgung

Ende der Indoor-Funklöcher: o2 bietet Femtozelle zum Kauf an

Momentan nur für Businesskunden ab 178,50 Euro erhältlich

Nachdem Vodafone mit seiner Femtozelle unter dem Namen "Sure Signal" in der Branche auf große Resonanz stieß, bietet Telefónica o2 offiziell ab morgen seine "Signal Box" in zwei Varianten an, wie teltarif.de vorab erfuhr.

Egal wie gut ein Mobilfunknetz außerhalb von Gebäuden versorgen mag, in Gebäuden kann es schnell eng werden, weil z.B. beschichtete Fenster oder Stahlbeton das Signal dämpfen oder gar nicht durchlassen. Mit einer Femtozelle können auch Tiefgaragen, Kellerräume, Gebäude auf dem Werksgelände oder im Home Office erreicht werden.

Die Signal Box S kommt vom Netzwerk-Ausrüster Alcatel Lucent und hat die interne Bezeichnung 9361 (Home Cell V 2.09) Zum einmaligen Preis von 178,50 Euro (149,99 Euro netto) kann sie vom o2-Kunden erworben und aufgestellt werden. Sie versorgt tote Flecken z.B. innerhalb von Gebäuden mit einem UMTS-Signal (3G), wobei bis zu vier parallele Gespräche möglich sind, die Datengeschwindigkeit kann abhängig von der vorhandenen Internet-Versorgung mit bis zu 14,4 MBit/s im Downstream und 5,7 MBit/s im Upstream erfolgen, die Funkreichweite beträgt bis zu 20 Meter. o2 empfiehlt die kleine Version bei einer Versorgungsfläche von bis zu 400 Quadratmeter und bis zu zehn aktiven SIM-Karten.

Unterbrechungsfreier Handover von drinnen nach draußen soll möglich sein

Signalbox M von o2 Signal Box M von o2
Foto: o2
Wer mehr Leistung braucht, kann das Alcatel-Lucent-Modell 9362 (V 2.2 2 100 MHz) einsetzen, das zum einmaligen Kaufpreis von 713 Euro (599,99 ohne MwSt.) angeboten wird und bis zu 16 parallele Gespräche erlaubt. Ist die größere Femtozelle mit ausreichend Internet-Power verbunden, sind auf der Funkstrecke bis zu 21 MBit/s im Download und 5,7 MBit/s im Upstream möglich. Hier können bis zu 2 500 Quadratmeter versorgt werden und bis zu 30 SIM-Karten bedient werden.

Sofern es zwischen "drinnen" und "draußen" kein Funkloch gibt, erlauben die Zellen einen unterbrechungsfreien Handover von drinnen nach draußen. Eine von außen mitgebrachte Verbindung würde beim Verlassen des Funkversorgungsbereichs abbrechen und nicht nach drinnen übergeben.

Die Femtozelle wird über ein LAN-Kabel (kein WLAN!) mit dem bereits vorhandenen Internetzugang verbunden. Dazu reicht nach Angaben des Netzbetreibers bereits ein "handelsüblicher DSL-Anschluss", der aber mindestens 4 MBit/s für die kleine und 8 MBit/s für die große Variante liefern sollte. Sobald die Box mit dem Netz verbunden ist, nimmt sie über einen VPN-Tunnel Kontakt zum Netzkontrollzentrum von o2 auf. Wenn sich die Femtozelle im Netz erfolgreich registriert hat, konfiguriert sie sich selbst.

Bei größeren Funklöchern (z.B. in einem Bürogebäude) können auch mehrere Femtozellen kombiniert werden, dies erfordert aber eine spezielle Konfiguration durch den Netzbetreiber o2, um Störungen oder Fehlfunktionen zu vermeiden. Außerhalb des Gebäudes muss es bereits eine stabile Netzversorgung mit o2 geben, sonst funktioniert die Signal Box möglicherweise nicht.

Nach dem Erwerb der Signal Box ist eine Registrierung auf den Betriebsstandort und der Abschluss einer gesonderten Nutzungsvereinbarung mit o2 erforderlich, die eine Mindestlaufzeit von 24 Monaten hat. Der Kunde nutzt seinen vorhandenen Handyvertrag und bezahlt auch bei Nutzung der Signal Box die für sein Handy geltenden Tarife oder nutzt sein Inklusivvolumen oder Minutenkontingent. Es gibt also keine Sondertarife beim Aufenthalt im Funkbereich der Signal Box.

Auf der folgenden Seite verraten wir, wer die o2-Femtozelle momentan erwerben kann, wie die Signal Box umgezogen werden kann und warum ältere GSM-only-Geräte nicht unterstützt werden.

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