Unsicher

Vertragskündigungen: Kunden von Felix Mobile müssen weiter bangen

Die Geschichte des Providers Felix Mobile bleibt wechselhaft: Nach diversen Versuchen, im Markt Fuß zu fassen, werden momentan Kündigungen an Kunden versandt. Und das Unternehmen teilt mit, dass die Zukunft völlig offen sei.
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Die mittlerweile eingestellte Webpräsenz von Felix MobileDie mittlerweile eingestellte Webpräsenz von Felix Mobile Die wechselvolle Geschichte des Providers Felix Mobile setzt sich aktuell fort: Im teltarif.de-Forum berichten aktuell einzelne Kunden, dass der Provider ihnen fristgerecht gekündigt hat. Dies nahmen wir zum Anlass, einmal bei dem Unternehmen nachzufragen.

Felix Mobile war 2011 mit diversen Gutschein-Aktionen bekannt geworden, damals wurde das Angebot noch im Vodafone-Netz realisiert. Die damalige Allnet-Flat kostete nur 10 Euro und war monatlich kündbar. Schon damals stellte sich die berechtigte Frage nach der Rentabilität des Angebots.

Im Sommer 2013 erfolgte dann eine Migration der Allnet-Flat-Kunden ins Telekom-Netz, wofür die Anwender eine neue SIM-Karte erhielten. An den vertraglichen Konditionen änderte sich allerdings nichts. Seit Ende Januar verschickt nun das Unternehmen Briefe an einzelne Kunden, in denen der Vertrag gekündigt wird. Solange die Kündigungsfrist von einem Monat eingehalten wird, ist das rechtlich nicht zu beanstanden, ärgerlich ist es aber trotzdem, wenn der Kunde sich um die Portierung seiner Rufnummer zu einem anderen Anbieter bemühen muss. Zudem gab und gibt es Zeiten, in denen der Kundenservice von Felix Mobile nur sehr schwer zu erreichen ist, sowohl via E-Mail als auch per Hotline.

Kündigungen nur im "Einzelfall" bei "Störungen im Vertragsverhältnis"

Auf unsere E-Mail-Anfrage erhielten wir nach zwei Tagen eine Antwort, bei einem zwischenzeitlichen Anruf auf der Hotline-Nummer an einem Montagnachmittag ging niemand ans Telefon. Auf unsere Frage nach den Kündigungen bestätigte Felix Mobile diese und schrieb dazu: "Es ist richtig, dass vereinzelt Kunden zu Ende Februar gekündigt wurde. Hierbei handelt es sich um ordentliche vertragsgemäße Kündigungen. Die entsprechenden Verträge sind beiderseitig jederzeit zum Ende des Folgemonats kündbar. Derartige Kündigungen erfolgen meist aufgrund von Störungen im Vertragsverhältnis und es handelt sich um Einzelfälle."

Die Formulierung "Störungen im Vertragsverhältnis" lässt sich in diesem Zusammenhang allerdings weitläufig interpretieren. Auf der einen Seite suggeriert die Aussage, dass Kunden ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nachgekommen sind, was in Einzelfällen der Fall sein könnte. Es ist aber eher zu vermuten, dass die betreffenden Kunden die Allnet-Flat sehr ausgiebig genutzt haben, insbesondere für Verbindungen zu anderen Mobilfunknetzen und dass sich darum die Kalkulation des Anbieters nicht mehr gerechnet hat.

Zukunft des Unternehmens weiter offen

Klar ist, dass der Tarif nicht mehr aktiv vermarktet wird. Die Webseite unter www.allnetflat-aktion.de mit dem Kunden-Login und den Kontaktdaten ist nicht mehr erreichbar. Schaut man bei der Whois-Abfrage der DENIC nach dem aktuellen Status der Domain, ist dort zu lesen: "Die Domain 'allnetflat-aktion.de' wurde am 26.01.2014 gelöscht und befindet sich derzeit in einer Karenzzeit (Redemption Grace Period - RGP)." Damit ist die zum 3. Dezember bei der DENIC eingeführte Karenzzeit von 30 Tagen nach der Löschung einer Domain gemeint, in der der ehemalige Inhaber sich überlegen kann, ob er die Adresse nicht vielleicht doch noch weiternutzen möchte. Erst nach Ablauf der 30 Tage kann die Domain von einem anderen Interessenten registriert werden.

Zur Zukunft des Unternehmens machen Felix Mobile und der dahinter stehende Dienstleister Gesmo GmbH nur vage Aussagen: "Wie Ihnen bereits [...] bekannt ist, haben wir die Betreuung der Kunden der Felix Mobile GmbH übernommen. Die Felix Mobile GmbH hatte ihr Mobilfunkangebot und den dazugehörigen Account-Onlinezugang seinerzeit eingestellt. Inwieweit das Produkt von uns in Zukunft weitergeführt wird, haben wir noch nicht entschieden. Sollte das Produkt eingestellt werden, erhalten die Kunden jedoch von uns auf jeden Fall ein entsprechendes Alternativangebot, das mit derselben SIM-Karte und derselben Mobilfunknummer weitergenutzt werden kann."

Dies könnte darauf hindeuten, dass Gesmo momentan mit anderen im Telekom-Netz angesiedelten Providern oder vielleicht sogar direkt mit der Telekom um eine endgültige Nachfolgeregelung für die noch verbleibenden Felix-Mobile-Kunden verhandelt. Aktuell können Kunden, die nicht aus eigenem Antrieb wechseln möchten, nichts weiter tun als abzuwarten. Auf jeden Fall sollten die Schreiben und Mails des Unternehmens genau studiert werden, vor allem bezüglich der Anweisungen zur Rufnummern-Portierung. Für eine Rufnummern-Portierung werden in der Regel mindestens 25 Euro vom Konto abgebucht, wenn man die Nummer retten möchte. In der Regel gewährt der neue Provider dafür eine Gutschrift in derselben Höhe.

Felix Mobile gibt weiterhin folgende Kontaktdaten an: Felix, c/o Gesmo Gesellschaft für Mobilfunkservices mbH, Eisenstraße 5, 35039 Marburg, Telefon: 06421-62036150, Telefax: 06421-690230, E-Mail: felix[at]mobilfunkservices.com.

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