Angriff

Feedly wird mit DDoS-Attacke erpresst

Der Reader-Dienst Feedly ist momentan nicht zu erreichen. Der Grund ist eine DDoS-Attacke, mit deren Hilfe anscheinend Geld von Feedly erpresst werden soll. Zahlt der Dienst, sollen die Angriffe eingestellt werden. Wirklich erfolgsversprechend scheint das nicht. Die Nutzer des Dienstes reagieren unterstützend statt sauer.
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Als sich Google Anfang des vergangenen Jahres entschied seinen Reader-Dienst einzustellen, profitierte ein anderer Dienst massiv: Feedly. Die App erhielt innerhalb weniger Wochen mehr als drei Millionen neue Nutzer. Seitdem hat das Team viele Updates mit neuen Funktionen und Verbesserungen veröffentlicht. Während der Ansturm der Nutzer den Entwicklern damals "zwei verrückte, wunderbare Wochen" bescherte, dürfte der Sturm der momentan über Feedly hinweg zieht, weniger erfreulich sein.

Feedly derzeit von DDoS-Attacke betroffen.Feedly derzeit von DDoS-Attacke betroffen Wie das Team in einem Blogeintrag mitteilte, steht Feedly momentan im Fadenkreuz einer sogenannten Distributed-Denial-of-Service-Attacke (DDoS). Vereinfacht gesagt werden die Server des Dienste dabei mit so vielen Anfragen bombardiert, dass sie rechtmäßigen Anfragen der eigenen App nicht mehr beantworten können. Das Fazit: Der Dienst ist für seine Nutzer unerreichbar. Ein kurzer Test mehrerer teltarif-Redakteure bestätigte das. Das Ziel der Attacke ist anscheinend finanzieller Natur. Wie die Entwickler in dem Blogeintrag weiter mitteilen, forderten die Angreifer Geld von Feedly, damit die Attacken eingestellt werden würden.

Während sich das Team in dem Eintrag bei seinen Nutzern entschuldigt und beteuert, dass die Daten sicher sein, finden sich in den Kommentaren vor allem Sympathiebekundungen. Diese reichen von "Viel Glück" bis zu "Kein Problem, wir warten. Hoffentlich schickt ihr diese Idioten ins Gefängnis". Idioten ist dabei noch eine der harmloseren Bezeichnungen, die die Nutzer für die Angreifer finden.

Zusammenhang mit Attacke auf Evernote?

Auch die bekannte Notiz-App Evernote war in der vergangenen Nacht das Ziel einer DDoS-Attacke. Das Team gab aber mittlerweile bekannt, dass der Angriff abgewehrt werden konnte. Ein kurzer Test in der Redaktion bestätigte dies. Ob ein Zusammenhang zwischen dem DDoS-Angriff auf Evernote und der momentanen Attacke auf Feedly besteht, ist derzeit ebenso unklar, wie die Frage wer hinter den Angriffen steckt.

Die bislang schwerste Attacke dieser Art gab es Anfang des vergangenen Jahres. Das Ziel war damals die niederländische Firma Spamhaus. Das Unternehmen pflegt eine schwarze Liste von Absendern, von Spam. Einmal auf der Liste gelandet, werden die Nachrichten des Versenders herausgefiltert. Der Angriff damals erfolgte kurz nachdem Spamhaus einen Anbieter von Speicherdiensten auf die Liste setzte. Spamhaus holte sich damals Hilfe von der IT-Sicherheitsfirma Cloudflare, die die massenhaften Anfragen auf eigenen Rechenzentren weltweit aufteilte und verdächtige Anfragen herausfilterte.

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