Fake-Shops

Schnäppchen bestellt, Geld weg

Immer wieder fallen Kunden auf Fake-Angebote von Betrügern im Amazon Marketplace herein. Wie erkennt man einen Fake-Shop?
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Fake-Shops: Wenn das erwartete Schnäppchen nicht kommtFake-Shops: Wenn das erwartete Schnäppchen nicht kommt Die Masche ist nicht neu, aber offenbar so attraktiv, dass sich immer neue Fake-Shops im Marketplace von Amazon finden. Verbraucherschützer warnen bereits seit längerer Zeit vor diesen "Anbietern", die gar nicht vor haben, ihren Kunden etwas zu verkaufen. Sie wollen einfach nur deren Geld. Die Betrüger fordern ihre Kunden nämlich auf, die Bezahlung nicht über das Amazon-Konto abzuwickeln, sondern den Kaufpreis per Vorkasse direkt an den angeblichen Händler zu überweisen. Dafür sollen die Kunden ihre Kreditkartendaten bei Bezahldiensten wie Western Union, Paypal oder Paysafe angeben oder das Geld direkt auf ein Konto im Ausland überweisen.

Genau das ist der Fehler, den man nicht machen sollte: Der Fake-Verkäufer nimmt das Geld und storniert dann die Bestellung bei Amazon. Das bedeutet, dass das Geld weg ist und der Kunde keinerlei Chance hat, irgendwelche Ansprüche gegenüber Amazon geltend zu machen. Denn die A-bis-Z-Garantie von Amazon greift nur, wenn die Bezahlung über die Amazon-Plattform erfolgt ist.

Nur über Amazon bezahlen

Wie die Süddeutsche Zeitung am Wochenende berichtete, wird Amazon derzeit von solchen Fake-Shops geflutet und bekommt das Problem nicht in den Griff. "Wir nehmen das Thema ernst und beschützen unsere Kunden und Händler", zitiert die Zeitung Ralf Kleber, den Deutschland-Chef des Online-Händlers. Seine Empfehlung: Kunden sollten alle Käufe ausschließlich über die Amazon-Website abwickeln und niemals Ware beim Verkäufer direkt bezahlen, weder durch Überweisung noch per Scheck. Eigentlich seien alle Verkäufer dazu verpflichtet, alle Transaktionen nur über die Amazon-Plattform laufen zu lassen.

Trotzdem scheinen die Betrüger Amazon immer einen Schritt voraus zu sein: Inzwischen hacken sie sich sogar in Marketplace-Shops seriöser Händler und schmuggeln ihre Fake-Angebote in deren Sortiment. Betroffen sollen vor allem Autoteile-, Musikalien- und Chinashops sein.

Erheblicher Schaden

Der Schaden durch derartige Fake-Anbieter sei laut dem LKA Niedersachen "erheblich", denn immer wieder fielen Kunden auf die professionell aufgemachten Betrugsangebote herein. Doch wenn ein Schnäppchen weit unter dem sonst üblichen Preis angeboten wird, sollten die Alarmglocken schrillen. Überhaupt ist in solchen Fällen ein wenig Recherche sinnvoll: Wenn es zu einem bestimmten Shop keine Erfahrungsberichte gibt, ist das unter Umständen ein Hinweis auf einen Fake-Anbieter. Aber selbstverständlich lassen sich auch positive Bewertungen faken. Auf gar keinen Fall sollte man im Voraus bezahlen - selbst wenn der Shop mit Gütesiegeln versehen ist: Die lassen sich natürlich genauso fälschen wie ein angeblich besonders günstiges Angebot.

Es gibt auch Foren wie Webwatcher.eu, in denen sich Betroffene austauschen und vor Fake-Shops warnen können. Weitere Hinweise sind auf Seiten wie kaufenmitverstand.de und polizei-beratung.de zu finden. Ein guter Anlaufpunkt sind auch Verbraucherzentralen: Sie können mitunter helfen, wenn man schon in die Falle getappt ist.

Die Verbraucherzentrale Niedersachsen erklärt in einem Video, woran man einen Fakeshop erkennen kann. Weitere Tipps und Tricks finden Sie auch in unserem Ratgeber zum Online-Shopping.

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