300 000 Euro Schaden

Fake-Shops: Polizei Göttingen verhaftet mutmaßliche Betrüger

Verdächtige sollen mindestens 35 Fake-Online-Shops betrieben haben
Von Marc Kessler
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Die Polizei Göttingen hat eine Gruppe von drei mut­maßlichen Online-Betrügern festgenommen, die seit Mitte 2011 mindestens 35 verschiedene Fake-Online-Shops ins Netz gestellt und mit diesen einen Gesamt­schaden in Höhe von rund 300 000 Euro verursacht haben sollen. Drei der Ver­dächtigen befinden sich seit Anfang Juli in Unter­suchungs­haft, wie Staats­anwalt­schaft und Polizei Göttingen mitteilen.

Nutzer erfuhren erst nach Bestellung, dass sie per Vorkasse zahlen müssten

HandschellenOnline-Betrug:
Für drei Verdächtige klickten die Handschellen
Die Masche der Verdächtigen war dabei immer gleich: Sie boten hoch­wertige Elektronik­artikel und Kaffee­voll­automaten zu scheinbar konkurrenzlos günstigen Preisen auf den diversen Webseiten an. Erst nach Bestellung erfuhren die Käufer in spe jedoch, dass sie als Erstbesteller nur per Vorkasse zahlen könnten.

Viele der Online-Besteller erfüllten diese Forderung und überwiesen Beträge von bis zu mehreren Hundert Euro auf die Konten der mutmaßlichen Täter. Insgesamt gehe es um "mindestens 1 194 Überweisungen" und einen Gesamt­schaden von rund 300 000 Euro. Die Ware lieferten die Betreiber der betrügerischen Online-Shops jedoch "in keinem einzigen Fall", wie die Behörden mitteilen. Fake-Online-ShopScreenshot von einem
der Fake-Online-Shops

Einer der vermutlichen Haupttäter wurde in Spanien geschnappt

Die Ermittlungen kamen ins Rollen, nachdem sich die Anzeigen Geschädigter zunächst gegen einen unbeteiligten Unternehmer richteten. Dessen Daten sollen die Verdächtigen indes missbraucht und vorgespiegelt haben, dass er eine Reihe der betreffenden Online-Shops betreibe.

Nach internationalen Ermittlungen konnte die Polizei vor kurzem einen der mutmaßlichen Haupttäter schließlich in Spanien festnehmen. Zeitgleich klickten auch die Handschellen für zwei verdächtige Mittäter in Deutschland.

Verbraucherschützer warnen vor Fake-Shops - darauf sollten Sie achten

Erst vor wenigen Tagen hatte die Verbraucher­zentrale Nordrhein-Westfalen vor Fake-Shops gewarnt, die Interessenten im Shopping-Preisvergleich von Google mit unschlagbar günstigen Preisen ködern. Hinter den vorgeblich britischen Anbietern mit Namen wie ZenonTechs, Hexa- oder Hulkstore steckten indes Betrüger, warnen die Verbraucher­schützer.

Die Verbraucher­zentrale rät: Achten Sie beim Online-Kauf auf eine sichere Bezahlform - am besten fahren Sie mit Zahlung per Rechnung, Lastschrift oder über einen Bezahldienst wie PayPal. Zudem hätten seriöse Anbieter auf ihrer Website stets ein Impressum, auffindbare AGB und seien telefonisch erreichbar.

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