Fairer Erfolg

FairPhone kündigte leistungsfähigeren Nachschub und neues Modell an

FairPhone hat eine neue Charge des fair produzierten Smartphones angekündigt. Der Grund dafür sei das große Interesse. Außerdem gab der Hersteller bekannt, 2015 eine neue Version präsentieren zu wollen. Wir haben Informationen über die technischen Details und das voraussichtliche Lieferdatum.
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Das Team hinter dem FairPhone hat es sich zum Ziel gesetzt, ein faires Smartphone zu produzieren, also auf das Wohlergehen der an der Produktion Beteiligten und der Natur zu achten. Mitte des vergangenen Jahres gab der Hersteller bekannt, dass er die ersten 5 000 Geräte produzieren wollte. Kurz danach folgten die nächsten 20 000 Smartphones. Trotz des Ausverkaufs der ersten Charge riss das Interesse nicht ab. In den letzten vier Monaten gab es laut dem Blogeintrag 40 000 Interessenbekundungen.

Das FairPhone der ersten Generation.Das FairPhone Wohl deshalb kündigt der Hersteller in dem erwähnten Eintrag nun die zweite Ladung FairPhones an. Im Sinne der Ressourcenschonung und wohl auch um finanziellen Schaden durch Überproduktion zu vermeiden, führen die Entwickler momentan eine Umfrage zum Interesse durch. Mit den Ergebnissen aus der Umfrage soll die Größe der zweiten Charge genauer bestimmt werden. Teilnehmen kann an der Umfrage jeder, eine Anzahlung muss nicht geleistet werden. Interessenten können noch bis zum 31. März ihre Meinung kundtun.

Viel ändern wird sich gegenüber dem ersten FairPhone nicht. Einzig der Prozessor von Mediatek wird durch ein etwas leistungsfähigeres Modell des Herstellers ausgetauscht. Seine vier Kerne werden statt mit 1,2 Gigahertz auf 1,5 Gigahertz getaktet sein. Auch der Grafikkern des Smartphones profitiert durch den Austausch leicht und ist etwas schneller getaktet.

In den Kommentaren unter dem Blogeintrag findet sich die Frage, warum die Firma nicht einen energiesparenderen Chip gewählt hat. Ein Mitarbeiter des Herstellers erklärt, dass dies nicht möglich gewesen sei, da der Nachschub dieses Chip-Modells durch größere Hersteller beschränkt sei, die Millionen von Geräten ausliefern. Mit einer in Zukunft geplanten Steigerung der Produktionsmenge hofft FairPhone aber, mehr Einfluss auf diese Entscheidungen nehmen zu können.

CEO muss sich für günstigeren Preis rechtfertigen

Der Verkauf der zweiten Charge des Smartphones soll im Mai beginnen, wobei die Produktion Mitte Mai starten wird. Die Auslieferung an die Kunden soll dann Ende Juni beziehungsweise Mitte Juli erfolgen. Das FairPhone soll 310 Euro inklusive Steuern kosten. Damit ist es 15 Euro günstiger als das Vorgängermodell.

Interessanterweise findet sich in dem Blogeintrag die Frage, warum das Gerät günstiger ist, wo doch das Geld für gute Zwecke verwendet wird. Der CEO, Bas van Abel, begründet die Entscheidung damit, dass die Kosten für Zertifizierung und die Entwicklung von Prototypen bereits durch die erste Charge gedeckt sein. Zudem hätte der gleiche Preis als eine zusätzliche Prämie gedeutet werden können, was als unverhältnismäßig im Vergleich zu den unterstützen Projekten hätte gedeutet werden können. Zudem solle das Projekt im Markt bestehen können, für das nächste Jahr suche man aber trotzdem alternative Modelle für die Finanzierung.

Die Kritik auf Grund des günstigeren Preises zeigt, dass viele Nutzer vermutlich bereit sind, mehr zu bezahlen, solange sie wissen, wofür das Geld tatsächlich verwendet wird. Für das Jahr 2015 plant der Hersteller ein komplett neues Modell des Smartphones, wobei noch keine technischen Daten genannt wurden.

Neue Projekte im Kongo und Fairtrade Gold für die Produktion

In der Ankündigung der zweiten Charge gibt der Hersteller des Weiteren bekannt, dass neben den bekannten Projekten im Kongo zusätzliche neue Projekte unterstützt werden. Auch Gold aus fairen Quellen soll künftig in die Produktionskette mit einfließen. Zusammen mit dem chinesischen Hersteller Changhong arbeitet FairPhone nach eigenen Angaben an der Einführung eines Wohlfahrtsfonds für die Angestellten von Changhong. Zudem wolle man 70 000 weggeworfene Telefone aus Ghana in eine Recyclingfabrik in Europa verschiffen, um eine entsprechende Entsorgung gewährleisten zu können.

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