Fairness

FairPhone 2: Faire Produktion, modulare Bauweise

Das FairPhone 2 soll mit sozialverträglicher Produktion und transparenter Lieferkette die Fehler des Vorgängers ausbügeln. In puncto Leistung und Display wendet sich der Hersteller an anspruchsvolle Nutzer. Auch beim Preis hat der Hersteller schon Vorstellungen.
AAA
Teilen (1)

Das FairPhone 2 setzt auf konfliktfreie Rohstoffe.Das FairPhone 2 setzt auf konfliktfreie Rohstoffe. Der Nachfolger des FairPhones, schlicht FairPhone 2 genannt, soll in diesem Sommer vorbestellt werden können. Interessenten mussten sich über ein Jahr bis zu diesem Schritt gedulden. Zuletzt gab es im Frühjahr 2014 eine kleinere Modellpflege des Originals.

Die Auslieferung des FairPhone 2 ist für den Herbst 2015 geplant. Über 50 000 Interessenten haben sich laut Herstellerangaben bereits unverbindlich registriert. Zum Vergleich: Vom ersten FairPhone wurden nach Herstellerangaben in mehreren Chargen 60 000 Geräte verkauft. Das FairPhone 2 soll diesen Wert überflügeln.

Besonderheit: Transparente Lieferkette, konfliktfreie Rohstoffe

Im Kern soll sich die Produktionskette bereits ein mehreren Punkten wesentlich von den konventionellen Verfahren unterscheiden: So gibt es die Zusage, in einen Sozialfonds für die Belegschaft des chinesischen Fertigungsunternehmens Hi-p einzuzahlen und dort die Arbeitsbedingungen zu verbessern.

Enthaltenes Zinn und Tantal konnten als konfliktfrei zertifiziert werden. Weitere Elemente wie Wolfram und Gold sollen in Zukunft ebenfalls aus zertifizierten Minen stammen. Eine visuelle Darstellung der Zulieferketten hat FairPhone auf einer sourcemap dargestellt.

Ausstattung: Qualcomm-Prozessor und Full-HD-Display

Das FairPhone 2 liegt bereits als Prototyp vor. Auch wurden einige Spezifikationen bereits mitgeteilt. Das gerechte gefertigte Gerät soll über einen 5-Zoll-Display mit Full-HD-Auflösung und Gorilla Glass 3 verfügen. Als CPU soll der Qualcomm Snapdragon 801 ausreichend Leistung bringen und diese wird von 2 GB RAM flankiert. Der interne Speicher beträgt 32 GB und kann durch eine MicroSD-Karte erweitert werden. Des Weiteren soll das Smart­phone über eine Dual-SIM-Funktion, eine integrierte Schutzhülle, einen 2420-mAh-Akku und LTE-Schnittstelle verfügen. Als Betriebssystem kommt das aktuelle Android 5.1 Lollipop zum Einsatz. Die WLAN-Schnittstelle unterstützt bis zu 802.11 ac, Bluetooth ist mit Version 4.0 LE vertreten. Die austauschbare Kamera hat eine Auflösung von 8 Megapixeln. Der Preis liegt bei voraussichtlich 525 Euro.

Die modulare Bauweise soll es erleichtern, das FairPhone 2 zu reparieren.Die modulare Bauweise soll es erleichtern, das FairPhone 2 zu reparieren. Das niederländische Unternehmen möchte mit dem FairPhone ökologische und ethische Kriterien aufgreifen und realisieren. Schwerpunkte seien "Produktlebensdauer und eine transparente Lieferkette". Das Handy soll daher mit aktueller Hard- und Software ausgestattet auf dem Markt kommen und so zur Langlebigkeit des Produkts beitragen.

Fairphone 2 soll leicht zu reparieren sein

Auch der modulare Aufbau soll die Haltbarkeit unterstützen: Gibt eine Komponente den Dienst auf, soll diese wohl auch von wenig versierten Nutzern ausgetauscht werden können. Dies fängt beim wechselbaren Akku an und spinnt sich fort zu austauschbaren Komponenten wie Display, Kamera, Lautsprecher und der Hörmuschel. Für die Zerlegung soll ein Schraubenzieher ausreichen. In einem Video präsentieren die Entwickler am Prototyp, wie leicht dies fallen soll:

Des Weiteren arbeitet FairPhone mit iFixit zusammen. Das erste FairPhone hatte auf der Reparatur-Plattform einen Wert von 7 auf der 10-stelligen Skala eingeräumt bekommen. Allerdings kommt das iPhone 6 auf den gleichen Wert, ohne dass der Hersteller Langlebigkeit und Reparaturfähigkeit in den Vordergrund stellt. Offenbar peilt FairPhone mit dem Nachfolgegerät einen höheren Wert an. Allerdings ist es um die Kooperation zwischen FairPhone und iFixIt stiller geworden.

Spagat zwischen fairer Produktion und finanzierbaren Smart­phone

Die niederländische Firma FairPhone ging 2013 aus einem Kampagnenprojekt für ethische Produktion und Gewinnung von Rohstoffen, die als Konfliktmaterialien gelten, hervor. FairPhone betont die Schwierigkeit der Offenlegung aller Schritte der Produktionskette, macht hier aber zunehmend Fortschritte. Kritische Anfragen werden zugelassen, insbesondere auch in Bezug auf das Spagat zwischen vollkommen fairer Produktion und der Herstellung eines gängigen und finanzierbaren Smart­phones. Das Unternehmen räumt selbst ein, das FairPhone sei "immer noch weit entfernt von 'fair'". FairPhone verspricht jedoch, dass die Initiative weiter ausgebaut wird. Die Offenlegung der Produktionskette beginnt beim Bergbau und umfasst Design, Herstellung, Lebenszyklus und soziales Unternehmertum.

Teilen (1)