Facebook-Anhörung

Facebook-Skandal: Auch Mark Zuckerbergs Daten abgegriffen

Im Facebook-Skandal hat sich herausgestellt, dass sogar die privaten Daten von Mark Zuckerberg durch Cambridge Analytica abgegriffen wurden. Der deutsche Verfassungsschutz-Präsident Hans-Georg Maaßen wundert sich über den Skandal nicht.
Von dpa /
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Mark Zuckerberg während einer AnhörungMark Zuckerberg während einer Anhörung Auch Facebook-Chef Mark Zuckerberg ist persönlich von dem aktuellen Datenskandal bei dem Online-Netzwerk betroffen. In einer Anhörung im US-Kongress heute sagte Zuckerberg auf eine entsprechende Frage, dass auch seine Informationen an das umstrittene Datenanalyse-Unternehmen Cambridge Analytica gegangen seien. Weitere Details dazu gab es zunächst nicht.

Facebook-Chef Mark Zuckerberg ist heute in die zweite Anhörung im US-Kongress zum aktuellen Datenskandal gegangen. Der 33-Jährige wiederholte zum Auftakt wortgleich seine Stellungnahme vom Vortag, in der er Fehler einräumte und besseren Datenschutz versprach. Am Dienstag hatten zwei Ausschüsse des US-Senats Zuckerberg befragt. Den Senatoren gelang es nicht, den Facebook-Chef ernsthaft in Bedrängnis zu bringen.

Heute sagte der Vorsitzende des Energie- und Handelsausschusses im US-Abgeordnetenhaus, Greg Walden, Facebook sei zwar größer geworden, aber möglicherweise nicht reifer. Es gehe auch darum, zu klären, ob das Online-Netzwerk nun eine Online-Plattform oder ein Medienunternehmen sei. Zuckerberg betonte, er betrachte Facebook nicht als Medienfirma, sondern als Technologie-Unternehmen. Er wirkte von Anfang an sicherer als zunächst am Vortag.

Verfassungsschutz-Präsident nicht überrascht über Facebook-Datenskandal

Verfassungsschutz-Präsident Hans-Georg Maaßen hat der Facebook-Skandal um den Umgang mit Nutzerdaten nicht überrascht. "Als ich von dem Vorfall mit Facebook hörte, habe ich nicht mal mit der Schulter gezuckt", sagte Maaßen heute bei einer Sicherheits-Tagung in Berlin.

Er sei vielmehr erstaunt gewesen, dass so viele Menschen über die Weitergabe privater Daten durch Facebook überrascht gewesen seien, sagte Maaßen. Schließlich verdienten solche Unternehmen Geld mit Informationen. Er selbst gebe seine Daten nur Unternehmen, denen er vertraue und habe kein Konto bei dem sozialen Netzwerk.

Überhaupt sei es ein Problem, dass Menschen in großem Umfang Privatunternehmen ihre persönlichsten Daten zur Verfügung stellten, obwohl diese nur lasche Datenschutzregelungen hätten, während staatliche Einrichtungen strengen Regeln unterworfen seien, erklärte Maaßen.

Mark Zuckerberg ist einer der einflussreichsten und bekanntesten Menschen weltweit. Doch nun ist sein Lebenswerk in Gefahr.

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