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Facebook: Gegen Propaganda und gefälschte News

Face­book war bei der US-Präsi­denten­wahl 2016 für groß ange­legte Kampa­gnen aus Russ­land miss­braucht worden. Das soll bei den nächsten Wahlen 2020 nicht mehr passieren.
Von dpa /
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Face­book ergreift gut ein Jahr vor der US-Präsi­denten­wahl weitere Maßnahmen, um die Verbrei­tung von Propa­ganda und gefälschter Nach­richten bei dem Online-Netz­werk einzu­dämmen. So sollen künftig staat­lich kontrol­lierte Medien - wie etwa der russi­sche Fern­sehsender Russia Today - gut sichtbar als solche gekenn­zeichnet werden. Zudem wird das Online-Netz­werk bei Beiträgen, die von unab­hängigen Fakten­prüfern für falsch erklärt wurden, promi­nenter darauf hinweisen, wie Face­book gestern mitteilte.

Kampa­gnen gestoppt

Facebook will im Vorfeld der US-Präsidentenwahl stärker gegen Fake-News vorgehenFacebook will im Vorfeld der US-Präsidentenwahl stärker gegen Fake-News vorgehen Face­book sei in den vergan­genen Jahren deut­lich besser im Kampf gegen Propa­ganda und gefälschte Nach­richten geworden, betonte Gründer und Chef Mark Zucker­berg in einer Tele­fonkon­ferenz. Zugleich sei das Online-Netz­werk aber immer ausge­klügel­teren Atta­cken aus Ländern wie Russ­land, Iran und China ausge­setzt. Gestern gab Face­book auch bekannt, dass drei Kampa­gnen aus dem Iran und eine aus Russ­land entdeckt und gestoppt wurden, die sich als gewöhn­liche Nutzer ausgaben. Ihre Beiträge hätten auf Menschen in den USA, Latein­amerika und Nord­afrika gezielt.

Face­book war in massive Kritik geraten, weil das Online-Netz­werk im Umfeld der US-Präsi­denten­wahl 2016 für groß ange­legte Kampa­gnen aus Russ­land miss­braucht wurde, die darauf zielten, die Span­nungen in der US-Gesell­schaft zu verschärfen.

Accounts von gewählten Poli­tikern, Wahl-Kandi­daten und deren Mitar­beitern sollen in einem Programm mit dem Namen "Face­book Protect" verstärkt abge­sichert werden, hieß es weiter. Schärfer will Face­book gegen Versuche vorgehen, Wähler einzu­schüch­tern oder zum Beispiel über Ort und Ablauf der Abstim­mung falsch zu infor­mieren.

Zucker­berg: Keine Über­prüfung der Inhalte geplant

Zucker­berg hatte zuvor in einer Rede an der George­town-Univer­sität in Washington deut­lich gemacht, sich nicht in inhalt­liche Aussagen von Wahl­kampf­spots einzu­mischen, selbst wenn die Werbe­anzeigen irre­führende Inhalte oder gar glatte Lügen enthalten. "Ich denke nicht, dass die meisten Menschen in einer Welt leben wollen, in der man nur Dinge veröf­fent­lichen kann, von denen Tech-Unter­nehmen glauben, dass sie zu 100 Prozent stimmen", sagte Zucker­berg. "Wir denken, dass die Leute die Möglich­keit bekommen müssen, zu sehen, was Poli­tiker sagen."

Face­book-Kritiker hatten zuvor das Netz­werk atta­ckiert, nachdem Unter­stützer von US-Präsi­dent Donald Trump in dem Netz­werk einen Werbe­spot veröf­fent­lichten, in dem der demo­krati­sche Präsi­dent­schafts­anwärter Joe Biden ohne jegliche Grund­lage der Korrup­tion bezich­tigt wird. Sender wie CNN lehnten es ab, den Clip zu zeigen.

Dass es Face­book mit solchen Absi­cherungs­maßnahmen ernst ist, hat das soziale Netz­werk bereits zur Europa-Wahl gezeigt. Im Kampf gegen Falsch­nach­richten hatte Face­book unter anderem ein neues virtu­elles Lage­zentrum einge­richtet, das mit 43 Orga­nisa­tionen welt­weit zusam­menge­arbeitet hat, um Fakten-Checks durch­zuführen.teltarif.de berich­tete.

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