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Bericht: Facebook droht Milliarden-Strafe in den USA

Facebook steht bereits seit 2011 unter Beobachtung der amerikanischen Verbraucherschutzbehörde FTC. Mit dem Datenskandal um Cambridge Analytica könnte Facebook gegen alte Vereinbarungen verstoßen haben.
Von dpa /
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Face­book könnte sich laut einem Zeitungs­be­richt auf eine Milli­ar­den­strafe in den USA einlassen, um Ermitt­lungen zu Daten­schutz-Prak­tiken des Online-Netz­werks beizu­legen. Es gehe um mehrere Milli­arden Dollar, doch Face­book und die Aufsichts­be­hörde FTC hätten sich noch nicht auf einen genauen Betrag einigen können, schrieb die Washington Post. Mit der Strafe einher­gehen könnten auch Zuge­ständ­nisse von Face­book beim Umgang mit Daten, hieß es weiter unter Beru­fung auf infor­mierte Personen. Für das Online-Netz­werk, das jedes Quartal Milli­arden-Gewinne mit Werbung einfährt, könnte das einen größeren Effekt als selbst eine Rekord­strafe haben.

Skandal um Cambridge Analy­tica als Auslöser

Facebook könnte sich auf eine Milliardenstrafe in den USA einlassen.Facebook könnte sich laut einem Zeitungsbericht auf eine Milliardenstrafe in den USA einlassen. Die FTC (Federal Trade Commis­sion) agiert in den USA als Verbrau­cher­schutz­be­hörde und über­wacht dabei auch den Daten­schutz. Sie hatte die Ermitt­lungen im vergan­genen Früh­jahr nach Bekannt­werden des Daten­skan­dals um Cambridge Analy­tica in Gang gesetzt. In dem Fall hatte der Entwickler einer Umfragen-App Infor­ma­tionen von Dutzenden Millionen Face­book-Nutzern vor rund fünf Jahren an die Daten­ana­lyse-Firma Cambridge Analy­tica weiter­ge­geben. Face­book erklärt, dass man selbst getäuscht worden sei. Zugleich wusste Face­book bereits seit Ende 2015 von dem Verstoß - gab sich aber mit der Zusage zufrieden, dass die Daten gelöscht worden seien und infor­mierte die betrof­fenen Nutzer nicht.

Frühere Zusagen nicht einge­halten?

Das Online-Netz­werk hatte bereits 2011 Zusagen für einen strik­teren Daten­schutz gemacht, um FTC-Ermitt­lungen zu früheren Problemen zu beenden. Die Behörde unter­sucht nun, ob Face­book im Fall Cambridge Analy­tica und anderen Daten­schutz-Zwischen­fällen gegen die dama­ligen Verein­ba­rungen verstoßen habe. Das Online-Netz­werk selbst bestreitet dies. Gibt es keine Eini­gung, könnte die FTC vor Gericht ziehen. Die Behörde greift tradi­tio­nell hart durch, wenn frühere Zusagen verletzt werden.

In der Verein­ba­rung von 2011 verpflich­tete sich Face­book unter anderem, Nutzer trans­pa­renter zu unter­richten, wenn ihre Daten mit Dritten geteilt werden. Außerdem musste das Online-Netz­werk formell zusagen, Nutzer korrekt über die Verwen­dung ihrer Daten zu infor­mieren, und Daten­schutz-Kontrollen zustimmen.

Zu den neuen Maßnahmen neben einer Strafe könnten der "Washington Post" zufolge eine Verschär­fung der Kontrollen gehören. Eine solche Eini­gung mit der FTC müsste noch von einem Richter abge­segnet werden, bevor sie in Kraft tritt.

Auch in Europa musste Face­book wegen des Daten­skan­dals um die Analy­se­firma Cambridge Analy­tica bereits Strafe zahlen. Aller­dings war diese gegen­über der jetzt im Raum stehenden Summe gera­dezu lächer­lich. Ende Oktober vorigen Jahres hatte die briti­sche Daten­schutz­be­hörde Infor­ma­tion Commis­sioner's Office (ICO) gegen Face­book eine Strafe von 500 000 Pfund (565 000 Euro) verhängt, was aber bereits die Höchst­strafe bedeute. teltarif.de berich­tete.

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