Musiklizenzierung

Facebook lizenziert Universal Music: Angriff auf Spotify&Co.?

Bisher ist die Verwendung von urheberrechtlich geschützter Musik auf Online-Plattformen eine rechtliche Grauzone, dem will Facebook nun aber mit einer Lizenzierung des gesamten Musikkatalogs von Universal Music entgegenwirken.
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FacebookMusik von UMG über Facebook zu hören wird unkomplizierter Wenn es um Musik im Internet geht, fällt den meisten Nutzern neben den bekannten Streaming-Anbietern wie Apple Music, Deezer und vor allem Spotify ein Anbieter ein: YouTube. Die Videoplattform von Google hat allerdings ein eher zwiespältiges Verhältnis zur Musikbranche.

Nun gibt es jedoch gewaltig Bewegung im Markt und Auslöser ist Facebook. Das Soziale Netzwerk hat einen Deal mit der Universal Music Group geschlossen, in dessen Rahmen die UMS-Musik genutzt werden kann. Im Laufe der Zeit soll der gesamte Musikkatalog von UMG zur Verfügung stehen. Damit schafft Facebook auf seinem sozialen Netzwerk, dem Fotodienst Instagram, der VR-Plattform Oculus und dem Facebook Messenger die rechtliche Grauzone der Musikverwendung von Inhalten der Universal Music Group ab.

Laut beiden Unternehmen soll die Partnerschaft Teil einer langfristigen strategischen Partnerschaft sein, die womöglich noch weiter ausgebaut werden könnte. Details zur finanziellen Seite der Partnerschaft gibt es keine - da halten sich Facebook als auch die Universal Music Group bedeckt.

Deal mit enormer Signalwirkung

Im Rahmen der Vereinbarung werden neben der eigentlich Musik auch Musikvideos und Social-Media-Inhalte auf Facebook verfügbar für die freie Verwendung. Zusätzlich ist wohl geplant, dass Künstler und Fans besser als bisher miteinander kommunizieren können.

Was für Facebook eine große Sache ist, könnte für den Rest der Branche umso mehr Auswirkungen haben. Immerhin will Facebook sich zu einer Videoplattform erweitern, die langfristig gesehen eine starke Konkurrenz zu YouTube werden soll. Da ist es mehr als nur positiv, dass von vornherein bestimmte Musik vom Plattformbetreiber lizenziert wurde und vom Nutzer verwendet werden kann.

Auf der anderen Seite könnte sich Facebook aber auch parallel als Dienst für Musikstreaming positionieren, um den bereits etablierten Akteuren in die Quere zu kommen. In jedem Fall wird die Einigung der beiden Konzerne als ein wichtiger Schritt betrachtet, der zeigt, dass das Musikgeschäft sehr wohl Online-Plattformen mit den Musiklabels zusammenarbeiten können.

Es gibt da eine magnetische Verbindung zwischen Musik und der Bildung einer Gemeinschaft. Wir sind erfreut, diese Lebensart in Kooperation mit UMG zu Facebook, Instagram, Oculus und den Messenger zu bringen", sagt Tamara Hrivnak, Head of Musikc Business Development and Partnerships bei Facebook. Auch Michael Nash, Executive Vice President of Digital Strategy der Universal Music Group zeigt sich begeistert: "Diese Partnerschaft ist ein wichtiger erster Schritt, um zu zeigen, dass Innovation und eine faire Kompensation für Musikschaffende sich gegenseitig stärken und zusammen gedeihen."

Konkurrenz belebt das Geschäft

Wie sich die Sache entwickelt ist zwar schwer absehbar, vor allem was den User-generated Content anbelangt, aber die Konkurrenz auf beiden Seiten ist nun ein bisschen unter Zugzwang gekommen. Vor allem YouTube ist seit Jahren der Meinung, dass eine Lizenzierung der Musikrechte nicht zwingend nötig sei, vor allem bei von Nutzern hochgeladenen Inhalten.

Aber auch bei Spotify, Dezzer, Apple Music, Tidal, Amazon Music Unlimited, Google Play Music, Juke oder auch SoundCloud wird der Deal sehr wohl nicht einfach unbeachtet bleiben. Zumal YouTube mit YouTube Remix ein neues Streaming-Angebot vorbereitet - neben YouTube Red, welches US-exklusiv ist.

Lesen Sie in einem weiteren Beitrag, welche Anbieter für Musikstreaming es gibt und wie diese sich unterscheiden.

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