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Facebook Messenger Kids soll gefährlich sein für Kinder

Schon jetzt nimmt Facebook den Datenschutz nicht immer so genau, weswegen der Start des Messenger Kids mit Argwohn begleitet wurde. Nun hat der erste Interessenverein die Einstellung des Kind-gerechten Messengers gefordert.
Von Stefan Kirchner
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Facebook MessengerEs regt sich Widerstand gegen den Facebook Messenger für Kinder Facebook ist immer mal wieder negativer Bericht­erstattung ausgesetzt, wenn der Konzern nicht den Datenschutz­richtlinien eines Landes nachkommt, die Privatsphäre nur mäßig beachtet wird oder ein neuer Dienst gestartet wird. So geschehen zuletzt mit dem Facebook Messenger Kids.

Genau dieser Messenger, der sich speziell an Kinder richtet, ist nun Gegenstand der Kritik des US-amerikanischen Interessen­verbands Campaign for Commecial-Free Childhood. Der Verband fordert von Facebook, dass der Messenger eingestellt wird. Als Begründung nennt der Verband, dass der Messenger die gesunde Entwicklung eines Kindes negativ beeinträchtigen würde.

Mangelnde Online-Kompetenz

Genauer gesagt würde die App trotz einer gewissen Kontrolle durch die Eltern das exzessive Nutzen des Internets nicht verhindern - was für die gesundheitliche Entwicklung eben nicht förderlich sei, so der Interessen­verband. Unter anderem sei der Sinn für Datenschutz und insbesondere Privatsphäre im Netz noch nicht so ausgeprägt. Des Weiteren argumentiert der Interessen­verband, dass die soziale Entwicklung noch ganz am Anfang stünde, was bei Online-Bekanntschaften einen negativen Eindruck hinterlassen könnte.

Um ihre Thesen bezüglich der sozialen Kompetenz zu untermauern, werden Studien zu Kindern mit frühzeitiger Berührung von Social Media und einem höheren Auftreten von Depressionen angeführt. Solche Studien sind allerdings nicht ganz unumstritten.

Unter einem Gesichtspunkt ist die Kritik der Campain for Commercial-Free Childhood schon zu verstehen und das ist die Entwicklung sozialer Fähigkeiten. Dennoch ist die Sachlage etwas differenzierter zu betrachten.

Kontrollierter Messenger

Der vielleicht wichtigste Punkt, der nicht vergessen werden sollte: Es handelt sich um einen Messenger mit Zugangs­kontrolle. Eltern müssen explizit einen Kontakt für ihr Kind freigeben, damit überhaupt gechattet werden kann. Außerdem ist Messenger Kids keine App, um Facebook-Inhalte passiv zu konsumieren. Das heißt, dass die aktive Interaktion mit einem Chatpartner im Vordergrund steht. Ein Punkt, den auch die Campain for Commercial-Free Childhood anerkennt. Aber auch die Kommunikation mit Familien­mitgliedern über größere Distanzen könnte die App vorteilhaft erscheinen lassen.

Ebenfalls ein Punkt, den der Interessen­verband anerkennt, aber auch gleich­zeitig argumentiert, dass man dies mit anderen Mitteln erreichen kann. Es wäre einfacher, wenn Kinder kurzerhand die Accounts der Eltern nutzen, um über Facebook, Skype oder sogar das Handy mit Großeltern oder Eltern­teilen im Militär­einsatz zu schreiben und zu sprechen.

Unterm Strich wird von der Campain for Commecial-Free Childhood ins Feld geführt, dass der Facebook Messenger Kids kein Bedürfnis befriedigt, sondern vielmehr erst eines erschaffen würde.

Lesen Sie in einem weiteren Beitrag, warum Facebook derzeit eine umfangreichere Kampagne für ein besseres Bewusstsein für Datenschutz startet.

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