Ausprobiert

Facebook Lite für Android im Kurztest

Die abgespeckte App des sozialen Netzwerks richtet sich an Nutzer, denen nur eine geringe Bandbreite oder ein schwaches Phone zur Verfügung steht. Wir haben die Anwendung getestet.
Von Daniel Rottinger
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Über 40 Prozent der Nutzer verwenden Facebook laut Firmen­angaben ausschließlich mobil - Tendenz steigend. Daher macht es für den IT-­Konzern natürlich Sinn, auch spezielle Apps für diese Nutzer­gruppe anzubieten. Mit Facebook Lite geht der Konzern sogar noch einen Schritt weiter und bringt eine abgespeckte Basis-­Version seines Dienstes auf den Markt. Ob die Lite-­Variante dennoch alltagstauglich ist, verraten wir Ihnen in diesem Test. Facebook LiteFacebook Lite

Verfügbarkeit: derzeit nur in Asien

Play Store FB LiteFacebook-Lite-App im PlayStore Über die PlayStore-­Webseite können deutsche Nutzer zwar auf die Installations­routine zugreifen, allerdings bricht diese kurz nach dem Start mit der Meldung: "Keine für die App-­Installation geeigneten Geräte vorhanden", ab. Es ist allerdings wahrscheinlicher, dass sich hinter der Fehler­meldung ein Region-­Lock verbirgt.

So erklärte Facebook bereits in einem Blogpost, dass die Anwendung derzeit nur in ausgewählten asiatischen Ländern verfügbar sei. Erst im Anschluss solle ein Rollout in Teilen Lateinamerikas, Afrikas und Europas folgen. Wann und ob die App offiziell in Deutschland startet, ist somit weiterhin fraglich.

Wer die App dennoch testen möchte, kann innerhalb weniger Sekunden die APK-Datei etwa auf dieser Seite herunterladen. Dabei gilt natürlich: Benutzung auf eigene Gefahr. Bei der APK-Installation muss der Nutzer zudem ein Häckchen bei der Option "aus unbekannter Herkunft/Quelle zulassen" setzen.

Design und Bedienung

Das Interface der Facebook-Lite-App ist schlicht gehalten, erfüllt aber dennoch seinen Zweck. Alle Symbole sind klar erkennbar und lassen sich mit einer einfachen Touchgeste anwählen. Allerdings liegt die Anwendung derzeit in nur in englischer Sprache vor und erfordert daher etwas Eingewöhnungszeit.

Zu langsam: Facebook-Nutzer, die das Netzwerk vor allem zum Durchblättern der Chronik verwenden, werden mit Facebook Lite kaum Freude haben. Scrollbefehle werden erst mit Versatz ausgeführt und von einem flüssigen Nachladen der Inhalte kann keine Rede sein.

Darstellung der Inhalte

Facebook LiteFacebook Lite präsentiert sich mit einem aufgeräumten Interface Die Postings werden relativ groß auf dem Handy-Display dargestellt. Bei Fotos muss man in Punkto Qualität, im Vergleich zur Desktop-Browser-Version, kaum Abstriche machen. Am ehesten wird der Unterschied bei den Logos der einzelnen Fanpages ersichtlich, die stark verpixelt angezeigt werden.

Bilder auf der Chronik können auch in einer Vollbildansicht betrachtet werden. Zusätzlich kann der Nutzer über einen Textlink am unteren Bildschirmrand in das Bild hineinzoomen. Auf die Ausspielung von Werbung verzichtet der Konzern übrigens auch bei seiner Lite-Version nicht.

Mehr Funktionen als die mobile Webseite

Die Lite-Anwendung ist vom Design und der Funktionalität ähnlich gestaltet wie die mobile Facebook-Webseite. Allerdings hat die App den wesentlichen Vorteil, dass sie den Nutzer per Push-Notifications über neue Nachrichten informieren kann. Nachrichten? Richtig, über Facebook-Lite können Nutzer - im Unterschied zur großen Facebook-App - auch mit ihren Facebook-Freunden chatten.

Chatten: Fotoversand inklusive

Neben herkömmlichen Einzelchats, können auch Gruppen-Konversationen mit mehreren Facebook-Nutzern gestartet werden. Zudem ermöglicht die Kamera-Anbindung, Fotos mit der Handy-Cam aufzunehmen und diese direkt zu posten. Bei der Nutzung von Chats fehlte uns allerdings die Funktion, einzelne Texte oder Links zu kopieren. Weiterhin springt die App beim Betätigen der Back-Taste nur in Einzelschritten zurück. In Sachen Chat-Performance kann die Version 1.1 dennoch überzeugen.

Läuft auch auf Android-2.7-Phones

FB Lite NotificationsInternet.org als treibende Kraft? Internet.org: Als Teil der Facebook-Strategie, die Internet- respektive Facebook-Nutzung auch für Menschen aus Entwicklungsländern zu ermöglichen, fügt sich Facebook Lite gut ein. Schließlich sind die finanziellen Mittel für modernen Smartphones in den Schwellenländern oftmals nicht vorhanden, weshalb wir uns die Frage gestellt haben, ob die App auf älteren Android-Smartphones problemfrei läuft.

Dazu haben wir Facebook Lite auf dem ersten Motorola-Defey-Handy mit Android 2.7 installiert. Das Ergebnis: Nachrichten lassen sich auch hier rasch verschicken und empfangen. Einige kurze Hänger zwischendurch - die allerdings auch auf das OS zurückzuführen sein könnten – trüben den sonst fixen Chat-Ablauf ein wenig. Mit nur 1,18 MB nimmt die App allerdings erfreulich wenig Speicherplatz auf dem Handy ein.

Fazit

Aufgeräumt und stabil: Bei den zwei Kernfunktionalitäten kann die App punkten und bietet durch die Notifications einen sinnvollen Mehrwert im Vergleich zur Web-Version. Zumindest für Nutzer älterer Handys mit Android 2.x könnte die App damit eine Alternative zur großen Facebook-Anwendung darstellen. Alle anderen sollten sich eher die große App-Variante herunterladen.

Bereits Anfang des Jahres hatten wir die Ursprungsversion von Facebook Lite getestet. Damals konnte uns vor allem die Performance der App nicht überzeugen.

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