Ratgeber

Eltern sollten ihren Kindern die neuen Facebook-Regeln erklären

Junge Mitglieder können nun auch öffentlich posten
Von dpa / Jennifer Buchholz
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Die Ein­stellungen bei Facebook zum Schutz der Privats­phäre sind eine Wissen­schaft für sich. Damit Kinder und Jugend­liche ihre Einträge nicht ungewollt ins Netz pusten, setzt Facebook nun diese Vor­einstellungen enger. Die Beiträge von jungen Neu-Einsteigern sind standardmäßig zunächst nur für einen kleineren Kreis sichtbar. Gleich­zeitig ändern sich die Ein­stellungen der Privats­phäre für Jugendlichen im Alter von 13- bis 17 Jahren .

Eltern sollten daher mit ihren Kindern über die neuen Facebook-Regeln für Beiträge von Minder­jährigen reden. Denn neuer­dings können auch jugend­liche Mitglieder des sozialen Netzwerks Beiträge "öffentlich" posten: So sind Texte, aber auch Bilder und Videos selbst für Nutzer sichtbar, die nicht mit dem Urheber befreundet sind.

Gerade für Kinder ist das aber keine gute Idee, findet Michaela Zinke vom Ver­braucher­zentrale Bundes­verband (vzbv). "In jedem Fall würde ich dazu raten, keine Beiträge öffentlich zu machen", sagt die Expertin. "Gerade wenn Kinder etwas Persönliches schreiben, sollen das sicher nur die Facebook-Freunde lesen."

Eltern sollten ihren Kindern daher noch einmal bewusst machen, was ein öffent­licher Beitrag genau ist. Vorsicht ist dabei nicht nur bei eigenen Beiträgen, sondern auch bei Kommentaren unter Posts von Freunden geboten: Diese sind immer so öffentlich oder privat wie der ur­sprüng­liche Beitrag. Persönliches hat unter einem öffentlichen Beitrag von Freunden also nichts verloren.

Neue Voreinstellung für neue Mitglieder

Neuen Privatsphären-Eintsellungen von Facebook  für TeenagerEltern sollten ihren Kindern die neuen Privatsphären-Eintsellungen von Facebook erklären. Von neuen jugend­lichen Mitgliedern gehen die Status­meldungen künftig standard­mäßig nur an die eigenen Facebook-Kontakte oder "Freunde". Bisher war der Empfänger­kreis größer, auch "Freunde von Freunden" gehörten dazu. Das können mehrere tausend Menschen sein. "Das fand ich schon immer nicht wirklich privat", sagt Michaela Zinke, die sich beim Verbraucher­zentrale Bundesverband seit 2009 mit dem Online-Netzwerk beschäftigt. "Deswegen finde ich das super", freut sie sich über die Änderung. Diese engere Vor­einstellung gilt allerdings nicht für bereits angemeldete Kinder und Jugendliche. Diese müsste den Empfänger­kreis seiner Status­meldungen selbst einschränken.

Die neuen Änderungen begründet Facebook in seiner Mitteilung mit dem Verhalten heutiger Jugendlicher: "Teenager gehören zu den schlauesten Nutzern von sozialen Netzwerken", heißt es dort, und weiter: "Sie wollen gehört werden". Damit das nicht schiefgeht, soll es Warn­hinweise geben, wenn Jugendliche ihren ersten öffentlichen Eintrag machen wollen. "Wusstest Du, dass öffentliche Beiträge von jedem gesehen werden können, nicht nur von Personen, die du kennst?", steht dort. Die Sprache soll klar und verständlich sein, sagt Facebooks deutscher Politik-Verantwortlicher Gunnar Bender. Kinder und Jugendliche sollten erst öffentlich posten können, wenn sie so eine "Lernkurve" durchlaufen haben.

Verbraucher­schützerin Zinke ist jedoch skeptisch, ob das funktioniert. "Diese Frage ist kein wirklicher Warnhinweis", sagt sie. "Das macht noch nicht deutlich, dass "öffentlich" bedeutet: im gesamten World Wide Web." Denn die öffentlichen Einträge könnten auch über Suchmaschinen gefunden und so potenziell von allen Internetnutzern gelesen werden. Das sei auch erwachsenen Facebook-Nutzern häufig nicht bewusst.

Auf der folgenden Seite lesen Sie, was Sie als Elternteil auf Grund der Neuerungen tun sollten.

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