Sicherheit

Geänderte Datenschutz-Einstellungen für Teenager auf Facebook

Künftig können junge Nutzer ihre Einträge öffentlich machen
Von dpa / Jennifer Buchholz
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Jugendliche können nun auf Facebook ihre Einträge öffentlich posten.Jugendliche können nun in dem sozialen Netzwerk Facebook ihre Einträge öffentlich posten. Das welt­größte Online-Netzwerk Facebook verändert die Ein­stellungen zur Privats­phäre für Teenager: Nutzer im Alter zwischen 13 und 17 Jahren werden künftig auch für alle sichtbare öffentliche Einträge machen können. Bis­lang konnten die geteilten Texte, Fotos und Videos nur von ihren Freunden oder den Freunden der Freunde gesehen werden. Wenn die Teenies nun einen größeren Empfänger­kreis zulassen, wird ihnen beim ersten Mal ein Warn­hinweis angezeigt, wie Facebook gestern in einem Blogeintrag ankündigte.

Zugleich wird bei neuen Facebook-Mitgliedern im Alter zwischen 13 und 17 Jahren künftig als Standard-Empfänger­kreis für ihre Ein­träge "nur Freunde" voreingestellt. Bisher waren die In­formationen auto­matisch auch für Freunde von Freunden freigegeben. Die Grun­deinstell­ung für bestehende Nutzer ändert sich nicht, auch sie werden aber die Warnung bei ihrem ersten öffentlichen Eintrag bekommen.

Ein leicht verständlich formuliertes Pop-Up soll Jugendliche warnen

Der Warnhinweis besteht aus einem Pop-up-Fenster, in dem es heißt: "Wusstest Du, dass öffentliche Beiträge von jedem gesehen werden können, nicht nur von Per­sonen, die du kennst?" Außerdem wird darauf hin­gewiesen, dass der Nutzer und alle in dem Beitrag markierten Freunde damit Freund­schafts­anfragen und Nach­richten von Per­sonen erhalten können, die sie nicht persönlich kennen. Eine kürzere zweite Warnung folgt, wenn man weiterhin öffent­liche Ein­träge posten will.

"Wir haben besonders auf eine klare, verständliche Sprache geachtet", sagte der Facebooks deutscher Politik-Verantwortlicher Gunnar Bender zu den Warn­hinweisen. Facebook sei es wichtig, dass junge Nutzer erst öffentlich Beiträge posten könnten, nachdem sie auf diese Weise eine "Lernkurve" durchlaufen. "Wir wollen den Jugend­lichen die Möglich­keit geben, eine breitere Öffentlich­keit zu erreichen." Es gebe etwa politisch engagierte Teenager wie zum Beispiel das pakistanische Mädchen Malala Yousafzai, für die weit­reichende Kommunikations­möglich­keiten wichtig seien. Die 16-Jährige, die sich für Kinderrechte einsetzt, war nach einem Attentat der Taliban weltbekannt geworden.

"Wir nehmen die Sicherheit der Teenager sehr ernst"

Facebook verwies in dem Blog­eintrag zugleich darauf, dass Teenager bei anderen Online-Diensten auch öffentlich posten könnten. Sie werden künftig ihre Einträge bei dem Online-Netzwerk auch für Abonnenten freischalten können. "Wir nehmen die Sicherheit der Teenager sehr ernst", betonte Facebook und verwies auf die Warn­meldungen.

Um Privatsphäre und Daten­schutz bei Facebook mit seiner mehr als einer Milliarde Mit­glieder gibt es seit Jahren Diskussionen. In den USA stimmte Facebook nach Ermittlungen wegen einer verwirrenden Änderungen der Ein­stellungen regel­mäßigen Kontrollen für 20 Jahre zu. In Deutschland werfen einige Daten­schützer wie Thilo Weichert aus Schleswig-Holstein dem Netzwerk systematische Regel-Verstöße vor. Auf Drängen der Daten­schützer stellte Facebook in Europa die auto­matische Erkennung der Gesichter von Freunden in Fotos ein. Zugleich hat Gründer Mark Zuckerberg frühere Versuche aufgegeben, die Nutzer zu mehr öffent­lichen Einträgen bei Facebook zu drängen.

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