Entwicklungsländer

Facebook-Drohnen sollen jedem den Internetzugang ermöglichen

Mark Zuckerberg hat ein Projekt gestartet, um über Drohnen und Satelliten Ent­wicklungs­länder mit Internet versorgen zu können. Ziel ist es, mehr Nutzer für Facebook zu generieren. Welche Unter­nehmen ebenfalls die Idee haben und wie Zucker­berg das Projekt re­ali­sieren will, lesen Sie in unserer Meldung.
Von dpa / Jennifer Buchholz
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Facebook plant ein System aus Drohnen, Satelliten und Lasern, um Internet-Zugänge in entlegene Regionen zu bringen. Die Drohnen sollen in einer Höhe von rund 20 Kilometern kreisen und Geräte am Boden mit Satelliten verbinden. Die Laser­strahlen seien unter anderem zur Kommunikation zwischen den Satelliten gedacht, erläuterte das Online-Netzwerk. In einem Forschungs­labor arbeiteten unter anderem Experten der US-Weltraum­agentur NASA an der Technik, schrieb Facebook-Gründer Mark Zuckerberg.

Google und Facebook wollen Entwicklungs­länder mit Internet versorgen

Mark Zuckerberg auf dem MWCMark Zuckerberg auf dem MWC Zuckerberg hatte die Organisation Internet.org ins Leben gerufen, die Internet-Zugänge vor allem in entlegene Regionen von Entwicklungs­ländern bringen will. Die Idee ist, kostenlose oder sehr günstige drahtlose Internet-Anschlüsse mit einer Auswahl an wichtigen Diensten anzubieten. Das könnten zum Beispiel Wikipedia, Wetter-Vorhersagen - und eben auch Facebook sein. Für ein breiteres Angebot müsste bezahlt werden.

Im Februar hatte Zuckerberg vor den Bossen der Mobilfunk-Industrie beim Branchentreff Mobile World Congress in Barcelona für das Projekt geworben. Einige Vertreter der Telekom-Konzerne zeigten sich dort vorsichtig und verwiesen unter anderem auf hohe Kosten für den Aufbau von Netzen. Mit der Ankündigung zeigt Facebook, dass für das Online-Netzwerk auch ein Allein­gang möglich wäre.

Google treibt ein eigenes Programm voran, um Internet in entfernte Regionen zu bringen. Beim Project Loon sollen riesige Ballons die Antennen in der Luft tragen.

Facebook setzt statt­dessen auf Drohnen. Zu Facebooks Connectivity Lab seien auch Spezialisten der britischen Firma Ascenta dazugestoßen, dessen Gründer die ersten Versionen des Solarflugzeugs Zephyr entwickelt hatten, kündigte Zuckerberg an. Schon Anfang des Monats war berichtet worden, Facebook wolle den Drohnen-Hersteller Titan Aerospace kaufen. Die un­bemannten Flugzeuge von Titan sollen dank Solar­energie bis zu fünf Jahre lang in der Luft bleiben können.

Facebook kämpft um Wachstum

Das Online-Netzwerk hat ein Wachstums­problem: Die USA und Westeuropa hat Facebook schon weitgehend abgegrast, eine große Zahl neuer Mitglieder kann nur aus den Entwicklungs­ländern kommen - und dafür müssen die Menschen dort erst einmal online sein. Facebook geht davon aus, dass rund zwei Drittel der Weltbevölkerung noch nicht im Internet sind.

Chris Weasler, der bei Internet.org für die Global Connectivity zuständig ist, betonte zuletzt in Barcelona zugleich, dass Facebook in Entwicklungsländern in nächster Zeit keine Geld verdienen werde. Sie hätten keine starken Märkte für Online-Werbung. Daher könne Facebook dort mit dem heutigen Geschäftsmodell nicht hohe Nutzerzahlen in Gewinne aus dem Anzeigengeschäft umzumünzen.

Mittlerweile gibt es Facebook seit über zehn Jahren. Allerdings hat das soziale Netzwerk seit einiger Zeit mit schwindenden Nutzerzahlen und inaktiven Nutzern zu kämpfen.

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