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Facebook: "Warum wird mir dieser Beitrag angezeigt?" (Update)

Warum werden manche Beiträge auf Facebook prominent angezeigt und andere dafür nicht? Der Algorithmus war bisher ein gut gehütetes Geheimnis. Facebook will die Auswahl nun besser erklären.
Von dpa /
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Facebook will Nutzern besser erklären, warum sie einzelne Beiträge zu sehen bekommen. Dafür wird in der App eine Funktion mit dem Namen "Warum wird mir dieser Beitrag angezeigt?" eingeführt, wie das Online-Netzwerk heute ankündigte. Über sie sollen auch Einstellungen für die Auswahl geändert werden können. Unter anderem aus der Politik in Deutschland war gefordert worden, dass Facebook mehr über die Funktionsweise seiner Algorithmen für die Sortierung von Beiträgen im Newsfeed der Nutzer preisgibt.

Facebook erklärt, warum Beiträge angezeigt werdenFacebook erklärt, warum Beiträge angezeigt werden "Unsere Nutzer hatten kritisiert, dass sie nicht immer nachvollziehen konnten, warum ein bestimmter Beitrag oben - oder überhaupt - in ihrem News Feed zu sehen war", räumte Facebook jetzt ein. Aus den Erklärungen geht jetzt hervor, dass ein Faktor für die Auswahl zum Beispiel sein kann, dass man Beiträge mit Fotos häufiger als solche mit anderen Medien kommentiert hat - oder Beiträge eines bestimmten Nutzers häufiger mit "Gefällt mir" markiert hat.

Eine bereits 2014 eingeführte ähnliche Funktion für Werbeanzeigen wird mit zusätzlichen Informationen ausgebaut. Dazu gehört zum Beispiel, ob ein Werbekunde mit einer Agentur zusammengearbeitet hat, um eine Anzeige zu schalten.

Zuckerberg trifft Barley und Kramp-Karrenbauer

Justizministerin Katarina Barley (SPD) trifft sich mit Facebook-Chef Mark Zuckerberg. Die beiden wollten bei der Begegnung heute Nachmittag in Berlin unter anderem über die Rolle von Algorithmen sprechen und über Zuckerbergs Forderungen nach neuen Regeln für das Internet, wie eine Sprecherin des Justizministeriums sagte.

Zuckerberg hatte vor kurzem Neuerungen im Umgang mit fragwürdigen Inhalten wie Terrorpropaganda und Hassbotschaften verlangt. Auch zu politischer Einflussnahme im Internet und dem Einsatz von Nutzerdaten für politische Kampagnen warf Zuckerberg Fragen auf, außerdem zur Übertragbarkeit von Daten zwischen verschiedenen Angeboten. Die europäische Datenschutzgrundverordnung lobte er als Vorbild für die Welt. Die CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer sollte Zuckerberg ebenfalls treffen.

Update 17 Uhr: Barley zeigt sich skeptisch nach Gespräch mit Zuckerberg

Facebook-Chef Mark Zuckerberg hat Bundesjustizministerin Katarina Barley bei einem Treffen in Berlin nicht überzeugen können. "Mark Zuckerberg spricht seit einem Jahr viel über die Verantwortung von Facebook für Gesellschaft, Demokratie und die Privatsphäre von mehr als zwei Milliarden Menschen. Doch zu spüren ist davon wenig", erklärte Barley (SPD) heute. "Facebook hat durch sein Verhalten viel Vertrauen verspielt."

Zuckerberg hatte sich am Wochenende für eine global einheitliche Regulierung im Internet ausgesprochen, unter anderem bei Datenschutz und dem Kampf gegen politische Manipulation. Barley sieht die Vorschläge - ebenso wie andere Netzpolitiker - kritisch. "Facebook hätte bereits heute alle Möglichkeiten, um unabhängig von staatlicher Regulierung höchstmöglichen Datenschutz für die User zu garantieren", sagte sie. "Stattdessen vergeht kaum ein Monat ohne einen neuen Sicherheitsskandal."

Dabei kritisierte sie auch Zuckerbergs Plan, die technische Infrastruktur hinter Facebooks Chatdiensten WhatsApp und Messenger sowie der Kommuni­kations­funktion von Instagram zusammenzulegen. Das sei eine Abkehr von ursprünglichen Ankündigungen. "Bei der Zusammenführung dieser Dienste bestehen ganz erhebliche kartellrechtliche und datenschutzrechtliche Fragen", warnte sie. Worum es in dem Gespräch der beiden konkret ging, wurde nicht bekannt. Ende des Updates.

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