Abgestürzt

Russischer Internet-Satellit bei Start mit Proton-Rakete verglüht

Russland hat den Kommunikationssatelliten Express-AM4R verloren. Der Satellit mit 63 Transpondern verglühte beim Start mit einer Proton-Rakete. Er hätte unter anderem für Internetversorgung in entlegenen Gebieten sorgen sollen.
Von Thorsten Neuhetzki
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Russland hat den Satelliten Express AM4R verloren. Der Kommunikationssatellit, gebaut vom europäischen Unternehmen EADS Astrium, verlühte beim Start mit einer Proton-Rakete. Der Satellit wäre wichtig für die Versorgung entlagener Gebiete Russlands gewesen. Unter anderem hätte er hier für schnelles Internet sorgen sollen.

Der Satellit sollte auf der Position 80 Grad Ost geostationär positioniert werden. Zum Vergleich: Die für Deutschland wichtigen Astra-Satelliten befinden sich auf 19,2 Grad Ost. Express AM4R war kein kleiner Satellit. An Bord war eine Nutzlast von 63 aktiven Transpondern, davon 30 im C-Band, 28 im Ku-Band, zwei im Ka-Band und drei im L-Band sowie zehn Antennen. Laut Hersteller EADS Astrium wäre er der leistungsstärkste russische Telekommunikationssatellit gewesen. Gebaut wurde Express-AM4R im Auftrag des Unternehmens "Kosmitscheskaja Swjas" (Kosmische Verbindung) im Rahmen des Föderalen Weltraumprogramms Russlands.

Erst vergangenes Jahr waren drei Glonass-Satelliten verglüht

Express-AM4RExpress-AM4R Die Probleme beim Start sind offenbar bei der Proton-Rakete zu suchen. Laut tagesschau.de wurde der Satellit knapp zehn Minuten nach dem Start vom kasachischen Weltraumbahnhof Baikonur in etwa 160 Kilometer Höhe ausgesetzt. Auf Bildern des staatlichen Fernsehens sei zu sehen gewesen, wie die Überreste über dem Pafizischen Ozean verglühten. Schon im vergangenen Jahr hatte Russland drei Satelliten verloren, die mit einer Proton-Rakete ins All starten sollten. Dabei handelte es sich um Satelliten für das russische Navigationsprogramm Glonass, ein Pendant zum amerikanisch dominierten GPS. Dieses System wird inzwischen auch von vielen Smartphones unterstützt, die in Deutschland verwendet werden. Dabei kombinieren die Handys oftmals die Informationen von GPS und Glonass und erzielen dabei eine höhere Genauigkeit. Der abgestürzte Satellit basierte auf der gleichen technischen Astrium-Plattform Eurostar E3000 wie auch der Eutelsat Ka-Sat, der für Breitband-Internet in Europa sorgt.

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