Fußball

Eskalation: Eurosport will Vertrag mit DFL kündigen

Euro­sport will seinen TV-Vertrag mit der Deut­schen Fußball Liga noch in dieser Woche kündigen. Damit drohen nun Geis­ter­spiele ohne Publikum im Stadion und an den TV-Geräten.
Von / dpa

Handfester Streit um TV-Rechte Handfester Streit um TV-Rechte
Fotos: complize | m.martins-fotolia.com/teltarif.de, Montage: teltarif.de
Noch ist nicht einmal entschieden, ob die Bundes­liga im Mai über­haupt ihren Spiel­be­trieb wieder aufnimmt, da gibt es einen hand­festen Skandal um die TV-Über­tra­gungs­rechte: Der Privat­sender Euro­sport will nach Infor­ma­tionen der "Frank­furter Allge­meinen Zeitung" seinen TV-Vertrag mit der Deut­schen Fußball Liga noch in dieser Woche kündigen.

Betroffen davon wären die derzeit wegen der Corona-Krise noch unter­bro­chene und die kommende Saison. Damit könne sich ein Millionen-Rechts­streit anbahnen und den Vereinen in der für viele aktuell schwie­rigen Finanz­si­tua­tion ein größerer finan­zi­eller Verlust drohen, hieß es. Euro­sport wollte den Bericht auf Anfrage der Pres­se­agentur dpa nicht kommen­tieren.

Sonder­kün­di­gungs­klausel aus höherer Gewalt

Handfester Streit um TV-Rechte Handfester Streit um TV-Rechte
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Die Toch­ter­ge­sell­schaft des US-Medi­en­kon­zerns Disco­very würde ihren Schritt mit einer Sonder­kün­di­gungs­klausel für den Fall höherer Gewalt begründen, heißt es. Dieser Fall sei durch die Pandemie einge­treten. Die Zeitung beruft sich auf das Umfeld der Betei­ligten.

Schon am Mitt­woch hatte die "Sport Bild" berichtet, dass die DFL eine außer­or­dent­liche Kündi­gung von Euro­sport erwarte. Der Sender hatte 2017 einen Teil der TV-Rechte an der Bundes­liga für angeb­lich etwa 80 Millionen Euro pro Saison erworben. Im vergan­genen Sommer stieg Euro­sport aus der Live-Bericht­erstat­tung aus und vergab eine Subli­zenz an DAZN für laut Medi­en­be­richten etwa 40 Millionen Euro.

Jetzt drohen Geis­ter­spiele auch noch ohne TV-Zuschauer

Der Strea­ming­dienst zeigt seit dieser Spiel­zeit 30 Frei­tags- sowie jeweils fünf Sonn­tags- und Montags­spiele live. Zudem gehören vier Rele­ga­ti­ons­be­geg­nungen und der Supercup zum Rech­te­paket. Da Euro­sport aber als einziger Medi­en­partner der Bundes­liga eine Voraus­zah­lung der noch ausste­henden TV-Prämien bisher abge­lehnt hat, könnte bei einer Fort­set­zung der Saison die Über­tra­gung der Partien beim Sport­strea­ming­dienst DAZN ausfallen. Dies würde noch 14 Spiele betreffen. Größter Medi­en­partner der DFL ist der Pay-TV-Sender Sky. Große TV-Partner sind zudem ARD und ZDF.

Die DFL will die wegen der Corona-Pandemie seit Mitte März ausge­setzte Saison besten­falls bis zum 30. Juni abschließen. Noch ist aber offen, wann der mögliche Neustart erfolgt. Die Politik will voraus­sicht­lich in der kommenden Woche über die Wieder­auf­nahme des Spiel­be­triebs beraten.

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