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Sogar die Musikindustrie will Urheberrecht lockern

Auf der Internet-Konferenz re:publica stellte die Musikbranche eine Forderung an das Europa­parlament. Das derzeitige Urheberrecht stehe noch neuen Geschäfts­modellen im Wege.
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Neue Geschäftsmodelle in der Musikbranche verlangen nach einer Lockerung des Urheber­rechts: Mit dieser Forderung wandte sich die kroatisch-britische Musik-Managerin Michela Magas heute auf der Berliner Internet-Konferenz Re:publica an die Adresse des Europa­parlaments, das in diesem Monat über eine Reform des Urheber­rechts berät. "Wir dürfen uns nicht länger an die alten rechtlichen Strukturen klammern", sagte Magas. Auch in der Musik­industrie habe ein Lernprozess eingesetzt, der die Chancen einer Lockerung des Urheber­rechts in den Blick nehme.

Als Beispiel nannte Magas, Gründerin des Festivals "Music Tech Fest", die digitale Bearbeitung und Veränderung von bestehenden Werken in der Remix-Kultur. Das könne auch für Platten­firmen und Rechte-Inhaber nützlich sein, wenn diese etwa an Werbe­einnahmen auf Internet-Plattformen wie YouTube beteiligt würden.

Hackathons und Internet der Musik

Logo re:publica 2015Digitale Musik-Szene dringt auf Reform des Urheberrechts Ein weiterer Weg der digitalen Musikszene sind "Hackathons", wo es um Musik und Software-Code geht und im Zusammen­wirken mit Programmierern neue Sound-Erfahrungen gestaltet werden. Mit dem "Internet der Dinge" entwickle sich auch ein neues "Internet der Musik", sagte Magas.

Der einfache Zugang zu Musik­software und frei verfügbaren Open-Source-Programmier­werkzeugen zieht zunehmend kreative Tüftler an: "Wir nennen sie Gunks - aus Geek und Punk." Dabei gebe es weder Fehler noch Scheitern, sagte Magas. Vielmehr gehe es darum, auf spontane Weise persönliche Talente freizusetzen. Bestimmend für diese Szene sei die Freude an der Entdeckung neuer Sounds - und diese Freude an der Innovation sei der klassischen Musik­industrie verloren­gegangen.

Erst vor wenigen Tagen wurde bekannt, dass der Musik­streaming-Dienst Simfy den Betrieb einstellen muss. Das Berliner Unternehmen hatte mit lizenz­rechtlichen Änderungen zu kämpfen. So hat das Musik-Label Warner Music seinen Musik­katalog von Simfy abgezogen.

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