Ausland

EU-Roaming: Mehr Datenvolumen für viele Kunden

Die Groß­han­dels­preise für Daten-Roaming in den EU-Staaten sollen in den nächsten Jahren weiter sinken. Dadurch bekommen viele Kunden mehr Daten­volumen im euro­päi­schen Ausland.

Weitere Details zum EU-Roaming Weitere Details zum EU-Roaming
Bild: teltarif.de
Wie berichtet wird der regu­lierte EU-Roaming­tarif für zehn weitere Jahre ange­boten. Das heißt, Mobil­funk­kunden können ihren aus dem jewei­ligen Heimat­netz gewohnten Tarif fast unver­ändert in allen 27 EU-Staaten sowie in Island, Liech­ten­stein und Norwegen nutzen. Ledig­lich der dauer­hafte Auslands­ein­satz wird nicht abge­deckt und für die mobile Internet-Nutzung können die Netz­betreiber mit einer im Rahmen der Regu­lie­rung ausdrück­lich vorge­sehen Fair use Policy arbeiten.

Für Daten-Roaming müssen die Provider im EU-Roaming demnach nicht das gleiche Trans­fer­volumen wie im Heimat­netz anbieten. Dabei gibt es auch für die Fair use Policy klare Regeln. Ausschlag­gebend ist der Groß­han­dels­preis, den die Netz­betreiber unter­ein­ander für den Daten-Transfer im Roaming berechnen dürfen und die Grund­gebühr des Tarifs, den der Kunde gebucht hat. Je nied­riger die Groß­han­dels­preise sind, umso mehr Daten­volumen haben die Kunden im Ausland zur Verfü­gung, wie auch unser Ratgeber zur Fair use Policy zeigt.

In den vergan­genen Jahren sind die Groß­han­dels­preise sukzes­sive gesunken. Dieser Trend setzt sich der neuen EU-Roaming­ver­ord­nung zufolge auch in den kommenden Jahren fort. Von derzeit 3,57 Euro sinkt der Betrag bis 2027 auf 1 Euro. Demnach werden die Kunden auch im Zeit­raum von 2022 bis 2027 schritt­weise mehr Daten­volumen für den mobilen Internet-Zugang zur Verfü­gung haben, sofern der Provider die Fair use Rege­lung anwendet. Das ist bei Telekom, Voda­fone und o2 vor allem in Tarifen mit echter Daten-Flat­rate inner­halb Deutsch­lands der Fall.

Vermei­dung uner­wartet hoher Gebühren

Weitere Details zum EU-Roaming Weitere Details zum EU-Roaming
Bild: teltarif.de
Auf Auslands­reisen müssen unter Umständen Kunden­dienst­num­mern, Helpdesks oder Versi­che­rungs­gesell­schaften ange­rufen werden. Aus dem Heimat­netz sind solche Dienste in der Regel gebüh­ren­frei oder zu geringen Kosten erreichbar, aus dem Ausland fallen aber oft zusätz­liche Gebühren an. Die neue EU-Verord­nung nimmt die Betreiber in die Pflicht, ihre Kunden im Ausland "ange­messen über solche zusätz­lichen Gebühren zu infor­mieren", wie es wört­lich heißt. So sollen die Verbrau­cher selbst entscheiden können, ob sie die Gebühren tragen und die Dienste wirk­lich in Anspruch nehmen wollen.

Schock­rech­nungen können auch entstehen, wenn sich das Handy in ein Schiffs- oder Flug­zeug­netz einbucht, zumal für solche Netze die Regu­lie­rung nicht greift. Die neue Verord­nung soll eine bessere Infor­mation der Kunden und eine auto­mati­sche Unter­bre­chung solcher Dienste gewähr­leisten, sobald eine Kosten­schwelle von 50 Euro oder eine andere im Voraus fest­gelegte Ober­grenze erreicht wird. Zudem können die Betreiber weitere Dienste wie das Blockieren des Roamings in Flug­zeugen und auf Schiffen anbieten.

Die Mobil­funk-Betreiber müssen außerdem dafür sorgen, dass ihre Kunden über die Möglich­keiten des Zugangs zu Notdiensten über den Notruf 112 (die einheit­liche euro­päi­sche Notruf­nummer) und andere alter­native Zugangs­mög­lich­keiten, zum Beispiel über Echt­zeit-SMS oder über Apps für Menschen mit Behin­derungen, infor­miert werden. Bis Juni 2023 müssen die Betreiber ihre Kunden auto­matisch per SMS über vorhan­dene alter­native Möglich­keiten des Zugangs zu Notdiensten infor­mieren.

In einer weiteren Meldung haben wir darüber berichtet, wie es für deut­sche Kunden mit Roaming in Groß­bri­tan­nien weiter­geht.

Mehr zum Thema Regulierung Roaming EU