Ausland

EU-Roaming ohne Extra-Kosten: Das müssen Sie zur Umstellung wissen

Ab sofort können Mobilfunkkunden ihre SIM-Karten im EU-Ausland zu den gleichen Konditionen wie innerhalb Deutschlands nutzen. Einige Besonderheiten gilt es zu beachten.

Innerhalb der Europäischen Union ist die Mobilfunknutzung durch den regulierten Tarif in der Regel abgedeckt. Anders sieht es aus, wenn man die EU verlässt und etwa in der Schweiz Urlaub macht oder beispielsweise auf dem Weg nach Italien oder Frankreich die Eidgenossenschaft durchquert und dort das Smartphone nutzen möchte.

Auch für Reisen in Länder, die nicht zur Europäischen Union zählen und anders als Norwegen, Island und Liechtenstein nicht von der Regulierung abgedeckt werden, lohnen sich weiterhin alternative Roaming-Optionen. Beispiele sind hierfür die Türkei oder die Ukraine.

Kann es beim EU-Roaming auch Kostenfallen geben?

Nur in wenigen Fällen lohnen sich noch separate Roaming-Optionen Nur in wenigen Fällen lohnen sich noch separate Roaming-Optionen
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Vorsicht ist bei der Nutzung von WiFi Calling geboten, das für die Kunden der Deutschen Telekom und von o2 grundsätzlich weltweit zur Verfügung steht, während Vodafone den Dienst auf das Heimatnetz begrenzt. Bei der Telefonie über WLAN gilt immer der Tarif für einen Anruf aus Deutschland. Das heißt, wer vom Hotel in Spanien aus einen Tisch im Restaurant um die Ecke bestellt, würde über WLAN Call ein Auslandsgespräch von Deutschland nach Spanien zahlen. Wird die Verbindung über das Mobilfunknetz hergestellt, so ist der Anruf im Rahmen des regulierten Tarifs möglich und beispielsweise mit einer Allnet-Flat kostenlos.

Lohnt sich die Anschaffung einer Prepaidkarte im Reiseland noch?

Innerhalb der EU kann sich die Anschaffung einer lokalen Prepaidkarte weiterhin lohnen, wenn der Auslandsaufenthalt über einen längeren Zeitraum geplant ist. Wer 14 Tage an der Adria Urlaub macht, sollte auf eine Wertkarte aus dem Reiseland verzichten können, es sei denn, er möchte für Freunde aus dem Gastland auf einer lokalen Handynummer erreichbar sein, da diese ansonsten mit ihrem Vertrag ein Auslandsgespräch nach Deutschland zahlen würden.

Nutzer, die zum Beispiel auf Teneriffa überwintern und demnach die Mobilfunkdienste über viele Monate im Ausland nutzen, müssen beim Einsatz ihrer deutschen SIM-Karte mit Zusatzkosten rechnen, die bei Verwendung einer spanischen Prepaidkarte natürlich nicht anfallen. Hier ist eine SIM-Karte aus dem Reiseland demnach zu empfehlen. In jedem Fall kann sich eine vorausbezahlte SIM aber auch weiterhin lohnen, wenn ein Urlaub oder eine Geschäftsreise in ein Land ansteht, in dem die Regulierung nicht greift (Beispiele USA, Südafrika, Australien).

Bislang gab es keine EU-Flatrates für reine Datenverträge. Wie sieht das jetzt aus?

Die EU-Verordnung gilt für alle Mobilfunkverträge. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um ein Angebot für Smartphone-Nutzer mit Komponenten für Telefonie, SMS und den mobilen Internet-Zugang, um einen reinen Sprachtarif oder eben um eine SIM-Karte handelt, die ausschließlich für die Datennutzung bestimmt ist. In einer weiteren Meldung haben wir bereits darüber berichtet, wie die Netzbetreiber mit der Roam-like-at-Home-Regulierung in Bezug auf reine Datenkarten umgehen.

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