Forderung

EU fordert besseren Schutz von Kindern im Internet

Aktuell seien die Maßnahmen vieler Mitgliedsstaaten unzureichend
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Die EU-Kommission sieht weiteren Handlungsbedarf zum Schutz von Kindern im Internet. Diese Schlussfolgerung zieht die EU-Behörde aus einer gerade vorgelegten Untersuchung, im Rahmen derer geprüft wurde, wie die einzelnen EU-Mitgliedstaaten entsprechende Kinder-/Jugend­schutz­empfehlungen der EU umsetzen und welche Anstrengungen unternommen werden.

Die EU-Kommission unter ihrer Vizepräsidentin Neelie Kroes räumt zwar ein, dass die einzelnen Staaten und auch die Industrie "zunehmende Anstrengungen zur Umsetzung der EU-Empfehlungen aus den Jahren 1998 und 2006 zum Schutz von Minderjährigen, die audiovisuelle und Online-Dienste nutzen" unternähmen. Insgesamt, heißt es seitens der Kommission, seien "die getroffenen Maßnahmen jedoch unzureichend".

EU-Kommission will Schutz von Kindern deutlich verbessern

KinderschutzDie EU will den Schutz von Kindern
deutlich verbessern
Viele EU-Staaten hätten keine angemessenen Maßnahmen getroffen, wenn es darum gehe, "illegale oder schädliche Inhalte zu melden und zu bekämpfen sowie sicherzustellen, dass Kinder altersgerechte Inhalte abrufen, die sozialen Netzwerke für Kinder sicherer zu machen und Kinder vor schädlichen Videospielen zu schützen". Insgesamt, fasst die EU-Kommission zusammen, zeige der Bericht ("Schutz der Kinder in der digitalen Welt"), dass der Schutz von Kindern in diesen Bereichen deutlich verbessert werden könne. Im Laufe des Jahres wolle man daher eine Initiative zur Schulung zum "Schutz von Kindern beim Umgang mit neuen Technologien" starten.

"Kinder gehen heute schon in jüngerem Alter online und verbringen mehr Zeit im Web, wobei sie eine aufregende Welt digitaler Möglichkeiten entdecken. Wir müssen jedoch dringend unsere Anstrengungen und unsere Zusammenarbeit zur Schulung und zum Schutz von Kindern in dieser sich stetig wandelnden digitalen Welt intensivieren. Wir müssen Eltern und Lehrern das zur Wahrnehmung ihrer Verantwortlichkeiten notwendige Vertrauen geben", erklärte EU-Kommissarin Neelie Kroes.

Konkret fordert die EU-Kommission, Hotlines zum Melden von schädlichen und illegalen Inhalten müssten bekannter gemacht werden. Zudem müssten die vorhandenen Infrastrukturen verbessert werden, um solche Inhalte effizienter zu entfernen.

Risiko soziale Netzwerke

In punkto soziale Netzwerke müssten Kinder und Jugendliche stärker für Risiken sensibilisiert und Schutzmöglichkeiten aufgezeigt werden. Nach einer aktuellen Erhebung der EU haben bereits 38 Prozent der 9-12-Jährigen und 77 Prozent der 13-16-Jährigen ein Profil bei einer social community angelegt. Bei einem Viertel der Kinder ist das Profil dabei öffentlich aufrufbar.

Letztlich will die EU auch eine umfassende Alterseinstufung bei Online-Spielen sowie Verhaltenskodizes für den Einzelhandel, um zu verhindern, dass entsprechend eingestufte Spiele an Kinder unter der geforderten Altersgrenze verkauft werden.

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