Reform

Nutzung persönlicher Daten: EU will verpflichtende Zustimmung

EU-Kommission arbeitet an Reform der Datenschutzvorschriften
Von Marc Kessler

EU plant Datenschutz-Reform Die EU-Kommission will den Schutz persönlicher Daten verbessern
Montage: teltarif.de
Die EU-Kommission will den Datenschutz der Bürger in Europa künftig verbessern und plant eine Reform der EU-Datenschutzvorschriften. Unter anderem sollen Verbraucher künftig generell im Voraus ihre Zustimmung zur Verwendung ihrer Daten geben müssen (Opt-in).

Drei Viertel aller EU-Bürger besorgt um ihre persönlichen Daten

In einer aktuellen Umfrage, die die EU-Kommission heute veröffentlich hat, zeigte sich, dass die meisten Bürger der EU besorgt darüber sind, wie Unternehmen - einschließlich Suchmaschinen und soziale Netzwerke - mit ihren Daten umgehen. Der Befragung zufolge machen 62 Prozent aller EU-Bürger im Internet nur die jeweils absolut notwendigen Mindestangaben, 75 Prozent wünschen sich die Möglichkeit, ihre persönlichen Angaben jederzeit online löschen zu können.

EU plant Datenschutz-Reform Die EU-Kommission will den Schutz persönlicher Daten verbessern
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"Die meisten Menschen sind es gewohnt, persönliche Daten preiszugeben, wenn sie online einkaufen oder soziale Netze verwenden. Gleichzeitig sind sie jedoch besorgt darüber, wie mit ihren Daten umgegangen wird und befürchten, bisweilen die Kontrolle zu verlieren", sagte die für Justiz zuständige EU-Kommissarin Viviane Reding. Deswegen wolle sie "im Zuge der Aktualisierung der Datenschutzvorschriften ausdrücklich klarstellen, dass Menschen das Recht - und nicht nur die Möglichkeit - haben, ihre Einwilligung zur Verarbeitung ihrer Daten zu widerrufen."

Ohne ausdrückliche Zustimmung sollen persönliche Daten nicht genutzt werden dürfen

Bis zum Jahresende will die EU-Kommission einen konkreten Vorschlag zur Reform der Datenschutzvorschriften vorlegen. Darin soll eine Opt-in-Regelung vorgeschrieben werden. Die Daten des Kunden dürfen dann nicht ohne Zustimmung des Nutzers weitergegeben werden und dürfen von den Unternehmen ausschließlich zum jeweils vereinbarten Zweck genutzt werden. Diese Maßnahme erfolgt auch vor dem Hintergrund, dass 70 Prozent der EU-Bürger glauben, "dass Sie - wenn überhaupt - lediglich eine eingeschränkte Kontrolle über ihre eigenen Daten haben". Der EU-Umfrage zufolge wünscht sich eine große Mehrheit - 74 Prozent - eine Opt-in-Regelung, bei der die Erhebung und Verarbeitung der persönlichen Daten von der ausdrücklichen Zustimmung des Einzelnen abhängig gemacht wird.

Kroes: Manche kaufen aus Datenschutzbedenken nicht online ein

EU-Kommissions-Vizepräsidentin Neelie Kroes glaubt sogar, dass viele Bürger aus Angst vor dem Missbrauch ihrer Daten nicht online einkaufen. "Viele Menschen zögern, ihre Einkäufe online zu tätigen, weil sie datenschutzrechtlichen Bedenken haben. Dies bremst die Entwicklung von Europas digitalem Binnenmarkt und hemmt unsere wirtschaftliche Erholung."

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