Satelliten-Internet

Iris²: EU-eigenes Satellitensystem für sicheres Internet

Unter­händler des EU-Parla­ments und der Mitglied­staaten einigten sich auf den Aufbau einer Satel­liten­kon­stel­lation namens Iris².

Die EU will mit einem Satel­liten­ver­bund sichere Kommu­nika­tion für Unter­nehmen und Bürger gewähr­leisten. Unter­händler des EU-Parla­ments und der Mitglied­staaten einigten sich am Donners­tag­abend auf den Aufbau einer soge­nannten Satel­liten­kon­stel­lation namens Iris² (Infra­struc­ture for Resi­lience, Inter­con­nec­tion and Secu­rity by Satel­lites). Dafür sollen in den kommenden Jahren 2,4 Milli­arden Euro aus dem EU-Haus­halt kommen, wie aus einer Mittei­lung hervor­geht.

"Wich­tiger Schritt hin zu mehr stra­tegi­scher Auto­nomie Europas"

Thierry Breton, EU-Kommissar für Binnenmarkt und Dienstleistungen Thierry Breton, EU-Kommissar für Binnenmarkt und Dienstleistungen
Foto: Picture Alliance/dpa/Pool AP
"Das ist histo­risch!", schrieb der zustän­dige EU-Kommissar Thierry Breton auf Twitter nach der Eini­gung. Die EU füge damit ihrer stra­tegi­schen Welt­raumin­fra­struktur eine dritte Kompo­nente hinzu - zum Satel­liten­navi­gati­ons­system Galileo und Koper­nikus, welches zur Erdbe­obach­tung einge­setzt wird.

"Dieses Programm ist ein wich­tiger Schritt hin zu mehr stra­tegi­scher Auto­nomie Europas", sagte die CSU-Euro­paab­geord­nete Ange­lika Niebler zu dem neuen Programm. Der Krieg in der Ukraine habe gezeigt, dass die EU bei der Satel­liten­tele­kom­muni­kation bislang komplett von Dritt­staaten oder privaten Unter­nehmen abhängig sei. "Das heute beschlos­sene Programm soll dies ändern", sagte Niebler.

Iris soll Zugang zu schnellem Internet sichern

Iris soll vor allem die Wider­stands­fähig­keit der EU-Systeme - auch zum Schutz von kriti­scher Infra­struktur wie Ener­gie­netzen oder der Gesund­heits­ver­sor­gung - sowie den Zugang von Bürgern und Unter­nehmen zu schnellem Internet sichern.

Es sollen nicht nur in Europa Funk­löcher beim High­speed-Internet gestopft werden, sondern die Anbin­dung soll auch in stra­tegi­schen Regionen wie Afrika und der Arktis ermög­licht werden. Ab 2027 sollen die neuen Dienste voll einsatz­fähig sein. Die Eini­gung muss noch formell vom EU-Parla­ment und den Staaten bestä­tigt werden, das gilt jedoch als Form­sache.

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