Hersteller am Scheideweg

Essential Phone: Android-Erfinder will Firma loswerden

Letztes Jahr sorgte die Meldung, dass der Android-Urvater Andy Rubin ein eigenes Smartphone herausbringt, für Furore. Bedingt durch den mäßigen Erfolg könnte das Unternehmen bald verkauft werden.
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Vor einem Dreivierteljahr kam das Essential Phone auf den Markt, der erhoffte Verkaufsschlager wurde das Handy jedoch nicht. Nun macht ein Bericht die Runde, laut dem das Unternehmen einen Verkauf ernsthaft in Erwägung zieht. Zugleich soll die Entwicklung an einem neuen Smartphone eingestellt worden sein. Das im November 2015 vom Android-Erfinder Andy Rubin ins Leben gerufene Essential Products Inc. hätte das Schweizer Finanzdienstleistungsunternehmen Credit Suisse Group AG angeheuert, um die Möglichkeiten eines potenziellen Verkaufs abzuwägen. Eine finale Entscheidung soll allerdings noch ausstehen.

Gibt Essential nach Smartphone-Flop auf?

Wird Essential Products verkauft?Wird Essential Products verkauft? Das Essential Phone ist mitnichten ein schlechtes Mobilgerät. Eigentlich ist das auch als PH-1 bekannte Telefon für ein Erstlingswerk sogar recht gelungen. Die Ausstattung bewegte sich 2017 auf dem Niveau der Highend-Konkurrenz, der Update-Support ist vorbildlich. Trotzdem hatte es Andy Rubins Smartphone aus mehreren Gründen bislang nicht leicht. Der Start des Unternehmens verlief alles andere als reibungslos, die Markteinführung des Handys zog sich in die Länge. Als das Essential Phone dann schließlich verkauft werden konnte, sorgte der Preis von 699 US-Dollar für Ernüchterung. Etablierte Unternehmen können sich einen solchen oder höheren Preis leisten, bei einem Startup verschreckt ein hoher Kostenfaktor aber eher die Kundschaft. Essential korrigierte den geforderten Betrag schließlich auf 499 US-Dollar und veräußerte rund 150 000 Einheiten. Damit scheinen weder die Investoren noch der Hersteller selbst zufrieden zu sein.

Die Details zum potenziellen Essential-Verkauf

Dass der Konzern bedingt durch die niedrigen Absatzzahlen über einen Verkauf nachdenkt, kommunizierte die Nachrichtenagentur Bloomberg. Die Internetseite gibt an, diese Information von Quellen erhalten zu haben, die mit der Materie vertraut seien. Es gäbe bereits zumindest einen Interessenten, Essential würde aber weiterhin aktiv nach weiteren Käufern Ausschau halten. Das Startup hat im Laufe der Zeit über 300 Millionen US-Dollar von Investoren erhalten, darunter Amazon.com Inc., Tencent Holdings Ltd., und Redpoint Ventures. Mehr als 100  Millionen US-Dollar, also über ein Drittel der Investitionen, steckte der Konzern in die Entwicklung seiner ersten Produkte. Essential Products wurde vor einem Jahr auf einen Wert zwischen 900 Millionen und einer Milliarde US-Dollar geschätzt. Weder der Hersteller noch die Credit Suisse Group AG gaben bislang ein Statement zu dem vermeintlichen Verkauf ab.

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